Aktuelle Termine

24. Mai 2013ELBJAZZ Festival 2013Das internationale Festival im Hamburger Hafen am 24. und 25. Mai 2013 >
 

Rückblick

21. Mai 2013 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)
Im Kunsthaus

Bilder erzählen Geschichten, aber auch Gegenstände, Gebäude oder Gegebenheiten können etwas erzählen. Taubentürme erzählen von den Vogelschwärmen, die sie einst umflatterten, Predigthäuschen von den Ansprachen des Geistlichen, die hier gehalten wurden, Totenleuchten von dem Schein, den sie auf dem Friedhof verbreiteten. All dies eröffnet einen Raum, der nichts mit einer linearen Erzählung zu tun hat, und der dennoch voller Bedeutung ist.

Alexander Rischer geht genau von diesem doppelten Spiel der Bedeutung aus. Seine Fotografien zeigen historische Orte, die oft Träger biografischer, historischer oder mythischer Anekdoten und Ereignisse sind – und manchmal auch Vehikel einer Geschichte überlieferter Irrtümer. Der scheinbar dokumentarische Duktus der schlichten, fast altmodischen Schwarz-Weiß-Fotografien wird überlagert von geradezu ungeheuerlichen Geschichten, die den Künstler zu diesen abgelegenen Orten und Objekten geführt haben. Oft fängt er an, ihre Fäden zu entwirren, nur um sich dann noch tiefer in einem Knäuel kurioser Bedeutungen zu verlieren, die aber nie einfach nur sinnlos sind.

In der Ausstellung „Tiegel“ zeigt Rischer Arbeiten der letzten Jahre und lädt uns dazu ein, mit ihm ein Gespräch über Wissensproduktionen und Glaubensbekenntnisse, Dokumentationen und Anekdoten, kriminalistisches Spurenlesen und phantasmagorische Spinnereien zu führen, das außerordentlich kurzweilig, reichhaltig und voller absurder Wendungen zu werden verspricht.

18. Mai 2013

Der Zufall ist seit der Antike ein Sparringspartner des Künstlers. Zahlreiche berühmte Künstler nutzten den Zufall als Kreativitätstechnik, wie die Ausstellung „Purer Zufall. Unvorhersehbares von Marcel Duchamp bis Gerhard Richter“ im Sprengel Museum Hannover zeigt. Anhand von rund 80 Exponaten spannt sie den Bogen von den Avantgardisten Marcel Duchamp, Hans Arp und Kurt Schwitters über die Farb- und Materialexperimente Max Ernsts, Jackson Pollocks, Dieter Roths und Daniel Spoerris bis hin zu automatisierten Zufallsverfahren bei John Cage oder Gerhard Richter. Der 1938 geborene ukrainische Fotograf Boris Mikhailov ist berühmt geworden als Chronist seiner Zeit. Das Sprengel Museum beleuchtet mit der bislang umfangreichsten Retrospektive „Boris Mikhailov. Die Bücher 1968-2012“ auch seine besonderen Strategien. Inka Schube, Kuratorin für Fotografie am Sprengel Museum und eine der frühesten Entdeckerinnen und profundesten Kennerinnen Mikhailovs, wird uns sein Werk persönlich vorstellen. Zum Abschluss geht es zu Jonas Burgert in der Kestner Gesellschaft. Burgert, der ebenfalls in der Sammlung der Hamburger Kunsthalle vertreten ist, fesselt auch in seinen neuesten Arbeiten mit surrealen Szenarien voll überbordenden Reichtums – und bildet einen schönen Abschluss dieses ereignisreichen Tages.
 

16. Mai 2013 (19.00 Uhr - 20.00 Uhr)

Engel begleiten uns durch den Alltag, helfen uns in der Not, sind Maskottchen, Trostspender und poetische Lebenshelfer. Sie sind gleichzeitig Sendboten des Göttlichen und Sinnbilder des Menschlichen. Engel sind uns nahe, sind sie doch selbst sorgenvoll und traurig, munter und fröhlich. Manchmal sind sie auch vergesslich und kokettieren mit ihrer „Menschlichkeit“. Zu den beliebtesten gehören die Engel von Paul Klee. Mit wenigen Strichen verleiht er ihnen einen beschämten, schelmischen, heiteren oder sogar dämonischen Ausdruck. Manchmal, so scheint es, nutzt er die Engel auch, um den Menschen einen Spiegel vorzuhalten. So zugespitzt, ja, fast karikierend trifft er die menschlich-allzu menschlichen Gemütszustände dieser Wesen, dass man einfach breit grinsen muss. Wie an jeder Motivkette des Künstlers lässt sich der „ganze Klee“ auch anhand der Engel zeigen. Sie sind für ihn eines von vielen möglichen Motiven, um das Verhältnis von Ich und Welt, Himmel und Hölle, Kunst und Natur zu veranschaulichen. Wir wollen diesen „ganzen Klee“, der zu den berühmtesten und profundesten Kunsttheoretikern des 20. Jahrhunderts gehört und einer der wichtigsten Begründer der Moderne ist, gemeinsam mit dem Klee-Spezialisten Florian Britsch erkunden.
 

27. April 2013 (13.00 Uhr - 14.30 Uhr)

Das, was nicht wichtig ist, was sich der Aufmerksamkeit entzieht, was randständig, beiläufig, nebensächlich ist – das interessiert Hans-Peter Feldmann. Der Künstler mit dem Blick fürs Alltägliche, der sich auch schon mal zehn Jahre lang aus dem Kunstbetrieb ausgeklinkt, Kinderspielzeug produziert und einen Souvenirladen betrieben hat, interessiert sich nach eigenem Bekunden nicht für die Höhepunkte des Lebens. Denn davon, so Feldmann, gibt es ja täglich gerade mal 10 Minuten, ihn hingegen interessieren die restlichen. Die Deichtorhallen Hamburg breiten unter dem betont lakonischen Titel „Hans-Peter Feldmann: Kunstausstellung“ nun den Feldmannschen Kosmos aus über vier Jahrzehnten aus, den Goesta Diercks uns vorstellen wird.
 

25. April 2013 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Ein einsamer Wanderer, in entspannter Haltung auf seinen Spazierstock gestützt, blickt in eine weite Landschaft im Horizontdunst verdämmernder Berggipfel. Man sieht, was er sieht, ist der Wanderer doch als Rückenfigur gegeben. Und doch ist der Blick des Betrachters von eben jenem Rücken verstellt. Das Eigentliche, nämlich den zentralen perspektivischen Fluchtpunkt, kann der Betrachter nicht sehen. Vielleicht liegt aber gerade dort das Geheimnis, das alles erklärt? Das Innehalten des Wanderers, die dräuenden Nebelschwaden über der Landschaft – und die Neugier des Betrachters? Caspar David Friedrich ist mit seinem 1818 entstandenen Hauptwerk „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ ein Geniestreich gelungen. Alles, was man sich so unter Romantik vorstellt, ist hier vereint: der einzelne Mensch vor der gewaltigen Natur, die Einsamkeit der Existenz angesichts der Schöpfung, die Welt als Spiegel der Seele. Zugleich aber ist das Bild auch ein Lehrstück über das Schauen und das Sehen, die Betrachtung und den Blick. Gabriele Himmelmann wird uns beim nächsten Jour Fixe Friedrichs romantische Bildsprache, die geistige Landschaft der Zeit, aber auch den politischen Caspar David Friedrich in diesem Schlüsselwerk erklären.

18. April 2013 (19.30 Uhr - 21.00 Uhr)

Scheitern ist nicht gefragt. Scheitern ist etwas für Verlierer, und die, so schreit es uns aus allen Medien förmlich entgegen, sind einfach nicht erwünscht. Der amerikanische Soziologe Richard Sennett hat das Scheitern einmal als das große Tabu der Moderne bezeichnet. In der Kunst dagegen war das Scheitern schon immer eng mit der Kreation und dem künstlerischen Schaffensprozess verbunden. „Wieder versuchen / Wieder scheitern / Besser scheitern“ schrieb der irische Schriftsteller Samuel Beckett, der sich bei seiner Deutschlandreise vor rund 75 Jahren besonders gern und ausgiebig in der Hamburger Kunsthalle aufhielt. Gemäß seinem Credo präsentiert die Kunsthalle in dieser Ausstellung Videoräume und Filme von den 1960er Jahren bis heute, die in bewegten Bildern den vielschichtigen Aspekten des Scheiterns nachgehen: Spielerisch, lustvoll, tragisch, komisch, trauernd, überraschend. Die Kuratorin Brigitte Kölle wird uns persönlich durch die Ausstellung führen.

17. April 2013 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)

Den Namen Bettina Schönbach assoziiert man spontan mit farbigen Drei- oder Vierknopfblazern, die das unverkennbare Markenzeichen einer prominenten deutschen Politikerin geworden sind. Aber die Hamburger Modedesignerin steht für viel mehr, denn sie verkörpert einen exklusiven Stil, den man als klassisch-nordisch definieren könnte und der international bekannt ist: schlichte Schnitte, klare Linien und hochwertige Materialien. Wir werden Bettina Schönbach in ihrem Atelier in der Neuen ABC-Straße besuchen, ihre Mode hautnah erleben und spannende Einblicke in ihre Inspirationswelt bekommen.

 

14. April 2013 (12.00 Uhr - 13.00 Uhr)
Führung mit Marisa Buovolo

In seiner ersten Kollektion von 1995 „Highland Rape“ ließ Alexander McQueen seine Models in blutverschmierten Tartan-Kleidern und zerrissenen Kilts über den Laufsteg schlenkern und schockierte die Modewelt. Mit seiner tabubrechenden Präsentation wollte der damals 26-jährige Designer die politische Vergewaltigung der Schotten durch die Engländer thematisieren, die im 18. Jahrhundert den „Highland Dress“ verboten hatten. Seitdem sorgte McQueen mit seinen spektakulären Shows für große Aufmerksamkeit und festigte in der internationalen Modeszene immer mehr seinen Ruf als Provokateur. Das Museum für Kunst und Gewerbe zeigt unter dem Titel „Inspirations“ rund 30 Modelle des 2010 verstorbenen Designers. Wir wollen uns gemeinsam mit der Modesoziologin Marisa Buovolo den Visionen Alexander Mc Queens annähern und durch einen Abstecher in die Modesammlung auf die Spuren seiner historischen Vorbilder und Inspirationsquellen begeben.

4. April 2013 (19.00 Uhr - 21.00 Uhr)
Kuratorenführung mit Dr. Claudia Banz

Vom Aschenbecher bis zur Zahnbürste: Design bestimmt unser Leben, ob wir wollen oder nicht. Was wir täglich gebrauchen, erfüllt nicht nur eine Funktion, sondern beeinflusst uns auch durch seine Form. Das Museum für Kunst und Gewerbe hat seine Sammlung neu geordnet und auf rund 1000 Quadratmetern seine Designschätze aus dem Depot ausgebreitet: eine rund 660 Exponate umfassende Schausammlung, die das MKG gemeinsam mit Jesko Fezer, Professor für experimentelles Design an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, eingerichtet hat. Sie sind geordnet nach „Denkräumen“, die zeigen, welche Versprechen sich an den gut gestalteten Gegenstand knüpfen und welche Auswirkungen er auf die Gesellschaft hat. Ein weiteres Highlight sind der orangefarbene Speisesaal und die Snackbar aus der berühmten SPIEGEL-Kantine, die der dänische Designer Werner Panton 1969 geschaffen hat. Die Kuratorin Dr. Claudia Banz wird uns persönlich durch die neue Ausstellung führen.

26. März 2013 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)

Zwischen Pessimismus und Paranoia, Unbehagen und Überwachung oszilliert die die gegenwärtige Stimmung, die in einer Art Langzeittest einer nicht abreißenden Kette von Bankenskandalen, Attentaten und anderen Hiobsbotschaften ausgesetzt ist. Was bietet noch Sicherheit, wenn Recht und Gerechtigkeit so stark auseinander driften? Der englische Schriftsteller G.K. Chesterton gibt in seiner Erzählung „Der Mann, der Donnerstag war“ aus dem Jahr 1908 eine geradezu unheimliche absurde Antwort. In der mysteriösen Kriminalgeschichte über einen siebenköpfigen Anarchistenrat, der in Wahrheit aus Spitzeln der Londoner Geheimpolizei besteht, wird die Angst vor einer Welt im permanenten Ausnahmezustand beschrieben.

Die Ausstellung „A World of Wild Doubt“ nimmt diese Bezüge auf und spinnt sie weiter. In einer labyrinthischen Architektur versammelt sie künstlerische Positionen, u.a. von Martin Assig, Robert Crumb, Friedrich Einhoff, James Ensor, Gilbert & George, Rodney Graham, Heino Jaeger, Mike Kelley, Hubert Kiecol, Mark Lombardi, Cildo Meireles, Olaf Metzel, Bruce Nauman, Tony Oursler, Sigmar Polke, Gregor Schneider, Andreas Slominski, Félix Vallotton und Lawrence Weiner, die sich kritisch mit der gegenwärtigen Situation beschäftigen. Der Sammler Michael Liebelt hat dieses kuratorische Experiment gemeinsam mit Dorothee Böhm, Petra Lange-Berndt und Dietmar Rübel konzipiert. Er wird uns die Ausstellung vorstellen und mit uns über seine persönliche Sicht auf die befreiende Kraft der Kunst sprechen. 

24. März 2013 (14:00 Uhr - 16:30 Uhr)

Gerade im Kontorhausviertel haben sich in den letzten Jahren viele neue Galerien angesiedelt, die das Hamburger Kunstgeschehen deutlich prägen. Es ist nicht mehr nur die „Admi“, wo was los ist. Wir wollen, wie schon im letzten Jahr, unsere Reihe von Galerienrundgängen regelmäßig fortsetzen und zum Saisonstart im Frühling die laue Luft schnuppern und neue Trends entdecken. Nils Grossien zeigt in seiner Galerie White Trash Contemporary unter dem Titel „Private Paradox“ Privates von Privatsammlern. In der Galerie Conradi von Elena Winkel gibt es Neues von den Berliner Künstlern Janine Eggert und Philipp Ricklefs. Sandra Kramer bleibt mit der Ausstellung „Johannes Lotz, Gräben der Minne, Malerei“ ihren Themen Malerei und Farbe treu. Robert Morat hingegen hat sich ganz auf Fotografie spezialisiert und zeigt Arbeiten von Orri Jónson und Joakim Eskildsen. Und last but not least werden wir in der Power Galerie von Kai Erdmann Martin Neumaier begegnen und ein Wiedersehen mit Martin Kippenberger feiern.

Die Galeristinnen und Galeristen sind anwesend und werden uns nicht nur in die jeweiligen Ausstellungen einführen, sondern auch über die Entwicklung des Kontorhausviertels und Kunst als Standortfaktor in der Hansestadt sprechen.

19. März 2013 (19.30 Uhr - 21.00 Uhr)
Atelierbesuch und Gespräch

Linda McCues Bilder machen es einem nicht leicht. Da ist auf der einen Seite eine stille Dingwelt, die sie in trompe-l’oeil-artiger Weise hyperrealistisch auf die Leinwand bringt. Und auf der anderen Seite ist da die nüchterne Flächigkeit des Bildes, mit der die bühnenartigen Arrangements kollidieren. Es sind eben nur gemalte Gegenstände auf einer Fläche. Jeder Tiefenraum, den die Objekte durch ihre perspektivische Verzerrung suggerieren, ist trügerisch. Die schiere Faktizität des Bildträgers, die rohe Leinwand führt ihre Flächigkeit vor, ein Widerspruch, den die gebürtige Kanadierin als unauflösbaren inszeniert. Diese hochgradig künstlichen Konstruktionen des alten aporetischen Widerspruchs der Malerei als Raumsuggestion und Flächenkunst haben einen eigentümlich sachlich-surrealen Charakter. Wir wollen die Edwin Scharff-Preisträgerin in ihrem Atelier besuchen und mit ihr über Wahn und Wirklichkeit und die Wirkungsmacht der Bilder sprechen. 

14. März 2013 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)

Minimalistische Skulpturen. Mehrteilige Nesselplatten, die wie die Bodenarbeiten Carl Andres wirken, quaderförmige Wandobjekte, die an Donald Judd erinnern. Doch kann man die Objekte von Franz Erhard Walther benutzen. Man kann sie zusammen- oder auseinanderfalten, umbauen, stapeln, legen, hängen, sich an- oder umlegen und sich damit aktiv zu den Arbeiten und natürlich zum sich stetig verändernden Raumgefüge selbst positionieren. Minimal zum Mitmachen also: Das Werk wird zum Werkzeug, um den Betrachter zu aktivieren. Der mehrfache documenta-Teilnehmer entwickelt in den sechziger Jahren den „erweiterten Werkbegriff“ und leistet damit eine Pionierarbeit, die ihm internationalen Ruhm eingebracht hat. Die Ausstellung der Hamburger Kunsthalle zeigt erstmals vollständig Walthers Arbeiten aus der eigenen Sammlung, die in den 1960er und 1970er Jahren entstanden sind und als Schlüsselwerke seines frühen Schaffens gelten. Der Künstler wird uns seine Werke noch vor der Eröffnung während des Aufbaus exklusiv vorstellen und im Gespräch mit der Kuratorin Luisa Pauline Fink seine sehr lebendige Sicht auf die Kunst erläutern. 

10. März 2013 (17.00 Uhr - 18.30 Uhr)

Auch die Porträts waren ein wesentlicher Teil von Giacomettis Oeuvre, das bis heute eher als Schaffung von Menschentypen denn als Darstellung individueller Porträts wahrgenommen wird. Genau zwischen diesen beiden Polen bewegt sich seine Porträtkunst, mit der er sich zeitlebens intensiv beschäftigt hat. Er rang nicht nur um die Ähnlichkeit, sondern auch um die Lebendigkeit, um die Wiedergabe des Porträtierten im Spannungsfeld von subjektivem Sehen und objektiver Anschauung. Unter dem Titel „Begegnungen“ versammelt das Bucerius Kunst Forum rund 120 Plastiken, Gemälde und Zeichnungen. Die über lange Jahre entstandenen Bildnisse seiner Familie und die Portraits von Künstlern und Philosophen seines Pariser Freundeskreises um Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir führen den kreativen Prozess vor Augen. Das Gewebe menschlicher Verbindungen regte Giacometti zu immer neuer Auseinandersetzung mit Antlitz und Gestalt des Gegenübers an, die wir gemeinsam mit Gabriele Himmelmann erkunden wollen.

28. Februar 2013 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Manchmal gibt es sie, die unbekannten oder unbekannteren Künstler, die eine wahre Entdeckung sind. Reinhard Drenkhahn (1926-1959) ist so einer. In den fünfziger Jahren gilt Drenkhahn neben Horst Janssen, Paul Wunderlich und K.R.H. Sonderborg zu den führenden Künstlerpersönlichkeiten Hamburgs und als große Hoffnung der sich langsam etablierenden jungen Kunstszene der Stadt. Er ist am Puls der künstlerischen Entwicklungen Europas, beschäftigt sich wie Dubuffet, Wols oder Schumacher intensiv mit der Erforschung von Material und Oberfläche. Fast allen Arbeiten Drenkhahns wohnt eine gewisse Melancholie und Traurigkeit inne, die das Leben dieses introvertierten Künstlers, der jung den Krieg erlebte und sich 1959 das Leben nahm, bestimmte. Die Empfindung des Verletztseins gipfelt in Drenkhahns letzter Motivreihe des „Leitermanns“. Dagmar Lott-Reschke, die in den letzten Jahren das umfangreiche Werkverzeichnis Reinhard Drenkhahns erstellt hat, wird uns sein Gemälde „Leitermann“ (1957) aus nächster Nähe vorstellen.

23. Februar 2013 (16.00 Uhr - 18.00 Uhr)

Performance liegt offenbar schwer im Trend. Das sieht man an den zahlreichen Aktivitäten während der Absolventenausstellung der HfBK. Rund 55 Absolventen stellen vom 22. bis 24. Februar wieder die Hochschule auf den Kopf, darunter dieses Mal neben 38 Diplomanden auch 11 Master- und 6 Bachelorkandidaten. Schon in der Aula-Vorhalle erwartet die Besucher ein tempelartiges Gebäude im Gebäude von Anik Lazar, das während der Ausstellung als Festival-Ort dient. Nach unserer Führung beginnt hier ab 19 Uhr ein Veranstaltungsprogramm - wer mag, bleibt einfach da. Wir besuchen die Ausstellung mit Julia Mummenhoff, die uns wieder die verschiedenen Positionen vorstellen und uns mit dem einen oder anderen Künstler bekannt machen wird.

17. Februar 2013 (12.00 Uhr - 13.30 Uhr)

Er ist mittlerweile zu einem der wichtigsten Nachwuchspreise für zeitgenössische Fotokunst geworden: Der jährliche Wettbewerb „gute aussichten“ bietet auch in diesem Jahr wieder einen interessanten Überblick darüber, was junge deutsche Nachwuchsfotografen so treiben. Aus den dieses Mal rekordverdächtigen 108 eingereichten Arbeiten hat die sechsköpfige Jury sieben Preisträger/innen ausgewählt, die von der stilistischen und konzeptuellen Vielfalt junger Fotokunst zeugen. Ulrich Rüter wird uns wie gewohnt kenntnis- und abwechslungsreich durch die Ausstellung führen und mit uns über die verschiedenen Ansätze und Sichtweisen in der neueren Fotografie sprechen.

14. Februar 2013 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)

Dünne Rauchsäulen einer sich auflösenden Existenz: Die überlängten, fast nur noch als Striche wahrnehmbaren Figuren Alberto Giacomettis wirken wie Sinnbilder eines bedrohten Seins, die das Lebensgefühl der Nachkriegszeit kongenial auszudrücken scheinen. Dabei sind die zu seinem Markenzeichen geronnenen Figuren das Ergebnis eines Werkprozesses, den die Hamburger Kunsthalle jetzt in einer umfangreichen Ausstellung zum ersten Mal sichtbar macht. Der umgebende Raum, der die menschliche Figur zu einem Strich zusammendrückt, ist Ausgangspunkt von Giacomettis Auseinandersetzungen mit dem Platz, den er in seiner kaum bekannten surrealistischen Frühphase in zahlreichen „Spielfeldern“ gestaltet. Annabelle Görgen-Lammers, die die Ausstellung kuratiert hat, wird uns die faszinierende Entwicklung von Giacomettis Oeuvre anhand zahlreicher Exponate persönlich erläutern.

4. Februar 2013 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)

Zwei der führenden Sammlungen der Gegenwartskunst, zwei Temperaturen, zwei Temperamente, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Axel Haubrock aus Berlin und Harald Falckenberg aus Hamburg. Beide begegnen sich in der Sammlung Falckenberg – Deichtorhallen Hamburg, die damit ihre Tradition fortsetzt, fremde Sammlungen der eigenen gegenüber zu stellen. So unterschiedlich die Sammlungen auch sind – die eine gilt als schlau und spröde, als Inbegriff eines intellektuellen Minimalismus, die andere als rau und sperrig, als Hort der Gegenkultur – so ähneln sie sich doch in ihrer Ablehnung einer leicht konsumierbaren Eventkultur. Barbara und Axel Haubrock, die seit 2007 in ihrem Berliner Showroom regelmäßig Wechselausstellungen aus ihrer mittlerweile auf rund 750 Werke angewachsenen Sammlung zeigen, haben für die Hamburger Präsentation rund 60 Arbeiten ausgewählt, darunter so berühmte Größen wie Christoph Büchel, Martin Creed, Douglas Gordon, Jonathan Monk, Gregor Schneider, Tino Seghal, Andreas Slominski, Haegue Yang und Wolfgang Tilmans.

31. Januar 2013 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Es ist so normal und so alltäglich, dass es eigentlich nicht der Erwähnung wert ist. Und dennoch macht Jean Dubuffet es zum Titel seiner Arbeit: „Er hat die Sandalen ausgezogen“ von 1947 zeigt einen orientalischen Flötenspieler, wie man ihn sich so vorstellt – mit Turban bekleidet, im Schneidersitz sitzend und inmitten einer palmenbestandenen Wüstenidylle. Doch warum malt ein Erwachsener wie ein Kind? Und warum heißt das Bild nicht einfach „arabischer Flötenspieler“? Der Titel lässt sich geradezu programmatisch verstehen. In unserem Jour Fixe wollen wir ihn entschlüsseln und tief in das Werk eines der revolutionärsten Nachkriegskünstler eintauchen. Ohne Jean Dubuffet hätten wir heute nicht das Materialspektrum von Abfall bis Zeichenpapier, das mittlerweile in der zeitgenössischen Kunst vollkommen normal ist, und wären um eine kritische Stimme in der Auseinandersetzung um neue Wege für die Kunst nach dem Krieg ärmer.

23. Januar 2013 (19.30 Uhr - 21.00 Uhr)
Bürobesuch und Gespräch

Drei Schmuckstücke haben sie hingesetzt und damit die Fachwelt erstaunt: LA’KET, das sind David Lagemann und Tim Kettler, haben im Hamburger Stadtteil Volksdorf drei Einfamilienhäuser gebaut, eines schöner, abwechslungsreicher und außergewöhnlicher als das andere. „Hamburger Case Studies“ hat der Architekturkritiker Dirk Meyhöfer sie genannt und sie damit in eine Reihe mit den berühmten Häuserexperimenten der amerikanischen Moderne gestellt. Ein Spiel mit Baukörpern, Raumvolumina und Materialien, mit Licht und Luft zeichnet die „Volksvillen“ aus, die Extravaganz einmal anders definieren: In bester modernistischer Tradition verbinden die Häuser äußerste Schlichtheit mit einem geradezu kostbaren Einsatz der Materialien, großzügige Raumfluchten mit minimalistischer Funktionalität. Beide sind „Bauwerke des Jahres 2011“ geworden. Wir wollen LA’KET in ihrem Büro besuchen und mit ihnen über äußere Anforderungen und innere Freiräume und über Lust und Leid der Selbstständigkeit sprechen.

20. Januar 2013 (14.00 Uhr - 15.30 Uhr)
Ausstellung zum 100. Geburtstag des Künstlers

Zerklüftete Krater, schrundige Stellen, durchfurchte Farbe: Die Bilder von Emil Schumacher (1912–1999) wurden mit den zerstörten Landschaften und den Wunden verglichen, die der Zweite Weltkrieg geschlagen hatte. Seine charakteristische, in fast körperlicher Konfrontation mit Farbe und Leinwand entstandene Bildsprache machte ihn zum Inbegriff des Deutschen Informel. Anlässlich seines 100. Geburtstages 2012 richtet ihm das Barlach-Haus im Jenisch-Park eine große Einzelausstellung aus. Im Zentrum stehen dabei die Bilder jener besonders interessanten Umbruchszeit der späten 50er und 60er Jahre, in der Schumacher zu seiner so charakteristischen, informellen Sprache fand. Sie sind zu Ikonen einer ganzen Epoche geworden. Karsten Müller, seit 2007 Leiter des Hauses, wird uns wieder persönlich durch die Ausstellung führen und uns diesen vielleicht wichtigsten deutschen Nachkriegskünstler näher bringen.

19. Januar 2013 (13.00 Uhr - 14.30 Uhr)

Ist das Kitsch oder ist das Kunst? Die Grenzen zwischen den beiden Bereichen haben sich längst verflüssigt, wie der große Kitschpapst Jeff Koons belegt. Trotzdem geraten immer wieder Künstler unter Kitschverdacht und lösen heftige Debatten aus. Einer von ihnen ist Anselm Reyle, der mit seiner Kunst ungeheuer erfolgreich ist und eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg innehat. Die Werkschau „Mystic Silver“ mit rund 80 ausgewählten Arbeiten aus verschiedenen Werkgruppen des 42-Jährigen schwelgt in grellen Farben, glänzenden Oberflächen und gleißendem Neonlicht. Während die einen seine Spektakel-Kunst einfach nur als Scharlatanerie abtun, gilt er anderen als legitimer Erbe der Pop-Art, die schließlich auch schon einmal das Triviale für sich entdeckt und in Kunst transformiert hat. Ob Reyle nun der künstlerischen Konsumgesellschaft kritisch den Spiegel vorhält oder einfach nur von ihrem Kaufrausch profitiert, ob seine knallige Kunst sich nur an den oberflächlichen Konsumenten richtet oder ob doch mehr dahinter steckt – diesen Fragen werden wir gemeinsam mit Goesta Diercks nachgehen und kontrovers diskutieren.

13. Januar 2013 - 17. Februar 2013 (15.00 Uhr - 18.00 Uhr)

Die Kunsthalle hat an verschiedenen Orten im Haus wieder ihre Schätze aus dem Depot ausgebreitet: die „Kunst der 50er Jahre“ und „15 Jahre Galerie der Gegenwart“. Nach langer Zeit haben wir so wieder einmal die Möglichkeit, eine lebendige Kunstgeschichte nach 1945 in der Sammlung zu erleben. Dies wollen wir nutzen und in vier Sitzungen anhand ausgewählter Fragestellungen die Entwicklung weniger chronologisch, sondern vor allem thematisch nachvollziehen und kontrovers diskutieren. Unmittelbar nach einem verheerenden Weltkrieg wird die Frage nach dem Menschenbild laut, werden Traumata abgearbeitet, doch wird auch die Hoffnung auf einen Neubeginn formuliert (1. „Stunde Null. Zusammenbruch und Neubeginn“). Die Frage nach der eigenen Identität und der Möglichkeit einer künstlerischen Sprachform führt zu einer radikalen Neupositionierung des Künstlers und der Definition dessen, was noch Kunst sein kann (2. „Künstler. Identität und Handeln“). Die Skulptur bekommt Modellcharakter und befragt das Menschenbild (3. „Figur. Modell und Mensch“), während die Malerei das Bild im medialen Zeitalter reflektiert (4. „Bild. Befragung der Wirklichkeit“).

11. Dezember 2012 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Von den Stipendiatenausstellungen im Kunsthaus ist die Bewerberausstellung für das Hamburg-Stipendium die spannendere. Die Auswahl ist größer, und man kann selbst ein bisschen Jury spielen. Mit ihr wollen wir dieses Mal das alte Jahr beschließen. Von den in diesem Jahr ausgestellten 28 Künstlerinnen und Künstlern der Vorauswahl für das Hamburg-Stipendium 2013, darunter Suse Bauer, Christoph Blawert, Jürgen von Dückerhoff, Anna Lena Grau, Verena Issel, Henning Kles, Benjamin Metzger, Monika Michalko, Vanessa Nica Mueller, Franziska Nast, Volker Renner und Kathrin Wolf, werden zehn im nächsten Jahr ungestört arbeiten können. Wir wollen gemeinsam mit Goesta Diercks heute schon die Künstler von morgen kennen lernen und uns überlegen, wie die Jury wohl entscheiden wird!

9. Dezember 2012 (11.30 Uhr - 15.30 Uhr)
Die Skulpturensammlung der Hamburger Kunsthalle

Wer in letzter Zeit durch den Hamburger Gang schlendert, fühlt sich wie in einem Lager. Über 300 Skulpturen, große und kleine, figurative und abstrakte, sind dort versammelt. Sie stehen auf dem Boden, auf Sockeln und auf Regalen an der Wand. Eine temporäre Präsentation der skulpturalen Schätze aus unserem Depot, ein „Schaulager“ im Museum, an dem man wunderbar die gesamte Bandbreite plastischer Bildwerke studieren kann. Es geht dabei weniger um das inszenierte Einzelwerk, sondern um ein vergleichendes Sehen. Anhand der Präsentation kann man sich sehr schön klarmachen, wie Plastik funktioniert. Die Präsentation ist eine Fundgrube hoch qualitätvoller Werke berühmter Künstler. Mit Reinhold Begas, August Gaul, Aristide Maillol und Henri Laurens, Hugo Lederer, Jean Arp, Ewald Mataré, Johann Gottfried Schadow, Christian Daniel Rauch, Gerhard Marcks, Marino Marini oder Georg Kolbe sind viele der bedeutendsten Bildhauer ihrer Zeit vertreten. Aber auch zeitgenössische Künstler, wie etwa Pia Stadbäumer, Stefan Balkenhol, Bogomir Ecker und Tobias Rehberger. Daniel Koep, selbst ausgewiesener Skulpturenspezialist, hat die Schätze gehoben und lädt uns ein, sie gemeinsam mit ihm zu entdecken.
ACHTUNG: Anmeldeschluss ist der 1. Dezember 2012!

8. Dezember 2012 (12.00 Uhr - 15.30 Uhr)

Es hat sich einiges getan im Galerienhaus in der Admiralitätsstraße: vier neue Galerien und Projekträume haben in den letzten Jahren hier eröffnet, und alle werden sie von Frauen geleitet. Deshalb gilt bei unserem letzten Galerienrundgang in diesem Jahr: Ladies first! Wir werden die Jung-Galeristinnen Katharina Bittel, Melike Bilir, Diane Kruse und den Projektraum von Isa Maschewski besuchen und mit ihnen über ihre Arbeit, ihr Programm und die Mechanismen des Marktes sprechen. Natürlich werden wir auch Karin Günther und Andrée Sfeir-Semler besuchen, die schon viele Jahre die Hamburger Galerienszene prägen und international äußerst erfolgreich sind. Unser „Hahn im Korb“ ist Siegfried Sander, der seit Jahren in seiner Multiplen Box Editionskunst verkauft. Wie sind sie zur Kunst gekommen? Wie bestimmen sie ihr Profil? Wie erreicht man sein Publikum? Was sind die Erfolgsfaktoren? Und wann hat man es „geschafft“? Wir wollen mit den Galeristinnen und dem Galeristen plaudern, den einen oder anderen Künstler kennen lernen und uns zwischendurch bei adventlichen Getränken und Gebäck ein wenig stärken.

29. November 2012 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Strickmaschen, Herdplatten, Zugluftdackel und Hundeporträts: Rosemarie Trockel (*1952) umkreist in ihren Arbeiten den Kosmos des Häuslichen, der „weiblichen” Sphäre der Macht.  Doch kombiniert sie diese mit Insignien des Männlichen und hinterfragt damit Geschlechterzuschreibungen und Materialbedeutungen. Besonders die männlich dominierte Kunstwelt reizt sie dabei zum Widerspruch. So unterläuft sie mit ihren Wollmaschen den Mythos wilder Malerei und mit ihren Kochplatten das Dogma minimalistischer, funktionsloser Skulptur.

Ausgehend von der Zuschreibung des Strickens als „typisch weiblich“, verknüpft die Kölner Künstlerin seit den achtziger Jahren Motive und Materialien so miteinander, dass sie auf ironische Weise unsere gewohnte Wahrnehmung hinterfragt. Für die Galerie der Gegenwart entwickelte sie eine Installation, die mehrere frühere Arbeiten zusammenführt. Wir wollen uns gemeinsam mit Luisa Pauline Fink beim nächsten Jour Fixe mit der Installation beschäftigen, die momentan in der Sammlungspräsentation „15 Jahre Galerie der Gegenwart“ wieder zu sehen ist.

25. November 2012 (11.00 Uhr - 12.00 Uhr)
Führung & Gespräch mit Hans-Christian Dany

Annette Wehrmann hat ein vielfältiges, absurdes, widerständiges Werk hinterlassen. Die 2010 verstorbene Künstlerin war mit ihrer singulären Position zwischen Skulptur und Intervention eine wichtige Stimme in der Hamburger Szene mit überregionaler Strahlkraft. Von Beginn an legte sich ihr Werk mit der Welt an. Diese Widerständigkeit hat ihr nun posthum den Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg eingebracht. Er geht an den Freundeskreis „Ort des Gegen e.V.“ zu Ehren von Annette Wehrmann und wird von einer Werkpräsentation in der Galerie der Gegenwart begleitet. Denn Dank des Engagements der Freunde der Kunsthalle ist eine Werkgruppe aus gemauerten „Fußbällen“, Aktionsvideos und Zeichnungen nun Bestandteil der Sammlung und wird erstmals im Haus präsentiert. Hans-Christian Dany, Künstler, Autor und Mitbegründer des „Ort des Gegen       e. V.“ wird uns das Werk von Annette Wehrmann vorstellen und ihre Arbeitsweise erläutern.

17. November 2012 (12.00 Uhr - 13.30 Uhr)
Führung und Gespräch

Kunst für alle, nicht nur für Kenner. Das ist der Traum vieler. Spätestens seit den bewegten Siebzigern wollte man die Schwelle zwischen Kunst und Leben abbauen. Doch die ist seither eher noch höher geworden. Besonders der entfesselte Markt mit seinen explodierenden Preisen hat Kunst zu einer teuren Wertanlage gemacht. Wo bleibt da der Spaß? Die reine Freude an der Kunst, die schiere Lust am Sammeln?

Die möchte die in fröhlichem Pink erstrahlende „Affordable Art Fair“ wecken. Gute Laune beim fröhlichen Kunst-Shopping. Im Angebot: Kunst von 100 bis 5000 Euro, für junge Sammler und solche, die es mal werden wollen. Die vom Londoner Galeristen Will Ramsay bereits 1999 ins Leben gerufene Messe breitet sich rasant aus. In 15 Metropolen auf vier Kontinenten haben über eine Million Besucher weltweit Kunst gekauft.

In Hamburg ist nun Deutschland-Start. 55 internationale Galerien, darunter 14 aus Hamburg, werden vom 15. bis zum 18. November in den Messehallen ihre Schätze ausbreiten. Wir wollen die Messe besuchen, mit dem Leiter Oliver Lähndorf und der Managerin Judith Waldmann über Konsum und Qualität sprechen und bei einem Rundgang verschiedene Galerien besuchen. Danach könnt Ihr selbst schauen und shoppen – die Tickets gelten den ganzen Tag!

8. November 2012 (18.30 Uhr - 20.30 Uhr)
Kuratorenführung und Gespräch mit Dr. Brigitte Kölle und Dr. Petra Roettig

Kinder, wie die Zeit vergeht …. Die Galerie der Gegenwart hat schon 15 Jahre auf ihren kubischen Kanten! Das Haus feiert Geburtstag und gewährt einen neuen Einblick in die Sammlung – mit wichtigen Werkkomplexen, Künstlerräumen, Neuerwerbungen und Schenkungen.

Ein solches Haus braucht Freunde. Durch vielfache Unterstützung ist die Sammlung mit den Jahren kontinuierlich gewachsen, und die Galerie der Gegenwart hat uns mit zahlreichen wunderbaren Ausstellungen beschenkt. Und die Freunde haben mit ihrem Protest gegen die temporäre Schließung vor zwei Jahren mit dazu beigetragen, eine kulturpolitische Debatte anzustoßen, die bundesweit Aufmerksamkeit erregt hat.

Brigitte Kölle und Petra Roettig, die das „Haus im Haus“ seit etwas über einem Jahr gemeinsam leiten, werden uns durch die neue Sammlungspräsentation führen und in einem anschließenden Gespräch auf turbulente Zeiten zurückblicken und Perspektiven für die Zukunft eröffnen.

6. November 2012 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)
Atelierbesuch bei Annette Streyl

Ein gedrungener Reichstag, ein schlanker Fernsehturm, eine etwas kubische Galerie der Gegenwart – oder doch lieber das schicke AT&T-Gebäude aus New York? Wenn Annette Streyl ihre Strickmodelle lässig über Leinen geworfen präsentiert, sehen sie aus wie avantgardistische Kleider. Der letzte Schrei aus den Metropolen dieser Welt, für jeden Typ etwas. Doch zieht die Hamburger Künstlerin nicht Menschen an, sondern Gebäuden die repräsentative Haut ab. Annette Streyls Interesse gilt der gebauten Umwelt, die sie in verschiedenen Materialien umkreist. Führt sie in ihren Strickarchitekturen den repräsentativen Ewigkeitsanspruch ad absurdum und ent-hüllt buchstäblich die Strukturen der Macht, widmet sie sich in den „Gargoyles“ und den „Idols“ Architekturfragmenten, die als Teile für das Ganze stehen. Wir wollen die Bildhauerin in ihrem Atelier besuchen und mit ihr über Skulptur und Architektur, Gebautes und Gestricktes sprechen.

4. November 2012 (13.00 Uhr - 14.30 Uhr)

Es war wieder eine Veranstaltung der Superlative: 860.000 Besucher, über 100.000 mehr als bei der letzten documenta. Mit der documenta 13 ist auch das Rauschen im Blätterwald verklungen, der dieses Mal erstaunlich einstimmig war: großartig, einfühlsam, undidaktisch, bewegend lauteten die Urteile, denen kaum jemand zu widersprechen wagte. Das Stimmungsbild wurde zum Qualitätsurteil: Eine documenta, die so viele Menschen anzog, die Brüchigkeit der Welt aufzeigte, Krisengebiete mit einbezog und kreative Quellen jenseits der engen Demarkationslinien der Kunst aufzeigte, konnte einfach nicht schlecht sein. Oder doch?

Die documenta 13 verdient eine Nachlese. Viele von Euch haben sie gesehen, einige davon mit uns. Wir wollen anhand einer kurzen Zusammenfassung in Bildern die Schau summarisch Revue passieren lassen, einen Blick in die Kritiken werfen und uns auch den theoretischen Äußerungen der Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev widmen. Vor allem aber wollen wir ein Streitgespräch führen, untereinander, aber auch mit Euch, denn auch wir, Hajo Schiff und Veronika Schöne, sind uns ganz und gar nicht einig darüber, was wir von dieser Kunstschau halten sollen.

25. Oktober 2012 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

In „La Filature (The shadow)“ von 1981 legt die französische Konzeptkünstlerin Sophie Calle ihre Biographie in fremde Hände, beauftragt über ihre Mutter einen Detektiv, der sie einen Tag lang beschatten soll, lässt diesen aber ihrerseits bei seiner Tätigkeit observieren. Das Ergebnis sind Fotografien als materialisierter Blick des Anderen, der allerdings ohne sein Wissen Teil einer Selbstinszenierung wird, zu der auch die schriftlichen Kommentare der Künstlerin gehören. „La Filature“ ist eine poetische Fadenspinnerei, der Perspektivwechsel mit bitterem Beigeschmack. Denn Sophie Calle, the little sister of Big Brother, stellt die Frage nach Identität und Privatheit, Macht und Kontrolle im öffentlichen Raum. Wir wollen bei unserem Jour Fixe gemeinsam mit Dagmar Lott-Reschke die verschiedenen Fäden entwirren.

20. Oktober 2012 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)

Es ist schon fast ein Klassiker: Im Karoviertel haben sich in den letzten zehn Jahren verschiedene Designer angesiedelt, Labels gegründet und eigene Kreationen und Konzepte jenseits des Mainstreams entwickelt: vom Schanzen-Style bis zum Business-Look, von ungewöhnlichen Unikaten bis zu ganzen Kollektionen, von trendigen Teilen bis hin zu zeitlosen Stücken findet sich hier Tragbares für alle Lebenslagen und -gefühle. Die Markstraße ist mittlerweile zur Modemeile avanciert, die sich immer wieder verändert und weiter entwickelt.

Wir wollen im Karolinenviertel auf Entdeckungstour gehen, durch urbane, coole oder schrille Outfits stöbern, mit den Modesignern anregende Gespräche führen, viel über ihre Ideen und Konzepte erfahren und exklusive Einblicke in ihre Arbeit bekommen. Neben den Kult- Labels Sium und Alpenglühn werden wir das „jüngere“ Hut-Atelier Rotkäppchen mit seiner bunten Auswahl von Kopfbedeckungen besuchen, hinter die wandelbaren Röcke von Marmeladenbrot schauen und vieles mehr...

18. Oktober 2012 - 21. Oktober 2012

„Paris des Ostens“ wird sie genannt: Wie hingegossen liegt Budapest zu beiden Seiten der Donau und bildet eine der wohl schönsten Fluss-Stadt-Landschaften, die es gibt. Jugendstil, Bäderlandschaften und die Kaffeehauskultur aus der Zeit der k. u. k. -Monarchie prägen das Bild der Stadt bis heute. Von unserem Hotel aus, dem 1910 errichteten ehemaligen „Palace“, einem schönen Beispiel des Jugendstilerbes, wollen wir auf unseren Stadtrundgängen Viertel, Plätze, Gebäude, Museen, Boulevards und Cafés erkunden. Neben den herausragenden Sammlungen des Museums der Bildenden Künste (Szépművészeti Múzeum) und dem bedeutenden Museum für angewandte Künste stürzen wir uns natürlich auch ins Getümmel der zeitgenössischen Szene. Wir besuchen das Ludwig Museum, streifen durch Ateliers und Galerien und werden mit Künstlern, Kuratoren, Galeristen und anderen Vertretern wichtiger Kulturinstitutionen über die Kunstmetropole Budapest und die aktuellen Debatten sprechen. Dafür sorgt Monika Wucher, die eine der besten Kennerinnen der ungarischen Szene ist.
ACHTUNG: Anmeldeschluss ist der 12. Juni 2012!

29. September 2012 (15.00 Uhr - 16.00 Uhr)

Seine Skulpturen sehen aus, als hätte jemand die Drechselmaschine falsch eingestellt: Sie erinnern an Wolkenformationen, Baumstrukturen und oft an Personen, doch wirken sie, als seien sie aus ihrer zentralen Achse herausgeschleudert. Geht man um sie herum, kann man in den Formationen zerdehnte Profile erkennen, sieht Schultern und Arme, ja ganze Gestalten in den Skulpturen, die mit anamorphotischen Verzerrungen spielen. Man umkreist die komplex verschraubten Raumkörper, sucht nach der einen Ansicht, von der aus sich alles erschließt – und begreift wie nebenbei die Grundfragen der Bildhauerei: Form und Gestalt, Statik und Dynamik und ihre raumgreifende Allansichtigkeit. Der britische Bildhauer Tony Cragg, 1949 in Liverpool geboren, Träger des Turner-Preises und des Bundesverdienstkreuzes und seit 2009 Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie, zählt zu den weltweit bedeutendsten Bildhauern der Gegenwart. In zahlreichen großen Ausstellungshäusern der Welt mit Einzelausstellungen geehrt – zuletzt 2011 im Louvre – ist „Tony Cragg – „Against the grain” im Ernst Barlach Haus die erste Schau in Hamburg – eine Gelegenheit, die Ihr Euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet!

27. September 2012 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Ein Mädchen mit Springseil in menschenleerer Strasse, bedroht von verzerrten Schatten scharfgeschnittener Gebäude. Kein Mensch, kein Baum, kein Strauch. Nur eine Uhr und am Horizont ein Schiff unter vollen Segeln. Oscar DominguezRätselbild „Geheimnis und Melancholie einer Straße“ (1941-45) passt nicht nur wegen des Mädchens hervorragend in die Ausstellung „Alice im Wunderland der Kunst“, sondern auch aufgrund seiner Stimmung. Gehörten doch die Surrealisten, zu denen der spanische Künstler zählt, zu den ersten, die „Alice im Wunderland“ als ihr legitimes Erbe reklamierten. Das Alogische, Abgründige, Subversive des Textes, das Aufheben der Alltagserfahrungen bestätigte sie in ihrer Weltwahrnehmung – „Alice“ war für sie eine Vorwegnahme ihrer eigenen Ästhetik. Ausgehend von dem Bild Dominguez’ wollen wir uns gemeinsam mit Gabriele Himmelmann nicht nur dem Surrealismus, sondern auch der Ausstellung zum Abschluss noch einmal nähern. Außerdem birgt das Bild ein kleines kunsthistorisches Geheimnis, das wir bei dieser Gelegenheit lüften werden.

20. September 2012 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)

Wer kennt sie nicht, die Geschichte der kleinen „Alice im Wunderland“, einem Land voller Paradoxa und Absurditäten, in dem Raum und Zeit und die logische Ordnung aus den Fugen geraten sind? Kein Wunder, dass sich besonders die Surrealisten wie Max Ernst, René Magritte und Salvador Dalí von der Geschichte Lewis Carrolls angezogen fühlten. Aber auch schon die englischen Präraffaeliten wie auch die späteren Pop- und Konzeptkünstler der 1960er und 1970er Jahre bis hin zu Zeitgenossen wie Anna Gaskell, Kiki Smith und Pipilotti Rist fühlten sich durch „Alice“ in ihrer Suche nach dem Phantastischen und A-Logischen bestärkt. Mit „Alice im Wunderland der Kunst“ wird der Geschichte und den mannigfachen künstlerischen Reaktionen, die sie entfachte, nun erstmals eine umfangreiche Ausstellung gewidmet. Etwa 200 Werke aus 150 Jahren Kunstgeschichte verwandeln das Museum selbst in ein anregendes Wunderland. Annabelle Görgen-Lammers wird uns die faszinierende Rezeptionsgeschichte von „Alice“ nahe bringen.

15. September 2012 (12.00 Uhr - 13.00 Uhr)
John Cage zum 100. Geburtstag

„Man kann nicht nicht hören“. Das ist so schlicht wie wahr. Deshalb widmete sich der amerikanische Künstler, Musiker und Komponist John Cage auch allen Geräuschen mit der gleichen Aufmerksamkeit und verwendete sie für seine Kompositionen: Musik und Alltagsgeräusche, Klang und sogar Stille. Mit dieser fast philosophischen Haltung gehört Cage neben Marcel Duchamp, mit dem er eng befreundet war, zu den großen Erneuerern der Künste in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Cage öffnete die Grenzen des Werkes, befreite die Komposition aus den Taktstrichen und dehnte sie in der Zeit. Er verstand alles, was man wahrnehmen kann, als gleichwertig, und riss damit dauerhaft die Barrieren zwischen Kunst und Alltag ein. Fluxus und Happening, die Öffnung der bildenden Kunst zu Improvisation und Performance sind ohne Cage nicht denkbar. Er hat nicht nur den Werkbegriff entgrenzt, sondern unsere Wahrnehmung behutsam auf die Schönheit scheinbarer Nebensächlichkeiten gelenkt.

Anlässlich seines 100. Geburtstages zeigt die Hamburger Kunsthalle nun seine Werke. Sie besitzt eine kleine, ausgesuchte Sammlung – Grafiken, Objekte und Audioarbeiten –, die nun erstmals in dieser Form zusammen präsentiert wird. Luisa Fink wird uns durch die von ihr kuratierte Ausstellung führen und uns die Denkwelten dieses Jahrhundertkünstlers näher bringen.
 

12. September 2012 (18.00 Uhr - 20.30 Uhr)
Führung und Künstlergespräche zu der temporären Installation vor der Galerie der Gegenwart

„On“ meets „Off“: Zum 15. Geburtstag der Galerie der Gegenwart hat der „White Cube“ des Ungers-Baus Besuch bekommen. Die Hamburger Künstlergruppe BALTIC RAW hat auf dem Plateau zwischen Galerie der Gegenwart und Altbau eine temporäre Installation aus architektonischen Modulen gezimmert, die ein „Open Museum“ beherbergt. Es öffnet sich nach außen und überschreitet Grenzen: Nicht nur die zwischen bildender Kunst, Musik, Film und Literatur, sondern auch die zwischen „On“ und „Off“, zwischen musealer Hochkunst und vermeintlicher Off-Kultur, und fragt damit nach der Aktualität des Museumsbegriffs.

Bis zum 30. September finden hier Künstlerinstallationen und Konzerte, Vorträge, Projektionen und Performances statt. Der Platz wird damit zu einem Ort der Begegnung mit verschiedensten Formen künstlerischer und kultureller Produktionen. Die Initiatoren des Projekts Berndt Jasper und Móka Farkas haben u. a. den Kunstverein St. Pauli eingeladen, ihre Arbeit vorzustellen, und Verena Issel, ein Kunstprojekt zu realisieren. Wir wollen die unterschiedlichen Aktionen anschauen, mit den anwesenden Künstlern sprechen und die Initiatoren nach ihren Erfahrungen mit der Wirksamkeit und Resonanz ihrer Interventionen fragen. Mit dabei sind u.a. die Initiatoren des Projekts Berndt Jasper und Móka Farkas, Axel Loytved vom Kunstverein St. Pauli und Verena Issel.

9. September 2012 (12.00 Uhr - 13.00 Uhr)
Künstlergespräch in der Ausstellung „Lost Places“

Modellräume, gebaut nach Fotografien oder Fotografien von kleinen Modellräumen: Alexandra Ranner lotet die Differenz zwischen Realität und Fiktion aus. Sie nimmt das Realitätsversprechen der Fotografie automatisch glauben schenken, beim Wort, aber sie stört es nachhaltig. Denn in ihren Fotos stimmt etwas nicht. Sie zeigen Interieurs von Bungalows und gemütliche Couchecken vor penthouseartigen Fensterfronten. Doch sind sie halb im Boden versunken, lösen sich im Flokati auf, als sei ein apokalyptischer Fallout niedergerieselt und habe alles eigentümlich erstickt. In ihrer Installation „Schlafzimmer II/08“ treibt sie das Spiel mit Realität und Fiktion, mit Wahrnehmung und Für-wahr-nehmen, mit Blick und Bild auf die Spitze. Wir wollen mit der in Berlin lebenden Künstlerin ihre Arbeiten in der Ausstellung „Lost Places. Orte der Photographie“ erkunden und mit ihr über ihr Werk und seine durchaus verstörende Wirkung sprechen.

1. September 2012 - 2. September 2012

Welch ein Glück: In dem mittlerweile weltumspannenden Netz des globalisierten Ausstellungsbetriebes findet die wichtigste Schau (fast) vor unserer Haustür statt: die Kasseler documenta. Unter dem Motto „Zusammenbruch und Wiederaufbau“ stellt die Leiterin der documenta 13, Carolyn Christov-Bakargiev das „traumatisierte Kunstwerk“ ins Zentrum ihrer Schau. Auch wünscht sie sich die Kunst als einen „Raum der Freiheit“, der es dem Betrachter ermöglichen soll, sein bisheriges Wissen und sein Verhältnis zur Welt noch einmal grundlegend in Frage zu stellen. Und das gelingt ihr - tatsächlich. Die Schau lohnt sich allemal! Sachkundige Spezialisten vor Ort werden uns unter der Leitung von Veronika Schöne und Hajo Schiff durch die verschiedenen Ausstellungsorte führen, und gemeinsam wollen wir sowohl die einzelnen Werke als auch das kuratorische Konzept ausführlich erörtern.
ACHTUNG: Anmeldeschluss ist der 25. Juni 2012!

1. September 2012 (12.30 Uhr - 14.00 Uhr)

Was sind Orte? Von Mauern umgrenzte Räume? Von Zäunen abgesteckte Territorien? Räume überlagern sich, sind unscharf geworden. Wir bewegen uns in realen, virtuellen, medialen Räumen, häufig in mehreren zugleich. Wie sehr die Kunst um die verlorene Selbstverständlichkeit im Umgang mit Orten kreist, zeigt die Ausstellung „Lost Places. Orte der Photographie“ in der Galerie der Gegenwart. Ausgehend von der berühmten Düsseldorfer Fotoschule um Bernd und Hilla Becher geht sie in rund 20 verschiedenen künstlerischen Positionen einmal den realen und einmal den wahrgenommenen Räumen nach. Neben bekannten Namen – Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff und Candida Höfer – präsentiert die Schau vor allem Werke jüngerer Künstler, die sich dem Phänomen dokumentarisch nähern oder die Arten und Weisen reflektieren, wie Räume physisch, medial oder virtuell wahrgenommen werden. Petra Roettig wird uns durch die von ihr kuratierte Ausstellung führen und dafür sorgen, dass wir nicht den Boden unter den Füßen verlieren!

30. August 2012 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

So perfekt, so vielfältig, so bunt wurde Abfall selten gesehen: ein wogendes Meer an Weggeworfenem, an Überflüssigem, Schmutzigem, Kaputtem. Und doch entfaltet das Foto von einer mexikanischen Mülldeponie eine geradezu barocke Schönheit. Das spannungsreiche Spiel zwischen dem Gesamteindruck und dem Detailreichtum ist typisch für viele Aufnahmen des Düsseldorfer Fotografen Andreas Gursky (*1955). Als einer der wichtigsten Vertreter der so genannten Becher-Schule zählt er zu den bekanntesten und zugleich erfolgreichsten zeitgenössischen Fotografen weltweit. Anlässlich der Ausstellung „Lost Places – Orte der Photographie“ werden zahlreiche Arbeiten aus dem Umfeld der Becher-Schule gezeigt. Gurskys Arbeiten von „Nicht-Räumen“ oder „Orten des Übergangs“ wollen wir uns daher gemeinsam mit unserem Fotografie-Spezialisten Ulrich Rüter genauer ansehen.

25. August 2012 - 26. August 2012

Welch ein Glück: In dem mittlerweile weltumspannenden Netz des globalisierten Ausstellungsbetriebes findet die wichtigste Schau (fast) vor unserer Haustür statt: die Kasseler documenta. Unter dem Motto „Zusammenbruch und Wiederaufbau“ stellt die Leiterin der documenta 13, Carolyn Christov-Bakargiev das „traumatisierte Kunstwerk“ ins Zentrum ihrer Schau. Auch wünscht sie sich die Kunst als einen „Raum der Freiheit“, der es dem Betrachter ermöglichen soll, sein bisheriges Wissen und sein Verhältnis zur Welt noch einmal grundlegend in Frage zu stellen. Und das gelingt ihr - tatsächlich. Die Schau lohnt sich allemal! Sachkundige Spezialisten vor Ort werden uns unter der Leitung von Veronika Schöne und Hajo Schiff durch die verschiedenen Ausstellungsorte führen, und gemeinsam wollen wir sowohl die einzelnen Werke als auch das kuratorische Konzept ausführlich erörtern.
ACHTUNG: Anmeldeschluss ist der 18. Juni 2012!

4. August 2012 (15.00 Uhr - 16.30 Uhr)
Künstlergespräch anlässlich der Verleihung des Edwin-Scharff-Preises 2011

Fotografien nehmen wir buchstäblich für wahr – und besonders Zeitungsfotos sprechen wir automatisch eine Bedeutung zu. Doch das, was Peter Piller sammelt, sind keine Stars und Sternchen, keine Celebrities und Sensationen, die für sich sprechen, sondern Banalitäten des Alltags. Piller tastet die Ränder der Bedeutung ab, die sich in der Provinz besonders deutlich zeigen. Tausende Fotos aus Lokalzeitungen, einem Luftbildarchiv und einem Schadensarchiv einer Versicherung hat der Hamburger Künstler gesammelt und mit geradezu buchhalterischer Genauigkeit in typologische Gruppen aufgeteilt. In der Reihe „Bauerwartungsflächen“ etwa stehen Menschen vor leeren Flächen, auf die sie gestenreich weisen – obwohl dort nichts zu sehen ist.  Absurde Bilder, Tatorte ohne Taten, Ereignisorte ohne Ereignisse, gleichermaßen beklemmend wie komisch – und geradezu entlarvend „deutsch“. Anlässlich der Verleihung des Edwin-Scharff-Preises 2011 zeigt die Sammlung Falckenberg eine Werkauswahl, die Peter Piller uns persönlich in einem Gespräch vorstellen wird.

7. Juli 2012 (14.30 Uhr - 18.30 Uhr)
Künstlergespräch auf Schloss Agathenburg

Teppichmuster und Tapetenblumen können einen bekanntlich zum Wahnsinn treiben. Der unendliche Rapport, die sich wiederholende Struktur bieten eine Orientierung und bringen einen gleichzeitig zur Verzweiflung. Denn diese Ordnung führt nirgendwo hin. Zurück zum Anfang, lautet die Devise – immer wieder aufs Neue. Moritz Altmann und Anna Lena Grau schaffen für ihre Ausstellung piano nobile im Schloss Agathenburg einen riesigen Teppich, der sich über mehrere Räume erstreckt. Das auf- und abbrandende, an barocke Ornamentik erinnernde Muster schlägt buchstäblich Wellen und bäumt sich zu einem phantastischen Phantom auf. Im Ornament steckt das Monster, das schon Rorschach für seine Psycho-Tests entdeckt hatte.

Dieses Unheimliche im Heimeligen des häuslichen Interieurs, dem sie sich von unterschiedlichen Standpunkten nähern,  zieht sich durch die gesamte Ausstellung der beiden Künstler. Wir wollen vor der Vernissage das idyllisch am Elbtal gelegene Schloss besuchen und mit den beiden Künstlern über ihre Arbeiten und ihre unterschiedlichen Ansätze sprechen. Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen – und wer mag, bleibt noch zur Vernissage am Abend.

 

 

28. Juni 2012 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Sie tun fast körperlich weh, die zerschrundenen und zerkratzten Bilder von Alfred Otto Wolfgang Schulze. Zusammen mit Jean Dubuffet und Jean Fautrier gehörte der in Frankreich lebende Deutsche mit dem Künstlernamen Wols zu den Begründern des Informel. Spuren der Selbsteinschreibung, individuelle Handschrift und eine bis dahin nicht gekannte Eigenständigkeit der Malmaterie zeichnen diese unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg entstandene Strömung aus, die wie ein unmittelbares Echo auf die Erfahrungen des Krieges wirkt. Wols im Jahre 1947 geschaffene „Komposition“ gehört zu den eindrücklichsten Werken des Informel. Wir wollen sie an unserem letzten Jour Fixe vor der Sommerpause eingehend unter die Lupe nehmen.

24. Juni 2012 (16.00 Uhr - 17.30 Uhr)
Ein erster Rundgang

Das Geheimnis ist gelüftet, die Rätsel sind gelöst: Die 13. documenta hat am letzten Samstag ihre Pforten geöffnet und die Kritik ist begeistert – zu Recht. Es ist eine locker gesponnene, angenehm unverkrampfte documenta, die sich nicht um das Politische bemüht, es aber doch zeigt. Und dabei dennoch die Werke atmen lässt und ihnen Raum zur Entfaltung gibt. Vom Zentrum, dem „Brain“ im Fridericianum, spinnt die Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev lose Fäden, die sich wie ein lockeres Netz über die Stadt legen. Ort- und Grenzüberschreitend verbindet sie Kunst mit anderen Wissengebieten, ohne dass, und das ist das Kunststück, sie dabei die Kunst aus den Augen verliert. Veronika Schöne und Hajo Schiff waren exklusiv für Euch vor Ort und stellen Euch in einem ersten Rundgang die documenta vor.

23. Juni 2012 (14.00 Uhr - 15.30 Uhr)
Von Stieglitz bis Man Ray

Himmelstürmende Skylines, rasanter Wandel und pulsierendes Leben: Kaum eine andere Stadt hat Fotografen so sehr angeregt wie New York. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trafen hier zwei gleichermaßen zukunftsweisende Entwicklungen aufeinander: New York als Metropole der Moderne schlechthin und die Fotografie als ihr kongeniales neues Medium. Die Präsentation im Bucerius Kunst Forum zeigt rund 40 Vertreter der „New York Photography 1890-1950“, angefangen bei Alfred Stieglitz, der als einer der ersten fotografische Arbeiten gemeinsam mit moderner Malerei ausstellte und Fotografen wie Paul Strand oder Walker Evans den Weg bereitete. Dem Piktorialismus mit seiner impressionistischen Bildauffassung folgten die beiden Hauptrichtungen der amerikanischen Fotografie bis 1950: „Street Photography“ und fotografische Abstraktion. So porträtierten beispielsweise Berenice Abbott, Lewis Hine und Weegee das Leben der Menschen in New York; Man Ray, der als Maler begonnen hatte, fand dagegen in der Fotografie sein bevorzugtes experimentelles Medium.

14. Juni 2012 - 17. Juni 2012

Fast die Hälfte aller westlichen Kunstschätze befindet sich in Italien und davon wiederum die Hälfte in Rom. Das schöne ist: Man kann hier einmal durch die gesamte Kunstgeschichte spazieren gehen. Von der Antike über das frühe Christentum durch die Renaissance bis zum Barock stehen Baudenkmäler, Statuen und wunderbare Malereien einfach so im Stadtraum herum oder hängen in den geradezu aberwitzig vielen Kirchen. Michelangelo, Bernini und Caravaggio werden unsere ständigen Begleiter sein. Und natürlich besuchen wir auch Roms Versuche, in der Gegenwart anzukommen: das von Zaha Hadid erbaute spektakuläre MAXXI und das MACRO. Vom guten Essen, schönen Weinen und abendlichem Flanieren ganz zu schweigen. Also: vier wunderbare Tage voller Kunst, Kultur und Kulinarik!

10. Juni 2012 (13.00 Uhr - 14.30 Uhr)
Sammlungspräsentation zum Abschied von Dr. Ulrich Luckhardt

Die Fünfziger. Das sind Wirtschaftswunder und Wiederaufbau, Petticoats und Pomade, Wespentaillen und Nierentische. Ein bisschen eng und muffig – der Geruch der jungen Bundesrepublik eben. In den Fünfzigern fanden aber auch radikale Umwälzungen und einschneidende Neuorientierungen statt. Wie vielfältig die Ansätze sind, zeigt die hochkarätige Sammlung der „Kunst der 50er Jahre“ in der Hamburger Kunsthalle, die der damalige Direktor Alfred Hentzen zusammengetragen hat. Neben der französischen „Ecole de Paris“ (Jean Bazaine, Alfred Manessier, Serge Poliakoff und Hans Hartung) und den deutschen Abstrakten Willi Baumeister, Ernst Wilhelm Nay und Fritz Winter sind auch die „existenzialistischen“ Künstler Jean Dubuffet und Wols, Germaine Richier und Alberto Giacometti vertreten sowie Henri Moore, David Hockney und Francis Bacon. Mit der wunderbaren Präsentation verabschiedet sich Dr. Ulrich Luckhardt als langjähriger Kurator an der Hamburger Kunsthalle. Dagmar Lott-Reschke, langjährige Mitarbeiterin und Kennerin der 50er Jahre, wird uns durch die Sammlungspräsentation führe, und Ulrich Luckhardt erzählt von seiner Zeit an der Hamburger Kunsthalle.

9. Juni 2012 (10.00 Uhr - 14.00 Uhr)
Entdeckungen entlang des Elbwanderwegs

An der „Himmelsleiter“ in Övelgönne treffen sie sich: die reiche Reederstochter (von oben) und der arme Bootsjunge (von unten) in einer Geschichte des Hamburger Dichters Hans Leip. Die Himmelsleiter heißt nicht nur so, weil sie so steil ist, sondern sie führt auch geradewegs zu den himmlischen Villen und Parks entlang der Elbchaussee hinauf, die wir bei unserer letzten Elbtour mit Katrin Schmersahl besucht haben. Vom unten verlaufenden Elbwanderweg sieht es etwas anders aus. Hier erstrecken sich nicht nur die ausgedehnten Parkanlagen der Elbvillen, sondern auch der Hafen mit seinen röhrenden Industrieanlagen und die pittoreske Fischersiedlung Övelgönne. Hier begegnen sich Industrie und Lebensart, gibt es Spuren von Dichtern und Kuriosa der Geschichte zu entdecken. Unsere Radtour setzt unsere wunderbare Entdeckungsreise vom letzten Jahr fort.

2. Juni 2012 (12.00 Uhr - 13.30 Uhr)

Vielfalt in der Fotografie: Was junge deutsche Nachwuchsfotografen so treiben, zeigt wieder der diesjährige Wettbewerb „gute aussichten 2011/2012“. Unter 95 eingereichten Arbeiten hat die Jury sieben Preisträger/innen ausgewählt.

Der „European Photo Exhibition Award“ – kurz epea – will zum innereuropäischen Dialog anregen und verschiedene Sichtweisen europäischer Nachwuchsfotografen auf gesellschaftlich relevante Themen präsentieren. Und eines der wichtigsten ist sicherlich die Frage nach der Identität, mit der sich zwölf junge Fotografen in ihren Foto-Essays beschäftigen.

Wir wollen uns beide Ausstellungen gemeinsam mit Ulrich Rüter anschauen und über die verschiedenen Ansätze und Sichtweisen in der neueren Fotografie sprechen.

31. Mai 2012 (19.45 Uhr - 22.30 Uhr)

Schon zum zweiten Mal präsentiert das Internationale Kurzfilmfestival Hamburg Videokunst vom Feinsten – und auch dieses Mal sind die Freunde der Kunsthalle herzlich eingeladen. Diesmal kommt David Gryn, Kurator für die „Art Basel Miami Beach“. Unter dem schönen Titel „Untied Tastes of America“ stellt er persönlich eine Auswahl aktueller US-Videokunst vor, ergänzt und kommentiert von europäischen Arbeiten, die den wechselseitigen Einfluss dokumentieren. Gezeigt werden Arbeiten von: Yael Bartana, Slater Bradley, Meredith Danluck, Kota Ezawa, Jesper Just, Ryan McGinley, Ryan McNamara, Takeshi Murata, Rashaad Newsome, Martha Rosler, Mungo Thompson und Dara Friedman.

15. Mai 2012 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)

Sie sehen ein bisschen aus wie seinem berühmten Filmklassiker „Paris, Texas“ (1984) entsprungen. Karge Einöden, verlassene Orte und verlorene Gegenden, die jeweils einen eigenen Film im Kopf des Betrachters auslösen. In seinen großformatigen Fotografien hält der Regisseur und Künstler Wim Wenders Orte fest, „die entweder sonderbar ruhig oder auf eine ruhige Art sonderbar sind.“

Wenders möchte sie dem Vergessen entreißen und vor dem Verschwinden bewahren, indem er die ihnen eingeschriebenen Geschichten freisetzt. In allen möglichen Winkeln dieser Welt stößt der rastlos Reisende auf diese „Orte, seltsam und still“, die ihn magisch anziehen. Rund 60 dieser Fotografien zeigt nun die Sammlung Falckenberg, die meisten davon sind zum ersten Mal in Deutschland zu sehen.

Miriam Schoofs, seit 2011 Kuratorin der Sammlung Falckenberg, wird uns durch die Ausstellung führen.

12. Mai 2012 (11.00 Uhr - 12.30 Uhr)

Es ist eine wirklich spektakuläre Aktion: Der britische Künstler Anthony Gormley hat in die nördliche Deichtorhalle ein gigantisches schwarzes, schwebendes Plateau eingezogen. Wie ein riesiger fliegender Teppich hängt das „Horizon Field Hamburg“ von Drahtseilen herab. Und tatsächlich fühlt man sich eigentümlich leicht, wenn man das „Horizon Field“ in siebeneinhalb Metern Höhe betritt. Der Körper wird merkwürdig ortlos auf der spiegelnden schwarzen Fläche, als würde man in tiefe, dunkle Gewässer abtauchen.

Der vielfach preisgekrönte Künstler (geb. 1950) beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit dem Verhältnis  des menschlichen Körpers zum Raum. In seinem eigens für die große Deichtorhalle entwickelten Hamburger Projekt konfrontiert er den Betrachter nun ganz unmittelbar mit einer Selbstwahrnehmung, die alle Sinne anspricht: Er erblickt nicht nur das eigene Bild im schwarzen Spiegel der glänzenden Fläche, sondern fühlt auch die leisen Vibrationen, die von den anderen Besuchern ausgelöst werden.

Goesta Diercks, Kurator am Kunsthaus und freier Mitarbeiter der Deichtorhallen, wird in das bildhauerische Werk von Antony Gormley einführen und uns seine Hamburger Arbeit näher bringen.

8. Mai 2012 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)
Ateliergespräch mit Tarje Eikanger Gullaksen

Wer hat es nicht schon Mal erlebt, dass man etwas so lange anstarrt, bis man es als fremd erlebt und jeden Sinn für seine Funktion verliert. Es ist ein bisschen so wie mit Worten, die man zu oft hintereinander ausspricht und die man deshalb kaum noch versteht. Tarje Eikanger Gullaksen (geb. 1973 in Norwegen) interessiert sich für Situationen, in denen Dinge ihre gewohnten Funktionen verlieren und auf andere Bedeutungszusammenhänge verweisen. Das hat nicht nur etwas mit Vertrautheit und Entfremdung zu tun, sondern auch mit dem Funktionieren eines Codes, eines Repräsentationsmodells, einer Verständigungs- und Orientierungsmöglichkeit. Gerade anhand dieser Nahtstellen, Übergänge, Sprünge und Übersetzungsmechanismen kann er Sensibilitäten freilegen, die unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit um neue Qualitäten erweitert. Wir wollen mit dem aktuellen Stipendiaten der Philipp Otto Runge Stiftung über seine Arbeiten, seine aktuellen Projekte und die literarischen und philosophischen Wurzeln sprechen, die sein vielfältiges Werk hat.

4. Mai 2012 - 6. Mai 2012

Unterschiedlicher könnte das Programm kaum sein bei unserem diesjährigen Berlinbesuch: Auf der einen Seite die berückend schöne Richter-Retrospektive im größten Glasschrein der Nation, der Neuen Nationalgalerie, und auf der anderen Seite die Berlin Biennale, die in ihrer siebten Auflage ziemlich politisch zu werden verspricht. Neben der Berlin Biennale und der Richter-Retrospektive, durch die uns die Projektleiterin Jutta Weber exklusiv führen wird, wollen wir weitere Ausstellungen und Galerien besuchen. In der Berlinischen Galerie wird uns der Direktor Thomas Köhler die erste deutsche Werkschau des international gefeierten Fotografen Boris Mikhailov zeigen, in der Deutschen Guggenheim werden wir die Ausstellung von Roman Ondák besuchen und zwischendurch durch die Galerien bummeln, die Mitte verlassen und sich in der Potsdamer Strasse und am Schöneberger Ufer angesiedelt und dadurch wieder ein neues Galerienviertel begründet haben. Zum krönenden Abschluss wird uns Wulf Herzogenrath durch die von ihm kuratierte John Cage-Ausstellung in der Akademie der Künste führen.
ACHTUNG: Anmeldeschluss ist der 10. April 2012!

28. April 2012 (16.00 Uhr - 17.30 Uhr)

Neo Rauchs somnambule Gestalten irren durch Bildräume, die merkwürdig ortlos wirken. Der neben Gerhard Richter wohl bekannteste deutsche Maler verbindet sozialistische Bildwelten mit den Sprachen des Surrealismus und des Comics. Doch wirkt die Idee des ‚Neuen Menschen’, die der Sozialismus mit seiner realistischen Bildsprache so emphatisch gefeiert hat, in Rauchs postsozialistischer Verarbeitung kraftlos, ja geradezu wie betäubt. Nicht erst der Sozialismus hat ein heldenhaftes Menschenbild propagiert. Schon die Lebensreformbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat die Utopie des ‚Neuen Menschen’ beschworen, die sich wie ein roter Faden durch das letzte Jahrhundert zieht. Die Ausstellung „Müde Helden: Ferdinand Hodler – Aleksandr Dejneka – Neo Rauch“ widmet sich der hochaktuellen Frage nach dem Stellenwert von Utopien in unserer Gesellschaft.

Markus Bertsch, der die Schau gemeinsam mit Hubertus Gaßner und Daniel Koep kuratiert hat, wird das Konzept der Ausstellung ebenso wie die gezeigten Werke ausführlich vorstellen.

26. April 2012 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Seine Figuren scheinen sich aufzulösen in dünne Rauchsäulen. Schmale Schattenbilder ihrer selbst, sind die Figuren Alberto Giacomettis mit ihren großen Füßen fest im Boden verwurzelt, aus dem sie wie Stelen aufragen. Giacometti geht es darum, die Darstellbarkeit der menschlichen Figur skeptisch zu befragen und radikal zu erneuern – sowohl in der Skulptur wie auch in der Malerei, die er als gleichwertiges Medium neben die Bildhauerei gestellt hat. Der Raum ist dabei keine absolute Größe, sondern wird auch umgekehrt von der Erscheinungsform der Figur definiert. Gabriele Himmelmann wird uns beim nächsten Jour Fixe Giacomettis ungewöhnliche Sicht auf die menschliche Figur anhand zweier Werke, der „Stehenden“ (1948/49) und des Gemäldes „Annette im Atelier“ (1961), darlegen.

24. April 2012 (19:00 Uhr - 22:30 Uhr)
Zu Besuch bei den Thalia Freunden

Shakespeare im Schnelldurchlauf: Auf knappe zwei Stunden hat der Regisseur Luk Perceval Shakespeares „Macbeth“ eingedampft und die Handlung ganz auf die psychologische Innenwelt des machthungrigen Paares konzentriert. Abseits lärmender Schlachten und blutiger Morde lokalisiert Shakespeare-Spezialist Perceval die Keimzelle des Konflikts in einem düsteren Beziehungsdrama. Percevals beklemmende Auslotung der Leere wird konterkariert durch unzählige auf dem Boden liegende Soldatenstiefel als stumme Kriegszeugen sowie aufgetürmte und von der Decke abgehängte Tische, die Bühnenbildnerin Annette Kurz als fragile Skulptur in den Raum stellt. Die Freunde der Kunsthalle sind von den Thalia Freunden eingeladen, die Aufführung zu stark ermäßigten Preisen zu besuchen. Zum Auftakt wird die Dramaturgin Susanne Meister eine exklusive Einführung in das Stück geben, und im Anschluss an die Vorstellung wollen wir mit der Bühnenbildnerin Annette Kurz über die Bildwelten der Inszenierung und die Grenzverläufe zwischen Bildender Kunst und Theater sprechen. Anmeldung bis zum 12. April 2012.

21. April 2012 (14.30 Uhr - 18.30 Uhr)
Ein Stadtrundgang auf den Spuren der Geschichte

In der Schanze ist es sichtbar: die Umnutzung alter Industriehöfe, die gerade das Flair des jungen Viertels ausmachen – und ein großes Thema der umstrittenen Stadtentwicklung ist. Doch wer von Euch hätte gewusst, dass es auch in Winterhude und dem südlichen Barmbek viel zu entdecken gibt? Anne Mahn, die uns im letzten Jahr schon so kurzweilig durch die Schanze geführt hat, geht mit uns dieses Mal durch das Viertel auf der anderen Alsterseite. Ausgehend von einer ehemaligen Gummischuh-Fabrik und mit dem Blick auf Arbeiterwohnungen ebenso wie auf die großbürgerlichen Alstervillen wollen wir uns das Viertel erwandern und dabei anhand von historischen Bildern nachvollziehen, was sich verändert hat.

12. April 2012 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Eine riesige Spinne thront auf dem Plateau der Galerie der Gegenwart – ein Markenzeichen von Louise Bourgeois. Die 2010 im Alter von 98 Jahren in New York verstorbene Künstlerin durchlebte ein bewegtes Jahrhundert und prägte ihrerseits eine ganze Künstlergeneration. Vor allem mit dem Surrealismus im Gepäck, entwickelte sie eine ganz eigene Formsprache und besetzte Themen, die wegweisend wurden für viele jüngere Künstler. Paraphrasen des menschlichen Körpers in ihren Skulpturen, Gleichnisse menschlichen Gefangenseins in ihren „Cells“, private Sprachen in subkutanen Skripturen und fragilen Texturen umkreisen die conditione humaine. Anlässlich ihres 100. Geburtstages zeigt die Hamburger Kunsthalle nun Arbeiten aus den letzten 15 Lebensjahren der Künstlerin, darunter einige Werke, die zum ersten Mal überhaupt öffentlich zu sehen sind. Die Kuratorin Brigitte Kölle wird uns durch die Ausstellung führen.

12. April 2012 (19:00 Uhr - 20:00 Uhr)

Malerei, Collage, Holzschnitte und Keramiken – die Gebrüder Gert & Uwe Tobias bedienen sämtliche traditionelle Gattungen der Kunst. Und nicht nur das: Ihre Arbeiten sind auch bunt, verspielt und ornamental verschnörkelt. Und doch erobern sie mit ihren fast anachronistisch anmutenden Arbeiten stetig die Kunstwelt und sind momentan mit einer großen Ausstellung im Hamburger Kunstverein zu sehen. Sinnliche Stillleben und irritierende Ornamentik verschlingen sich zu überbordenden Tableaus, die suggestive Schönheit entfalten. Doch unter der Oberfläche nistet die Nacht. Die transsylvanischen Zwillinge spielen mit den Klischees ihrer Heimat und verbinden brave Volkskunst mit morbiden Traumvisionen.

29. März 2012 (19:00 Uhr - 20:30 Uhr)

Der „Neue Mensch" kann als zentrales Hoffnungsziel der Moderne gelten. Nackt, ohne jede Erinnerung an die Zivilisation und über die banale Alltagswirklichkeit erhaben steht er bei Ferdinand Hodler der Unendlichkeit des Kosmos gegenüber – gleichzeitig wirkt er jedoch isoliert, einsam und unsicher. Im Rückblick stellt sich das 20. Jahrhundert als eine Zeit proklamierter und gescheiterter Utopien dar. Hodler – Dejneka – Rauch: Im Werk dieser drei Künstler wird die Geschichte der Utopie im 20. Jahrhundert wie in einem Brennspiegel gebündelt. Der Vortrag zeichnet die einzelnen Stationen dieser Geschichte nach, befragt die von den drei Künstlern repräsentierten Modelle auf ihre Zeitzeugenschaft und historische Bedingtheit, stellt aber zugleich auch die Frage nach dem Stellenwert von Utopien und alternativen Lebensentwürfen in unserer Gegenwart.

22. März 2012 (18.00 Uhr - 21.00 Uhr)

Sie ist wirklich eine Jahrhundertkünstlerin – im wahrsten Sinne des Wortes: Louise Bourgeois, 2010 im Alter von 98 Jahren verstorben, durchlebte ein bewegtes Jahrhundert und prägte ihrerseits eine ganze Künstlergeneration. Ihr Lebensweg wie ihre künstlerische Entwicklung umspannen mehrere Epochen. Angefangen von den Surrealisten, die die junge Künstlerin in ihrer Geburtsstadt Paris prägten, erlebte sie in New York, wohin sie 1938 emigrierte, die ungeheuer dichte Atmosphäre der europäischen Exilanten und den Aufbruch der Abstrakten Expressionisten. Bourgeois nahm die Strömungen der Minimal- und der Pop Art wahr, schloss sich jedoch nie einer der Gruppen an. War Bourgeois wirklich so unbeeindruckt von dem, was um sie herum geschah? Entstanden ihre Arbeiten tatsächlich – wie sie immer wieder suggerierte – ausschließlich aus dem Fundus der Erinnerung oder gibt es andere thematische und stilistische Einflüsse? Wir wollen gemeinsam mit der Kuratorin Brigitte Kölle diesen Fragen nachgehen und nach einer ausführlichen Besprechung der Werke in der Ausstellung im Seminarraum Bourgeois‘ Œuvre im künstlerischen und gesellschaftlichen Kontext ihrer Zeit verorten.

20. März 2012 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Schlanke, weiße, rechteckige Objekte, die horizontal an der Wand hängen: Jürgen Albrechts Arbeiten wirken wie eine Reminiszenz an die Minimal Art der sechziger Jahre. Wie diese thematisieren sie durch einen minimalen Eingriff den Umraum, schaffen subtile Bezüge zur Architektur und zum Betrachter. Etwas unterhalb der Augenhöhe angebracht, sind sie weder wirklich Objekt noch wirklich Bild: Die langgestreckten Kuben ragen in den Raum hinein und thematisieren gleichzeitig die Wand. Erst der Blick hinein offenbart ein Innenleben geschachtelter Raumfluchten, das wie eine Guckkastenbühne wirkt. Doch statt dass sich hier Dramen oder Komödien abspielen, ist das Stück, das hier aufgeführt wird, eine reine Inszenierung des Lichts. Wir wollen mit Jürgen Albrecht in seinem Atelier über Licht und Raum, das Imaginäre und das Reale sprechen.
 

15. März 2012 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Neo Rauchs somnambule Gestalten irren durch Bildräume, die merkwürdig ortlos wirken. Der neben Gerhard Richter wohl bekannteste deutsche Maler verbindet sozialistische Bildwelten mit den Sprachen des Surrealismus und des Comics. Doch wirkt die Idee des ‚Neuen Menschen’, die der Sozialismus mit seiner realistischen Bildsprache so emphatisch gefeiert hat, in Rauchs postsozialistischer Verarbeitung kraftlos, ja, geradezu wie betäubt. Nicht erst der Sozialismus hat ein heldenhaftes Menschenbild propagiert. Schon die Lebensreformbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat die Utopie des ‚Neuen Menschen’ beschworen, die sich wie ein roter Faden durch das letzte Jahrhundert zieht. Die Ausstellung „Müde Helden: Ferdinand Hodler – Aleksandr Dejneka – Neo Rauch“ widmet sich der hochaktuellen Frage nach dem Stellenwert von Utopien in unserer Gesellschaft.

Daniel Koep, der die Schau gemeinsam mit Hubertus Gaßner und Markus Bertsch kuratiert hat, wird das Konzept der Ausstellung ebenso wie die gezeigten Werke ausführlich vorstellen.

24. Februar 2012 (18.00 Uhr - 20.00 Uhr)

Es ist alles wie jedes Jahr bei der Diplomausstellung an der HFBK. Nur der Name hat sich geändert: Sie heißt jetzt Absolventenausstellung. Und davon gibt es mehr: In diesem Jahr zeigen 60 statt 40 Absolventen ihre Arbeiten. Mehr gibt es auch vom Geld: Der Karl H. Ditze Preis für die beste Abschlussarbeit ist in diesem Jahr mit 10.000 Euro dotiert (statt mit 7.500). Ein weitere gute Nachricht vermelden die Filmer, die sehr erfolgreich sind und lauter Preise einheimsen. Deshalb wird es im Hörsaal Raum 229 auch ein umfangreiches Filmprogramm geben, was Cineasten nicht verpassen sollten. Wir besuchen die Ausstellung mit Swaantje Burow, die uns wieder kenntnisreich die verschiedenen Positionen vorstellen und uns mit dem einen oder anderen Künstler bekannt machen wird.

23. Februar 2012 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Fast wie ein süßer Abschiedsgruß wirkt der Bonbonhaufen am Ende der aktuellen Sammlungspräsentation „minimal and beyond“. Und auch der Vorhang, der ein Fenster der Galerie der Gegenwart verschleiert, scheint funktional motiviert. Doch sind die beiden Arbeiten des kubanischen Künstlers Felix Gonzalez-Torres alles andere als populäre Mitmach-Kunst. Seine reduzierten Arbeiten, die Vorhänge, die wie nebenbei aufgeschütteten Bonbonhaufen oder aufgeschichteten Posterstapel, sind von der Konzeptkunst und der Minimal Art der 60er Jahre beeinflusst. Sie verbinden persönliche Erinnerungen und gesellschaftspolitisches Engagement und thematisieren die Grenze von Öffentlich und Privat mit der Frage, wann Privates auch politisch wird. Dem wollen wir in unserem nächsten Jour Fixe mit Marion Koch nachgehen. 

11. Februar 2012 (13.00 Uhr - 14.30 Uhr)

Saul Leiter (geb. 1923) fotografiert nicht, er malt. Oder besser: Er malt mit der Kamera. Sein Pinsel ist die Linse. Die Farben sind so satt, die Atmosphären so dicht und die Kompositionen so komplex – man glaubt es kaum, dass die Wirklichkeit hier Modell gestanden hat. Leiter war tatsächlich Maler und betrieb die Fotografie zunächst nur kommerziell. Neben seinen Modefotografien entwickelte er einen freien Umgang mit dem Medium, der vor allem von der Farbe geprägt war. Schon Ende der 1940er Jahre nutzte er sie für seine künstlerischen Aufnahmen – weit vor der so genannten „New Color Photography" der 70er Jahre. Die weltweit erste große Retrospektive im Haus der Photographie der Deichtorhallen zeigt die gesamte Breite seines Schaffens. Ulrich Rüter, der auch am Katalog mitgearbeitet hat, wird uns diesen unentdeckten modernen Meister der Farbfotografie näher bringen.

7. Februar 2012 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Eine Prachtbühne hat Hamburg 2005 mit dem neugestalteten Jungfernstieg bekommen, ein großes Freilufttheater, dessen Spielstätte nicht auf dem Land, sondern zu Wasser liegt. Eine riesige Freitreppe schließt die Binnenalster wieder an die Straße an, große Stufen laden zum Sitzen ein und lenken den Blick auf den Wasserplatz inmitten der Metropole. Der verantwortliche Architekt, André Poitiers (mit WES Landschaftsplaner), widmet sich inzwischen einem zweiten Brennpunkt der Stadt: der neuen Mitte Altona. Poitiers ist in der Stadtplanung angekommen. Der gelernte Tischler, Bootsbauer und Architekt, der sich mit avantgardistischer Theorie einen Namen gemacht und experimentelle Entwürfe erdacht hat, weiß den genius loci mit gestalterischer Kühnheit, Form mit Funktion zu verbinden. Wir wollen mit dem umtriebigen Architekten über Experiment und Erfolg, Design und Architektur sprechen.
 

28. Januar 2012 - 25. Februar 2012 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)
Documenta und Biennalen – Zur Geschichte der Großausstellungen

Weltweit finden immer mehr Großausstellungen statt. Neben der 1955 gegründeten Kasseler documenta und der „Mutter“ aller Biennalen, der 1895 gegründeten Biennale von Venedig, gibt es weltweit mittlerweile Dutzende von Biennalen, von Triennalen ganz zu schweigen.

Im „Superjahr“ 2007 fielen die im 5-jährigen Turnus stattfindende documenta, die Venedig-Biennale und die nur alle 10 Jahre durchgeführten Skulpturprojekte Münster gar zusammen. Doch auch im documenta-Jahr 2012 gibt es wieder weitere Großprojekte.

Die zwangsläufig konkurrierenden Großausstellungen diktieren einen immer straffer werdenden Zeitplan. Und immer mehr davon erwarten Aufmerksamkeit. Anlässlich der documenta 13 wollen wir diesem Phänomen auf den Grund gehen und die Geschichte dieser für die Verbreitung moderner Kunst so bedeutsamen Ausstellung im Kontext weiterer Großausstellungen betrachten. 

26. Januar 2012 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Dass die Gallionsfigur der Hamburger Kunsthalle eigentlich eine Prostituierte ist, erschließt sich dem an St. Pauli gewöhnten Betrachter kaum noch. Allzu adrett steht die berühmte „Nana“ von Edouard Manet vor dem Spiegel und allzu nett ist ihr liebreizendes Lächeln, mit dem sie den Betrachter anblickt. Ein züchtiger Unterrock, ein keusches Korsett betonen zwar die Formen der im Profil stehenden Figur, doch bietet noch nicht einmal ein Dekolleté einen tiefen Einblick. Warum das Bild dennoch im Salon von 1877 abgelehnt wurde und einen regelrechten Skandal ausgelöst hat, was hier eigentlich dargestellt ist und woran Manet subtil Kritik geübt hat, wollen wir in unserem nächsten Jour Fixe mit Gaby Himmelmann erkunden – und dabei endlich einmal eines der wichtigsten Werke der Hamburger Kunsthalle kennen lernen!

19. Januar 2012 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)
Kuratorenführung durch die Sammlungspräsentation

What you see is what you see – nicht mehr und nicht weniger. Die tautologische Feststellung war das Motto der Minimal Art, die in den sechziger Jahren an die Stelle von Illusionismus, Symbolik und Expressivität Industriematerialien, Serialität und elementare Formen setzte. Dabei definieren die eckigen Wandkästen von Donald Judd, die Bodenarbeiten Carl Andres und die Leuchtstoffobjekte Dan Flavins auch den umgebenden Raum. Der Betrachter muss um sie herumgehen, über sie laufen und entwickelt zwangsläufig einen subtilen körperlichen Bezug zu diesen Objekten.

Etliche Künstler haben seither nicht nur die Formensprache des Minimalismus aufgegriffen, sondern mit ihr auch die besondere Betrachteransprache. Politische, soziale und kulturelle Fragen rücken nun, neben formalen und ästhetischen Aspekten, verstärkt ins Blickfeld und fordern eine andere, kritischere Form des Involviertseins des Betrachters heraus.

Wir wollen mit der Kuratorin Brigitte Kölle den Wirkungen und Wandlungen minimalistischer Ästhetik und ihres durchaus kritischen Potentials nachgehen.

10. Januar 2012 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)

Von den Stipendiatenausstellungen im Kunsthaus ist die Bewerberausstellung für das Hamburg-Stipendium 2012 eigentlich immer die spannendere. Die Auswahl ist größer, und man kann selbst ein bisschen Jury spielen. Mit ihr wollen wir auch dieses Mal das neue Jahr beginnen, das nicht nur den Künstlern womöglich ein Stipendium bringt, sondern der Stadt gleich ein ganz neues Auswahlverfahren und neue Bewerbungskriterien beschert. Die Jury wurde nicht nur von 7 auf 5 Mitglieder eingedampft, sondern die Jurys der ersten und der zweiten Auswahlrunde wurden auch personell vollkommen getrennt. Und außerdem, das ist für die Künstler am wichtigsten, darf man sich nur noch drei Mal bewerben. Viel Neues also, nicht nur zu sehen, sondern auch zu besprechen, bei einer Ausstellung, die immer wieder einen guten Überblick über die aktuelle Kunstproduktion in der Hansestadt bietet.

1. Dezember 2011 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Max Liebermann (1847–1935) ist ein Liebling, ein Klassiker der impressionistischen Malerei deutscher Spielart. Berühmt für seine Gartenbilder, Freizeitvergnügen und Strandszenen, steht er für eine bürgerliche Kunstkultur, die zwischen genauer Beobachtung und leichter Anmut die Waage hält. Doch mit dem, was wir gemeinhin unter Modernität verstehen, der grundstürzenden Umwertung überkommener Werte, bringt man ihn nicht so leicht in Verbindung. Dabei hat Liebermann nicht nur den in seiner Zeit radikal neuen Impressionismus rezipiert, sondern war auch von der Freilichtmalerei der damals tonangebenden Schule von Barbizon fasziniert, die das Malen in der Natur dem im Atelier geschönten Bild vorzog. Die aktuelle Retrospektive  Liebermanns in der Hamburger Kunsthalle würdigt ihn nun erstmals als einen „Wegbereiter der Moderne“. Markus Bertsch, der die Ausstellung gemeinsam mit Dr. Jenns Howoldt kuratiert hat, wird uns durch die Ausstellung führen.

26. November 2011 (15.30 Uhr - 19.00 Uhr)
Feinkunst Krüger, Niklas Schechinger, Dorothea Schlüter, Angela Holzhauer

Neue Räume für feine Kunst: Nach 13 Jahren ist Feinkunst Krüger umgezogen und eröffnet seine neuen Räume mit einer von Till Gerhardt kuratierten Gruppenausstellung „Dreamcatcher“. Niklas Schechinger zeigt auf St. Pauli Hank Schmidt in der Beek. Trickfilme von den Peanuts malt der Münchner Maler ab und kommt wegen der Geschwindigkeit und den Schnitten zu verzappelten neo-futuristischen Porträts von Charlie Brown und Co.. Um die Ecke ist bei Dorothea Schlüter die erst kürzlich verstorbene Hamburger Künstlerin Annette Wehrmann zu sehen, die mit ihrer starken singulären Position zwischen Skulptur und Intervention eine wichtige Stimme in der Hamburger Szene mit überregionaler Strahlkraft war. Zum Abschluss geht es zu Angela Holzhauer, die mit Anja Billing und Friedemann Grieshaber zwei Positionen zeigt , die die klassischen Gattungen von Malerei und Skulptur neu überdenken. Wir werden mit den Galeristen über die Ausstellungen und ihre Arbeit sprechen und den Abend bei einem Glas Wein gemütlich ausklingen lassen.

24. November 2011 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)
Arbeiten in Weiß von Geert Goiris, Piero Manzoni und Robert Ryman

„Whiteout“ – das ist eine Erfahrung von Ort- und Dimensionslosigkeit, die einen im ewigen Eis überkommen kann. Dort, wo die diffuse Strahlung des Lichts im weißen Schnee so stark ist, dass man keine Grenzen mehr sieht, geht das Gefühl für Dimensionen und Distanzen völlig verloren, was der belgische Künstler und Bâloise-Preisträger Geert Goiris fotografisch festgehalten hat. Wir wollen im nächsten Jour Fixe diese Arbeit zum Ausgangspunkt nehmen, um in der aktuellen Sammlungspräsentation „Weiß und andere Farben“ dem Phänomen des Weiß in der Kunst nachzugehen. Denn wo sich bei Goiris der Realraum in einem weißen Rauschen förmlich aufzulösen scheint und ortlos wird, wirken Robert Rymans und Piero Manzonis weiße Bilder wie eine tabula rasa, eine Auslöschung des Bildes als Bild. Beides, das weiße Rauschen und die tabula rasa, sind jedoch mehr als nur Auflösungs- und Auslöschungsphänomene: Sie sind gleichzeitig Sinnbilder des Anfangs, einer Leere, die potentiell alle möglichen Bilder enthält, und berühren damit den Kern künstlerischer Schöpferkraft und die Frage nach der Bildproduktion.

15. November 2011 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

„Atlas“, das ist jener griechische Gott, der das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern trägt. Der Begriff „Atlas“ steht aber auch für die Visualisierung von Wissen, sei es in Form geographischer Karten oder anderer Bildarchive, die eine Fülle von Themen und Zusammenhängen veranschaulichen und buchstäblich versuchen, die Welt zu schultern. Die Ausstellung„Atlas. How to Carry the World on One’s Back?” in der Sammlung Falckenberg geht künstlerischen Visualisierungsformen nach, die besonders in der modernen und zeitgenössischen Kunst das traditionelle Tafelbild abgelöst haben. Was früher nur als Vorlage diente, hat längst Eingang in die Kunst gefunden: Bildmontagen und -collagen, Bildersammlungen und -reihungen legen nicht nur die Inspirationsquellen offen, sondern veranschaulichen auch die künstlerischen Anschauungsformen und Arbeitsweisen.

5. November 2011 (12.30 Uhr - 14.00 Uhr)

Wunder sind out – scheinbar. Wir sind rational, aufgeklärt, empirisch. Die Basis der Welterfassung ist naturwissenschaftlich, unsere Mittel sind technisch. Wo haben Wunder da noch ihren Raum? Und doch gibt es immer wieder das Unerklärliche: die unfassbare Heilung, das unglaubliche Naturschauspiel, der wundersame Fremde, die plötzliche technische Erfindung und natürlich auch die künstlerische Inspiration. Die Ausstellung „Wunder. Kunst, Wissenschaft und Religion vom 4. Jahrhundert bis zur Gegenwart“ geht den Grenzen abendländischer Rationalität nach – an ihren Rändern, in ihrem Innern und in ihrer Geschichte. Werke der Gegenwartskunst umkreisend, beschäftigt sich die interdisziplinäre Ausstellung mit dem, was in unserer Welt aus dem Rahmen fällt. 

27. Oktober 2011 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Marc Chagall – das sind blütenleichte Gestalten, die traumverloren über Häusern fliegen und im pudrigen Dunst farbiger Atmosphären schweben in einer Mischung aus Melancholie und Märchen. Chagalls Bild „Die Seinebrücken“ von 1954 ist eine persönliche Hommage an Paris. Auch ihn hat die Stadt bezaubert, war für viele Jahre seine zweite Heimat, vor allem aber war sie Inspiration und Wegweiser seiner künstlerischen Entwicklung. Wir wollen bei unserem Jour Fixe gemeinsam mit Dagmar Lott-Reschke Chagalls Erinnerung an Paris entdecken, die voller Gefühl und Magie steckt und uns dennoch so viel Spannendes über die Kunstgeschichte seiner Zeit enthüllt.

23. Oktober 2011 (13.00 Uhr - 14.00 Uhr)
Gespräch mit dem Künstler

Schwarz wird weiß, weiß wird schwarz: In den Graphitzeichnungen des Berliner Künstlers Marc Brandenburg erscheint die Welt nach dem Vorbild des Foto-Negativs in ihr Gegenteil verkehrt. Flüchtige Bilder eines subversiven Berliner Nachtlebens, Porträts von Freunden, aber auch triviale Alltagsgegenstände wirken auf diese Weise wie eingefroren, gleichermaßen hyperrealistisch präzisiert und gespensterhaft verfremdet – ein Effekt, den Brandenburg noch verstärkt, indem er seine Motive manchmal bis zur Abstraktion verzerrt. Zum Abschluss seiner Ausstellung im Saal der Meisterzeichnung wird Marc Brandenburg im Gespräch mit Petra Roettig die Freunde Advanced exklusiv durch seine Ausstellung führen.

 

22. Oktober 2011 (15.00 Uhr - 18.30 Uhr)
Rundgang zu Geschichte und Architektur

Erst zwei Jahre sind seit unserem letzten Rundgang vergangen – und schon steht der nächste Bauabschnitt der rapide wachsenden HafenCity. Europa größtes innerstädtisches Bauprojekt nimmt langsam aber sich Form an. Und wir wollen uns wieder aufmachen, um Anspruch und Wirklichkeit miteinander zu vergleichen. Denn die HafenCity bietet die einmalige Chance, ein Modell für die Entwicklung der europäischen Stadt des 21. Jahrhunderts zu schaffen. Ein Stück gebaute Vision einer alten Hafenstadt kann hier entstehen – oder dem bürokratischen Pragmatismus zum Opfer fallen. Unter diesem Aspekt wollen wir uns wieder gemeinsam mit Rainer Scholbe die neuen Bauabschnitte Quartier Brooktorkai / Ericusspitze, den Sandtorpark und das Überseequartier mit Gebäuden u.a. des dänischen Stararchitekten Henning Larsen, und des Pritzker-Preisträgers Richard Meier anschauen.

16. Oktober 2011 (13.00 Uhr - 17.00 Uhr)
Ein Stadtrundgang auf den Spuren der Geschichte

Wasserturm, Rote Flora, ritualisierte Randale – wenn es kracht, dann meistens in der Schanze. In kaum einem anderen Viertel hat sich die gentrification so deutlich und so heftig gezeigt wie hier. Das war schon immer so – zumindest ein bisschen, wie wir auf unserem Rundgang entdecken werden. Wir werden in dem Viertel rund um das Schulterblatt Fabrikhöfe besuchen, die, teilweise heute umgenutzt, das besondere Flair der Schanze ausmachen. Dabei geht es nicht nur um die Geschichte der Gebäude, sondern auch um die Menschen, die zum Amusement in die Schilleroper oder zum Konzert mit Kaffeeklatsch in das 1886 eröffnete „Gesellschafts- und Concerthaus Flora“, die heutige „Rote Flora“, gingen.

13. Oktober 2011 (19.00 Uhr - 20.00 Uhr)

Manchmal fragt man sich, was mit den Menschen im Museum passiert. Mit denen, die keine Spezialisten sind, keine Kuratoren, Kunsthistoriker oder Kunstpädagogen. Sondern mit denen, die auf die Werke aufpassen, sie auspacken, aufhängen, sie verwalten und verwahren. Werden sie auch zu Liebhabern und leidenschaftlichen Streitern für die Kunst? An der Kunsthalle gab es von 1914 bis 1952 einen Hausmeister, der eine große Liebe zur Kunst und eine große Nähe zu den Künstlern entwickelt und eine stolze Sammlung zusammengetragen hat. Über 500 Werke hat Wilhelm Werner im Laufe seiner fast 40-jährigen Dienstzeit gesammelt – und dabei auch Zivilcourage bewiesen, als er im Sommer 1937 die Werke der jüdischen Künstlerin Anita Rée vor der Beschlagnahmung durch die Nationalsozialisten rettete. Wir wollen uns die ungewöhnliche Sammlung, die bislang noch nie öffentlich zu sehen war, gemeinsam mit Dagmar Lott-Reschke anschauen.

29. September 2011 - 8. Oktober 2011

Passend zur Ausstellung zeigt das Filmfest Hamburg (29.9. - 8.10.) in diesem Jahr neun französische Filmklassiker von 1938 bis 2007, darunter „Hotel du Nord“ von Marcel Carné, „French Can Can“ von Jean Renoir, „Fahrstuhl zum Schafott“ und „Zazie dans le métro“ von Louis Malle, „Das Leben ist ein Chanson“ von Alain Resnais und „Chanson der Liebe“ von Christophe Honoré. Neben dem diesjährigen Schwerpunkt „Macht: Politische Dramen und Revolutionen“ gibt es in der Reihe „Nordlichter“ ein weiteres Highlight für Kunstliebhaber: Der Hamburger Experimentalfilmer Klaus Wyborny zeigt seinen neuen Film „Studien zum Untergang des Abendlandes“. Und wie jedes Jahr bekommen die Freunde der Kunsthalle die Karten während des gesamten Festivals zum ermäßigten Preis von 6 Euro.

28. September 2011 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)
Velada de Santa Lucía auf der Biennale von Venedig

Ein Festival auf dem Festival: Clemencia Labin hat „ihre“ Velada de Santa Lucía per Videodokumentation auf die Biennale von Venedig gebracht, wo sie in diesem Jahr zusammen mit zwei anderen Künstlern ihre Heimat Venezuela vertritt. Die Velada ist ein Kunstfestival, das die in Hamburg lebende Künstlerin vor elf Jahren in ihrer Geburtsstadt Maracaibo ins Leben gerufen hat. Inzwischen sind über 300 Künstler und rund 40 Familien dabei, das Festival jedes Jahr mit zahlreichen Helfern auf die Beine zu stellen. Wir wollen mit Clemencia Labin in ihrem Hamburger Atelier über Engagement und Enthusiasmus, Venedig und Venezuela und die Kunst in den Zeiten von Chávez sprechen – und natürlich auch ihre eigenen Arbeiten kennen lernen, die in Venedig nur am Rande zu sehen sind.

22. September 2011 (18.00 Uhr - 20.00 Uhr)
Zwei neue Sammlungspräsentationen in der Galerie der Gegenwart

Weiß ist die Farbe der Unschuld, der Reinheit, des Lichts, die alle anderen Farben in sich begreift. Die neue Sammlungspräsentation „Weiß und andere Farben“ in der Galerie der Gegenwart geht den möglichen Schattierungen, farbigen Nuancen und lichtbedingten Veränderungen nach und zeigt die Farbe Weiß als schier unerschöpfliches Reservoir in der Befragung grundlegender Parameter in der Kunst. Als weiteren Sammlungsschwerpunkt präsentiert die Galerie der Gegenwart  „Archive und Geschichte(n)“ – mit zwei Neuerwerbungen von Marcel van Eeden und Simon Fujiwara. Wir wollen beide Ausstellungen gemeinsam mit Petra Roettig und Brigitte Kölle anschauen, die seit Mai 2011 Sabrina van der Ley vertritt und die wir bei dieser Gelegenheit auch einmal persönlich kennen lernen wollen.

17. September 2011 (15.30 Uhr - 17.00 Uhr)
Paris im Fotobuch 1890 bis heute

Es sind nicht nur die turtelnden Pärchen in den Tulerien, die Maler am Montmartre, die Bouquinistes am Pont Neuf und – natürlich – immer wieder der Eiffelturm, die Generationen von Fotografen nach Paris gezogen haben. Beginnend mit Eugène Atget präsentiert die Ausstellung „Eyes on Paris“ die wichtigsten Fotobücher mit Paris-Bezug und stellt sie in einen Dialog mit ausgesuchten Vintage Prints. Inhaltlich spannt sich der Bogen von Ansichten des alten Paris um 1890 über die „Photographie humaniste“ der 1950er Jahre bis hin zur Gegenwart mit Namen wie Andreas Gursky oder William Eggleston. Wir wollen gemeinsam mit Uli Rüter eine fotografische Zeitreise nach Paris unternehmen.

10. September 2011 (14.30 Uhr - 16.00 Uhr)
William Turner und die Landschaft um 1800

Wild geht es zu in den Bildern von William Turner. Patschnasse Luft, tosende Stürme und eine regelrecht aufgeschäumte Landschaft. Nicht Baum, Fluss, Himmel sind dargestellt, sondern Feuer, Wasser, Erde, Luft. Ein wahres Schöpfungschaos inszenierte der englische Maler – nur mit dem Mittel der Farbe, die er in ihrer Eigenständigkeit behandelte, ihre Fließeigenschaften und Pastosität nutzte und damit zu einem der wichtigsten Vorläufer der Moderne wurde. Schon die Zeitgenossen rühmten Turner als „Maler der Elemente“, dessen Werke, wie es hieß, zum „ersten Chaos der Welt zurückgehen“ würden. Gotlind Birkle, Kunsthistorikerin und ausgewiesene Spezialistin für die Landschaftsmalerei an der Schwelle zur Moderne, wird uns durch die Ausstellung führen. 

12. Juli 2011 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)
Atelierbesuch bei Oliver Ross

Organische Formen breiten sich in wilden psychedelischen Farbräuschen aus, dringen aus dem Bild in den Raum und nehmen von ihm Besitz. Oliver Ross wirbelt nicht nur die Raumgrenzen durcheinander, sondern übersetzt auch intellektuelles Begreifen in körperlich-sinnliches Erfassen. Er verbindet hochgradig artifizielle Neonfarben mit natürlichen Nahrungsmitteln wie Kaffee, Fruchtsaft oder Marmelade. Holz, Plexiglas, Plastikfolien, Platinen und LED-Leuchten stoßen auf Wurstscheiben, Schokoküsse und Toastbrot. Amorphe Strukturen rufen einerseits Comicsprache und Graffiti, andererseits aber auch biologische Bilder, Gehirnwindungen, molekulare Konstellationen und physiologische Kreisläufe auf. Wir wollen den Künstler in seinem Gastatelier am Jungfernstieg besuchen, in dem er Dank des Hans-Günther-Baas-Atelierstipendiums für die nächsten zwei Jahre arbeiten wird.

9. Juli 2011 (12.00 Uhr - 13.30 Uhr)
Führung mit Goesta Diercks

Paul McCarthys „Skunks“ sind einander im fröhlichen Gespräch zugeneigt. So wie die „Zwei Sammler – Thomas Olbricht und Harald Falckenberg“, deren Sammlungen der Direktor der Deichtorhallen Dirk Luckow nun ausstellt – und dazu das Bild der beiden lebensgroßen Plüschtiere wie ein freches Doppelporträt plakatiert. Olbricht und Falckenberg – das sind zwei der bedeutendsten Sammlungen in Deutschland, die hier in einen konstruktiven Dialog treten. Zu sehen sind hochkarätige Werke von über 100 internationalen Künstlern wie Richard Artschwager, Maurizio Cattelan, Mark Dion, Damien Hirst, Mike Kelley, Martin Kippenberger, Takashi Murakami, Richard Prince und Gerhard Richter.

30. Juni 2011 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Kisch, der „rasende Reporter“. Ein Mythos, ein Revolutionär, einer, der immer ganz nah dran war an der Realität. Eigentlich ein Wunder, dass Christian Schads Porträt des berühmtesten Reporters aller Zeiten überhaupt scharf ist, so schnell, wie der unterwegs war... Und nicht nur das: Wüssten wir nicht, dass es sich um Egon Erwin Kisch handelt, könnten wir es ihm kaum ansehen. Keine Kamera, kein gezückter Notizblock, oder was man sich sonst noch an Insignien für den rasenden Reporter vorstellen könnte. Den Maler und den Reporter, beide Chronisten ihrer Zeit, verband der Drang nach objektiver Zeugenschaft und messerscharfer Darstellung des Menschlichen. Welche scheinbar so sachliche Wahrheit sich in diesem Spiel von Blick und Gegenblick zwischen Maler und Reporter enthüllt, wollen wir mit Dagmar Lott-Reschke in unserem Jour Fixe erkunden. 

29. Juni 2011 - 3. Juli 2011

Alle zwei Jahre pilgert die Kunstwelt nach Venedig – und wir folgen diesem Strom immer wieder gerne. Die Biennale in Venedig gilt bis heute als die Mutter aller Biennalen, ein absolutes Muss für jeden Kunstfreund! Die 54. Biennale steht unter dem Motto ILLUMInations und wird von Bice Curiger geleitet. Wie in zahlreichen anderen zeitgenössischen Ausstellungen der letzten Zeit sucht sich auch Curiger mit dem venezianischen Maler Tintoretto einen Paten in der Kunstgeschichte, der „eine prominente Rolle spielen wird“.

25. Juni 2011 (12.00 Uhr - 13.30 Uhr)
Führung mit Goesta Diercks

Paul McCarthys „Skunks“ sind einander im fröhlichen Gespräch zugeneigt. So wie die „Zwei Sammler – Thomas Olbricht und Harald Falckenberg“, deren Sammlungen der Direktor der Deichtorhallen Dirk Luckow nun ausstellt – und dazu das Bild der beiden lebensgroßen Plüschtiere wie ein freches Doppelporträt plakatiert. Olbricht und Falckenberg – das sind zwei der bedeutendsten Sammlungen in Deutschland, die hier in einen konstruktiven Dialog treten. Zu sehen sind hochkarätige Werke von über 100 internationalen Künstlern wie Richard Artschwager, Maurizio Cattelan, Mark Dion, Damien Hirst, Mike Kelley, Martin Kippenberger, Takashi Murakami, Richard Prince und Gerhard Richter.

24. Juni 2011 (18.00 Uhr - 19.30 Uhr)

Die 54. Biennale steht unter dem Motto „ILLUMInations“ und wird von Bice Curiger geleitet. Sabrina van der Ley berichtet uns von ihren ersten Eindrücken, die sie bei der Eröffnung am 4. Juni gesammelt hat. Ihr Vortrag wird einen ersten Überblick über die Kunstschau vermitteln und nicht zuletzt denjenigen zur Orientierung dienen, die später, ob mit uns oder privat, nach Venedig reisen.

18. Juni 2011 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)
Landschaftsgärten entlang der Elbchaussee

Es grünt so grün… Die Bäume haben kräftig ausgeschlagen und Hamburg hat sich wieder in jenes Kleid gehüllt, das es zu einer der grünsten Städte Europas macht. Dazu tragen auch die vielen Parks mit prächtigen Landhäusern entlang der Elbchaussee bei, die sich vermögende Familien anlegen ließen – ein regelrechtes „Who’s Who“ noch heute bekannter hanseatischer Kaufmannsdynastien. Diese vielen grünen Oasen laden nicht nur zum Flanieren, Verweilen und Faulenzen ein, sondern sind voll mit Geschichte und Geschichten. Nicht nur die Anlagen selbst sind interessant, sondern auch ihre Nutzung und ihre Besitzer. Auf unserer Radtour wird uns Katrin Schmersahl, promovierte Historikern und leidenschaftliche „Elbläuferin“, die interessante Geschichte und vielen Geschichten der Elbparks zwischen Altona und Blankenese erzählen.

10. Juni 2011 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)
ein deutsch-israelisches Künstlerprojekt im Gängeviertel

Das „Ende der Geschichte“ – das war mal Anfang der Neunziger eine ziemlich steile These des amerikanischen Politikwissenschaftlers Francis Fukuyama, die auch die Feuilletons beschäftigt hat. Seitdem ist viel passiert. Die von Fukuyama formulierte These, dass mit dem Zusammenbruch des Ostblocks auch die ideologischen Konflikte ein Ende finden würden, wurde spätestens mit dem 11. September 2001 obsolet. So haben sich auch in den letzten Jahren die künstlerischen Versuche, ein unüberblickbar gewordenes Weltgefüge mit den unterschiedlichsten Mitteln zu entwirren, deutlich gehäuft. Der israelische Kurator Avi Lubin hat unter dem Titel „The End of History“ sechs deutsche und sechs israelische Künstler eingeladen, sich mit den Themen Zeit, Zeitwahrnehmung und Geschichtsschreibung zu befassen. Wir wollen gemeinsam mit Avi Lubin die Ausstellung besuchen und mit ihm und einigen Künstlern, u. a.  Noa Giniger, Dagmar Rauwald, Nir Alon, Alona Rodeh und Tomer Sapir, über die Arbeiten sprechen.

8. Juni 2011 (19.45 Uhr - 22.00 Uhr)
Videoscreening mit dem Sammler

Videokabinen sind mühsam. Sie stören nicht nur die Ausstellungsarchitektur, sondern auch den Besucher, der in den besonders im Sommer oft stickigen schwarzen Schachteln kaum atmen mag. Der Videosammler Manuel de Santaren tauscht deshalb die kleinen Kabinen gegen den großen Kinosaal: Am Mittwoch, den 8.6. wird er im Rahmen des Internationalen KurzFilmFestivals ab 19.45 Uhr im Zeise Kino rund zwei Stunden lang Videoarbeiten aus seiner Sammlung persönlich vorstellen. Die Freunde der Kunsthalle Advanced sind dazu herzlich eingeladen. Gegen Vorlage des Mitgliedsausweises könnt Ihr Euch ab Montag, den 23. Mai jeweils eine Freikarte direkt an der Kinokasse des Zeise abholen oder sie telefonisch reservieren.

4. Juni 2011 (13.00 Uhr - 14.00 Uhr)

Die „Pathosformel“ ist bereits fast ein geflügeltes Wort: Der berühmte Kunstwissenschaftler Aby Warburg (1866–1929) hat mit ihr 1905 expressive Darstellungsmuster zur Wiedergabe menschlicher Leidenschaften bezeichnet. Bis heute prägt Warburgs bahnbrechende Forschung nicht nur die Kunstgeschichte, sondern auch zahlreiche zeitgenössische Künstler und Kuratoren – wie etwa Roger M. Buergel, der auf der letzten documenta die Formenwanderungen zum kuratorischen Credo gemacht hat. Die Anfänge dieser enormen Wirkungsgeschichte liegen in Hamburg: Hier hat der junge Bankierssohn auf einem Lehrerkongress 1905 erstmals seine These vorgestellt – und dazu aus den Beständen der Hamburger Kunsthalle eine kleine Ausstellung zusammengetragen, die Marcus Hurttig rekonstruiert und ergänzt hat.

28. Mai 2011 - 25. Juni 2011 (14:00 Uhr - 16:30 Uhr)

Kaum eine Gattung zeigt so gut die Auseinandersetzung mit dem inneren und äußeren Bild des Menschen wie das Porträt. Gerade im 20. Jahrhundert zeugt das fotografische Porträt von den widersprüchlichen Menschenbildern: einerseits von der Auflösung des traditionellen Subjektbegriffes im Massenhaften und andererseits dem Ringen um Individualität. Zur „5. Triennale der Photographie“ zeigt die Hamburger Kunsthalle Roni Horns Auseinandersetzung mit der Frage nach der Identität und das Museum für Kunst und Gewerbe „Portraits in Serie. Fotografien eines Jahrhunderts“ mit hochkarätigen Arbeiten. Nach einer grundsätzlichen Einführung in das Thema wird das Seminar in den verschiedenen Ausstellungen fortgesetzt werden.

26. Mai 2011 (19.30 Uhr)

Gelbe, rote und blaue Punkte anstelle der Köpfe, schräge Formate und merkwürdige Ausschnitte: Die Fotoarbeiten des amerikanischen Künstlers John Baldessari (geb. 1931) erzählen Geschichten, deren Protagonisten unkenntlich und deren Inhalte rätselhaft sind. Baldessari gehört zu den wichtigsten Konzeptkünstlern und hat mit seiner Arbeit eine ganze Generation von Künstlern geprägt. Stars wie Louise Lawler, Cindy Sherman, Robert Longo und Richard Prince sind ohne Baldessaris Bilduntersuchungen nicht zu denken. Uli Rüter wird uns seine komplexen Strategien am Beispiel von „The Fallen Easel“ (1988) erklären.

22. Mai 2011 (12:30 Uhr - 14:00 Uhr)

Unscharf – das steht einerseits für Bewegung, Dynamik, Geschwindigkeit, die die Kamera nur mühsam einfangen kann. Andererseits aber taucht die Erinnerung das Erlebte in Unschärfe, das wie ein Weichzeichner die Bilder umflort und verklärt. Auch die populären Bildwelten wie beispielsweise der Werbung machen sich diesen eigentümlichen Doppelcharakter von Vergegenwärtigung und Verklärung zunutze. Zum Abschluss der Ausstellung „Unscharf. Nach Gerhard Richter“ haben wir einen Theoretiker und einen Praktiker eingeladen, in einem einleitenden Vortrag und einem anschließenden Künstlergespräch gemeinsam Rückschau zu halten: Wolfgang Ullrich, der sich in seiner „Geschichte der Unschärfe“ (2002) als erster ausführlich mit dem Thema beschäftigt hat, und Wolfgang Ellenrieder, der in der Ausstellung mit mehreren großformatigen Werken vertreten ist.

21. Mai 2011 (14.00 Uhr - 16.00 Uhr)
Ein kulturhistorischer Rundgang

Wo norddeutsches Tiefland und neapolitanische Hügel sich die Hand reichen. Wo die Eiszeit ein hohes Ufer im italienischen Stil zusammenschob. Wo bei Hamburg die rote Sonne in der Elbe versinkt…. dort liegt Blankenese. Ein Spaziergang durch Blankenese, das Treppenviertel, das sich wie eine Muschel an den Hang schmiegt, abwärts durch den verschwiegenen Baurs Park, vom Strand aufwärts zum romantischen Römischen Garten – das ist die beste Gelegenheit, endlich den Frühling zu begrüßen! Mit der bekannten Hamburger Autorin und ausgewiesenen Blankenese-Kennerin Anna Brenken spazieren wir auf den Spuren der Literatur-, Kunst- und Architekturgeschichte durch den Stadtteil im Hamburger Westen und erkunden die verwunschenen Winkel.

12. Mai 2011 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Das Porträtfoto dient als soziologische Studie von Gesellschaftsschichten bei August Sander, aber auch im klassischen Sinne der Repräsentation. Gerade in der zeitgenössischen Kunst dient es – etwa bei Jürgen Klauke und Cindy Sherman – der Versuchsanordnung theatralischer Posen und – wie bei Thomas Ruff oder auch Andy Warhol – dem Umkreisen grundlegender menschlicher Erfahrungen in einer komplexen und widersprüchlichen Realität. Porträts in Serie. Fotografien eines Jahrhunderts im Museum für Kunst und Gewerbe bietet einen grandiosen Überblick über die Entwicklung des Porträts im 20. Jahrhundert und vermittelt einen Einblick in die zentrale Rolle, die das Porträt in der längst gattungsüberschreitenden modernen Kunst spielt.

11. Mai 2011 - 15. Mai 2011
Kunst, Kultur und Design am kulturellen Knotenpunkt Nordosteuropas

Junges Leben in mittelalterlichen Mauern – das pittoreske Tallinn ist nicht erst als aktuelle Kulturhauptstadt Europas 2011 in aller Munde, sondern schon länger kultureller Knotenpunkt im Nordosten Europas: In alle Richtungen vernetzt, hat sich in den letzten Jahren eine junge, äußerst lebendige Szene entwickelt, die wir erkunden wollen. In Helsinki, der zukünftigen Designhauptstadt 2012, werden wir unter kundiger Führung von Ben af Schulten die Designszene erobern, das spektakuläre, von Steven Holl erbaute Kiasma besuchen, die Galerienszene erkunden und den einen oder anderen Künstler treffen!

11. Mai 2011 (18.00 Uhr - 20.00 Uhr)

Sie sind einfach zum Anbeißen, zum Ablegen und zum Fußnägelaufrollen: Traummänner, appetitlich und androgyn, wohlerzogen und wolllüstig, stark, schwach und sexy. Das moderne Männerbild ist vielfältig wie nie. Vom Adonis mit Waschbrettbauch über den metrosexuellen Mann bis hin zum selbstbewussten, dynamischen Erfolgstypen, dessen Entscheidungen dennoch von Leidenschaft motiviert sind – für jede/n ist etwas dabei. Auch „Joe Dallesandro – Superstar“ war ein solcher Traummann aus der Wunschfabrik Warhols, der zum größten geschlechtsübergreifenden Sexsymbol der späten 60er-Jahre, der Hippie- und Schwulenbewegung wurde. Ingo Taubhorn, Kurator am Haus der Photographie, wird uns durch diesen Wildwuchs der Wunschvorstellungen begleiten.

7. Mai 2011 (13:00 Uhr - 17:00 Uhr)

Wer kann besser die Wirklichkeit wiedergeben? Klar doch, die Fotografie natürlich. Was es für die Malerei bedeutete, als die Daguerrotypie erfunden wurde, kann man bis heute in den Museen wunderbar studieren. Der Impressionismus beispielsweise war eine Reaktion auf die Fotografie. Er besann sich auf die ureigensten malerischen Tugenden: nicht detailscharf die Realität abzubilden, sondern stimmungsvoll die Eindrücke wiederzugeben. Doch auch die Fotografie nahm sich die Malerei zum Vorbild. Nicht Schnappschussästhetik war angesagt, sondern die Nachahmung der bekannten würdevollen Bildformeln, die die Malerei geprägt hatte. Bis heute ist das 170 Jahre alte Verhältnis von Fotografie und Malerei ein spannungsvolles und wechselseitig befruchtendes, wie die Ausstellung „Unscharf. Nach Gerhard Richter“ aktuell beweist. Das Seminar will aus fotografiehistorischer Perspektive im Seminarraum und in der Ausstellung einen Einblick in dieses Verhältnis geben.

5. Mai 2011 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Ein Gesicht ist ein Gesicht ist ein Gesicht. Es ist immer dassselbe und doch immer wieder anders. Wie das Wasser, das als ewig wandelbares Element immer neue Formen annimmt und doch immer wieder nur Wasser ist. Ein zentrales Thema der amerikanischen Künstlerin Roni Horn, geboren 1955, ist die Identität. Sie sucht sie von Bild zu Bild und findet sie in dem, was dazwischen liegt. Die Identität ist nichts Festgefügtes, sondern fließend, und zeigt sich als "Wandelbarkeit der Welt". Mit ihren Zeichnungen, Objekten und Skulpturen, vor allem jedoch mit ihren fotografischen Serien gehört Roni Horn längst zu den international renommiertesten Künstlerinnen der Gegenwart. Durch ihre erste große Einzelausstellung in Deutschland führt uns die Kuratorin Petra Roettig persönlich.

28. April 2011 (19:30 Uhr - 20:30 Uhr)

Die Leinwand als Aktionsfeld, der Pinselstrich als Körpergeste und die Malerei als existenzielle Lebenshandlung – Ende der fünfziger Jahre war die Malerei an einem Endpunkt angelangt und führte über sich selbst hinaus. Deshalb war es nur konsequent, dass Günter Brus gemeinsam mit anderen Künstlerfreunden der „Wiener Aktionisten“ das Bildfeld überschritten und in der Aktion eine neue künstlerische Sprache entdeckten.

In einer seiner ersten Aktionen machte Brus sich selbst zur „Leinwand“, indem er sich bemalte und damit gleichzeitig auch den Körper zum ersten Mal als Material in die Kunst einführte. Wie in einem Brennglas laufen in „Selbstbemalung II“ von 1964 die Entwicklungsstränge der modernen Kunstgeschichte zusammen, die wir in diesem Jour Fixe genauer unter die Lupe nehmen wollen.

20. April 2011 (18.30 Uhr - 20.30 Uhr)
Gespräch mit der Künstlerin Nele Budelmann und der Galeristin und Verlegerin Nora Sdun

Von Asien nach Byzanz und wieder zurück: Kimonos und Ikonenmalerei, Geishas und Madonnen – Nele Budelmann verwebt Insignien verschiedener Kulturen mit viel Populärem und Privatem zu einer mythologisch angereicherten Bilderwelt, die sie obendrein durch ausufernde Texte begleitet. Der Künstler Max Friesinger hat mit ihren überbordenden Bildern die Galerie Dorothea Schlüter regelrecht ausgekleidet. Eine andere Form der Kunstpräsentation, die Nora Sdun und Sebastian Reuss in ihrer jungen Galerie seit einem halben Jahr immer wieder erproben. Außerdem betreibt Nora Sdun den Textem Verlag und bietet im Magazin Kultur & Gespenster viel Raum für verrückte Ideen. Hervorgegangen aus dem artist run space Trottoir, haben sich die Aktivitäten immer weiter vernetzt – vom Trottoir zu Textem, von den Gespenstern zur Galerie. Wir wollen mit Nele und Nora ein Künstler- und Galeristengespräch führen, über Netzwerklaunen und Kulturtechniken, Freiheit der Vermittlung und Hoheit der Diskurse und die sich verändernde Galerienszene in Hamburg sprechen.

16. April 2011 (14.00 Uhr - 15.30 Uhr)

Wer hat sich nicht in der Kneipe beim dritten Drink schon so manches Mal den Kopf zerbrochen, wie denn die Rätsel auf den Bierdeckelrückseiten zu lösen seien? „Legen Sie nur drei Streichhölzer um und machen Sie aus den drei Quadraten acht Dreiecke!“ Leichter gesagt als getan… Bei Attila Csörgő findet man die Antwort. Er hat in der Galerie der Gegenwart wundersame Apparaturen aufgebaut, in denen sich, wie von Zauberhand an seidenen Fäden gezogen, Tetraeder in Oktaeder, Würfel in Dodekaeder, überschaubare geometrische Körper in komplexe stereometrische Gebilde verwandeln – und das sogar in der dritten Dimension! Sabrina van der Ley wird uns durch diese letzte von ihr kuratierte Ausstellung führen, uns den mad professor Csörgő vorstellen – und natürlich ein bisschen von dem erzählen, was sie als neue Direktorin des Museums für Zeitgenössische Kunst in Oslo erwartet! Anschließend wollen wir noch zum Abschied gemeinsam anstoßen.

15. April 2011 (17.00 Uhr - 18.30 Uhr)

Als „Living Sculptures“ haben sie in den sechziger Jahren Furore gemacht und sind heute längst selbst eine lebende Legende: Gilbert & George haben sich als grau-beige gekleidete Biedermänner selbst zum Ausstellungsobjekt erklärt und damit den Kunstbegriff erweitert. Alles ist seither Skulptur – auch die großformatigen Fotoarbeiten, in denen das britische Künstlerduo nicht nur als Schöpfer, sondern auch als Protagonist der eigenen Bildwelten auftritt. Die rund 120 Werke umfassenden „Jack Freak Pictures“ sind nun erstmals nahezu vollzählig in den Deichtorhallen zu sehen. Dirk Luckow, Direktor der Deichtorhallen, wird uns persönlich durch die Ausstellung führen!

31. März 2011 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Die „Decke“ (1988) ist eines jener rätselhaften Richter-Bilder, in denen das, was eigentlich zu sehen wäre, bis zur Unkenntlichkeit verwischt und übermalt ist. Dabei gehört das ursprüngliche Motiv von Gudrun Ensslin zu dem berühmten Stammheim-Zyklus, der momentan im Bucerius Kunst Forum ausgestellt ist. Daniel Koep, der gemeinsam mit dem Direktor Hubertus Gaßner die Ausstellung „Unscharf. Nach Gerhard Richter“ in der Hamburger Kunsthalle kuratiert hat und dabei tief in die Bildwelten und Malereitheorien von Richter eingetaucht ist, wird uns an diesem Bild Richters Verhältnis zu Erinnerung, Historie und deren Darstellbarkeit beschreiben.

22. März 2011 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)
Entdeckung einer großen Unbekannten der street photography

Es gibt sie noch, die Wunder der Entdeckung von vollkommen unbekannten Künstlern mit einem riesigen, äußerst qualitätvollen Werk. Die Fotografin Vivian Meier ist eines dieser Wunder, das die Fachwelt in Entzücken versetzt. Kaum ein Feuilleton hat in den letzten Wochen nicht über die ungewöhnliche Lebensgeschichte der bisher völlig Unbekannten berichtet (u.a. SZ, art, taz, DRadio etc.), deren Werk in einer Auswahl nun in der Galerie Hilaneh von Kories präsentiert wird. Den Vergleich mit den Legenden der street photography wie Robert Frank, Helen Levitt, Diane Arbus oder Henri CartierBresson braucht das Werk von Vivian Maier nicht zu scheuen. Auch wenn es nun erst ein halbes Jahrhundert später entdeckt wird.

17. März 2011 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)

Bilder prägen unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit, unsere Erinnerung an Ereignisse und unser geschichtliches Gedächtnis. Während die traditionelle Historienmalerei die Bilder von Ereignissen eigenmächtig gestaltet, scheint die Fotografie das Geschehen so zu dokumnetieren, wie es tatsächlich stattgefunden hat. Gerade dieses Authentizitätsversprechen der Fotografie nimmt sich Gerhard Richter vor, indem er seit den sechziger Jahren fotografische Vorlagen in – unscharfe – Malerei übersetzt. Die von Uwe M. Schneede kuratierte Ausstellung „Gerhard Richter. Bilder einer Epoche“ im Bucerius Kunst Forum zeigt Werke, die den Alltag, die Träume, aber auch die Alpträume der Aufbruchsjahrzehnte der Bundesrepublik Deutschland spiegeln. Den Höhepunkt der Ausstellung bildet der RAF-Zyklus aus dem MoMA in New York.

14. März 2011 (20.00 Uhr - 22.00 Uhr)

Wenn Menschen „Eltern“ werden, passieren seltsame Dinge. Aus normalen Bürgern werden Eroberer unbekannter Welten. „Eltern“ zeigt Mütter und Väter, wie sie wirklich sind: Menschen, deren einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie sich ohne Kinder niemals begegnet wären. Aber jetzt verbindet sie ein Ziel: Nur das Beste für mein Kind. Nach den großen Erfolgen „Sekretärinnen“ und „Männer“ kehrt Franz Wittenbrink ans Schauspielhaus zurück und wünscht sich zur Generalprobe am 14. März ein volles Haus! Der Freundeskreis des Schauspielhauses lädt uns herzlich zu diesem kurzweiligen Liederabend ein. Bitte meldet Euch bis Donnerstag, 10. März um 13 Uhr an! Die Teilnahme ist kostenfrei.

12. März 2011 (14.30 Uhr - 16.00 Uhr)

Die Romantik war nicht einfach der verklärte Blick verfeinerter Städter auf die vermeintlich unberührte Natur. Nein, die Romantik war selbst ein Konstrukt – und ihre Naturvorstellung alles andere als unmittelbar. Wie durchkomponiert und theoretisch, hat bereits 2006/07 die Caspar David Friedrich-Schau gezeigt. Nun würdigt die Hamburger Kunsthalle den zweiten großen Romantiker mit einer umfassenden Retrospektive: Philipp Otto Runge, dessen „Kleiner" und „Großer Morgen"  (1808/1809) - neben den "Hülsenbeckschen Kindern“ (1805) zu den Inkunabeln unserer Sammlung gehören. Markus Bertsch wird uns den vielseitigen „Kosmos Runge“ nahe bringen.

5. März 2011 (11.00 Uhr - 13.00 Uhr)
Kuratorenführung durch beide Ausstellungen

Das Phänomen der Unschärfe ist in der zeitgenössischen Malerei und Fotografie, aber auch in der Werbung mittlerweile omnipräsent. Mit „Unscharf. Nach Gerhard Richter“ widmet die Hamburger Kunsthalle diesem Thema nun erstmals eine breit angelegte Museumsausstellung. Parallel dazu wollen wir die Ausstellung „Übermalt. Verwischt. Ausgelöscht. Das Porträt im 20. Jahrhundert“ besuchen. Mit den Kuratoren, Daniel Koep und Henrike Mund, wollen wir in einer gemeinsamen Führung durch beide Ausstellungen dem unsicheren Bildverständnis und seinen künstlerischen Infragestellungen nachgehen.

3. März 2011 (18.30 Uhr - 20.30 Uhr)
Kuratorenführung durch beide Ausstellungen mit Henrike Mund und Daniel Koep

Das Phänomen der Unschärfe ist in der zeitgenössischen Malerei und Fotografie, aber auch in der Werbung mittlerweile omnipräsent. Mit „Unscharf. Nach Gerhard Richter“ widmet die Hamburger Kunsthalle diesem Thema nun erstmals eine breit angelegte Museumsausstellung. Parallel dazu wollen wir die Ausstellung „Übermalt. Verwischt. Ausgelöscht. Das Porträt im 20. Jahrhundert“ besuchen. Mit den Kuratoren, Daniel Koep und Henrike Mund, wollen wir in einer gemeinsamen Führung durch beide Ausstellungen dem unsicheren Bildverständnis und seinen künstlerischen Infragestellungen nachgehen.

25. Februar 2011 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Als „Living Sculptures“ haben sie in den sechziger Jahren Furore gemacht und sind heute längst selbst eine lebende Legende: Gilbert & George haben sich als grau-beige gekleidete Biedermänner selbst zum Ausstellungsobjekt erklärt und damit den Kunstbegriff erweitert. Alles ist seither Skulptur – auch die großformatigen Fotoarbeiten, in denen das britische Künstlerduo nicht nur als Schöpfer, sondern auch als Protagonist der eigenen Bildwelten auftritt. Die rund 120 Werke umfassenden „Jack Freak Pictures“ sind nun erstmals nahezu vollzählig in den Deichtorhallen zu sehen. Michael Bracewell wird ein Gespräch mit den Künstlern führen, zu dem wir zu einem speziellen Freunde-Preis eingeladen sind!

24. Februar 2011 (18.00 Uhr - 20.00 Uhr)

Die rund 50 Absolventinnen und Absolventen der Hochschule für bildende Künste Hamburg präsentieren vom 23. bis 27. Februar ihre Abschlussarbeiten im Hochschulgebäude am Lerchenfeld. Es werden Arbeiten aus allen Studienschwerpunkten – von Malerei und Bildhauerei über Design, Grafik, Fotografie, Film und Bühnenraum bis zu den zeitbezogenen Medien – zu sehen sein. Swaantje Burow wird uns, wie auch im letzten Jahr, in einem Rundgang neben den Preisträgern weitere ausgewählte Positionen zeigen und auch einige Künstler persönlich vorstellen.

9. Februar 2011 (16.30 Uhr - 18.00 Uhr)
Künstlergespräch mit Thomas Steffl und Franziskus Wendels

Die Ausstellung „Unscharf. Nach Gerhard Richter“ in der Galerie der Gegenwart will dem Phänomen in der zeitgenössischen Kunst nachgehen. Denn was ähnlich aussieht, geht doch auf ganz verschiedene künstlerische Ansätze zurück. Zwei von ihnen, Franziskus Wendels und Thomas Steffl, haben wir eingeladen, am Vorabend der Eröffnung ein Gespräch während des Aufbaus zu führen über ihre Arbeiten, ihre Absichten – und nicht zuletzt auch über den „Altmeister“ Gerhard Richter.

5. Februar 2011 (13.30 Uhr - 15.00 Uhr)

Spätestens seit Kara Walker sind Scherenschnitte wieder en vogue: Ihre kontrastreiche Theatralik, ihre Reduktion auf expressive Umrisse als erzählerisches Moment und ihre virtuose Technik hat die Kunst wieder für sich entdeckt, wie die aktuelle Ausstellung „Cut“ in der Galerie der Gegenwart eindrucksvoll belegt. Die Kuratorin Petra Roettig wird uns durch die farbige Vielfalt und bunten Gedankenwelten dieses längst nicht mehr nur schwarz-weißen Mediums führen.

27. Januar 2011 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Immer wieder im Laufe seines Lebens „beerbte“ Picasso Malerkollegen und –freunde: Er griff ihre Themen auf und entwickelte sie weiter, ja er brachte sie teilweise zu einer solchen Vollendung, dass sie bis heute untrennbar mit seinem Namen verbunden sind. Henri Matisse habe ihm, äußerte Picasso nach dessen Tod 1954, das Thema der „Odalisque“ hinterlassen. Dadurch wurde er auf Eugène Delacroix’ Gemälde „Frauen von Algier in ihrem Gemach“ (1834) aufmerksam, das er intensiv studierte und unzählige Skizzen sowie 18 Gemälde, darunter das Bild „Frau in türkischer Tracht“ in der Hamburger Kunsthalle, anfertigte. Wir wollen uns mit Marion Koch anschauen, wie Picasso mit den Themen der Orientmaler, der Odaliske und dem Harem, umgeht und wie er das Werk Delacroix’ und die Odalisken von Matisse verarbeitet.

26. Januar 2011 (20.00 Uhr - 22.00 Uhr)
Gastspiel des Avantgardetheaters NO99 im Thalia Gaußstraße

Das estnische Avantgardetheater NO99 aus Tallin hält mit dem Stück „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“ ein fulminantes Plädoyer für die Kunst – und zwar ganz aus dem Geist der Kunst. Ein rasanter Reigen aus ideenreicher Improvisation, artistischen Aktionen, künstlerischen Zitaten von Beuys bis Christo und spontanen Showeinlagen aus der Welt des Sports lässt Bilder entstehen aus der puren Lust am Spiel! Wir wollen das Gastspiel des international preisgekrönten Stückes während der Lessingtage im Thalia in der Gaußstraße besuchen und nach der Vorstellung ein Gespräch mit dem Ensemble und den Leitern Tiit Ojasoo und Ene-Liis Semper führen.

23. Januar 2011 (15.00 Uhr - 19.00 Uhr)
Atelierbesuche bei Hinrich Gross, Sylvia Schultes, Erich Pick und Matthias Meyer

Rund 40 Künstler arbeiten und leben teilweise in der FRISE. Nach einer kurzen Einführung zu Geschichte und Gegenwart des Hauses werden wir zunächst mit Hinrich Gross über seine lichten Eingriffe in bestehende Architekturen sprechen. Daran schließen sich Sylvia Schultes' Auseinandersetzungen mit Rastern, Gittern und kristallinen Strukturen an. Erich Pick  bringt ebenfalls Räume durch leicht surreal anmutende skulpturale Eingriffe ins Wanken. Matthias Meyer schließlich dekonstruiert die Erzählstrukturen des Filmes. 

19. Januar 2011 (19.00 Uhr - 21.00 Uhr)
Führung und Gespräch mit Thomas Levy und Belinda Grace Gardner

Der Surrealismus war nicht zuletzt eine Reaktion auf eine zunehmend sinnwidrige und komplexe Welt, die sich einfachen Erklärungen längst entzogen hatte. Ähnlich reagieren auch heute wieder Künstler auf eine Welt im Schwebezustand und greifen dabei auf die surrealistische Ästhetik des Disparaten, Rätselhaften und Mehrdeutigen zurück. Zum 40-jährigen Bestehen der Galerie LEVY hat Belinda Grace Gardner alte und neue Positionen einander gegenübergestellt. Nach einem Gespräch mit Thomas Levy über die Geschichte der Galerie wollen wir in der wahren Wunderkammer der Ausstellung die vielen hochkarätigen Werke entdecken und mit der Kuratorin über surreale Praktiken gestern und heute sprechen.

16. Januar 2011 - 6. März 2011 (11.00 Uhr - 14.00 Uhr)
Teil I: Vom 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg

Künstlerinnen – obgleich im Einzelfall bereits zu Starruhm gelangt, blieb ihr Anteil insbesondere an der Kunst der Moderne doch lange Zeit im Dunkeln. In den 1970er Jahren setzte die systematische Wiederentdeckung ein; mittlerweile haben sie es längst bis in den internationalen Ausstellungszirkus geschafft. Die Seminarreihe möchte anhand exemplarischer Künstlerinnen-Biographien vom Ausgang des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg neuere Ansätze der feministischen Kunstgeschichtsschreibung vermitteln.

15. Januar 2011 (15.00 Uhr - 16.30 Uhr)

Im bürgerlichen Interieur, in starken Farben und ornamental anmutenden Verschlingungen nistet die Gewalt. Uwe Lausen hat in seinen poppig bunten, flächigen Bildern die Kehrseite der bundesrepublikanischen Idylle als Kippfigur inszeniert. In seinen Bildern spiegelt sich die extreme Seite der Sechziger – mit ihren Utopien, Zwängen und Depressionen, ihrer tiefen Friedenssehnsucht und zugleich abgründigen Gewaltfaszination. Nun wird er wieder entdeckt. Zu seinem vierzigsten Todestag ist sein Werk – nach Stationen in der Münchner Villa Stuck und der Frankfurter Schirn – in einer großen Retrospektive in der Sammlung Falckenberg zu sehen.

6. Januar 2011 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Nur 20 Künstler sind in diesem Jahr eingeladen worden, ihre Arbeiten im Kunsthaus auszustellen, das ist immerhin ein Drittel weniger als im letzten Jahr. Die Vorauswahl für das Hamburg-Stipendium 2011 ist etwas konzentrierter und bietet einen schönen Überblick über die aktuelle Kunstproduktion in der Hansestadt. Wir wollen deshalb gemeinsam mit Goesta Diercks vom Kunsthaus Hamburg heute schon die Künstler von morgen kennen lernen und uns überlegen, wie die Jury wohl entscheiden wird!

9. Dezember 2010 (17.00 Uhr - 18.00 Uhr)

Der dänische Künstler Poul Gernes (1925-1996) hat mit seinen streng systematischen Farbbildern in geometrisch reduzierten Grundformen Generationen geprägt. Berühmt sind vor allem seine Zielscheibenbilder, die in immer neuen Farbvariationen die letzte documenta in Kassel akzentuiert haben. Nach dieser Wiederentdeckung zeigen nun die Deichtorhallen eine großen  Retrospektive. Exklusiv für die Freunde ADVANCED wird Deichtorhallendirektor Dirk Luckow gemeinsam mit der Tochter und Nachlassverwalterin von Poul Gernes, Ulrikka Gernes, durch die Ausstellung führen.

25. November 2010 (17.30 Uhr - 19.00 Uhr)

Bunte Kühe, fliegende Fiedler und schwebende FrauenMarc Chagall hat Bilder wie aus einem Märchenbuch geschaffen. Die bunte Mischung aus Melancholie und Märchen erschließt sich am eindrücklichsten, wenn man sie biographisch liest. Das zumindest ist die These des Bucerius Kunst Forums, das unter dem Titel „Lebenslinien“ Chagalls elegische Erzählungen als bildgewordene persönliche Erlebnisse und Erfahrungen entschlüsselt. Das entspricht auch ganz dem Selbstverständnis des Künstlers, der bereits mit 35 Jahren seine Autobiographie verfasst und damit seine Rezeption beeinflusst hat.

25. November 2010 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Die Moderne hat nicht einfach nur alte Zöpfe abgeschnitten, sondern viele auch weitergeflochten - allerdings mit ganz neuen Mustern. Max Ernst (1891-1976) etwa, der antitraditionalistisch und antiautoritär das Märchen vom Schöpfertum des Künstlers" abschaffen und eine Malerei jenseits der Malerei" etablieren wollte, ließ sich zu seinem Gemälde Ein schöner Morgen" von Philipp Otto Runges Motiv des Morgen" in der Hamburger Kunsthalle anregen, die er 1964 besuchte. Wir wollen uns im nächsten Jour Fixe gemeinsam mit Dagmar Lott-Reschke dieses Gemälde anschauen und dabei auch einen Blick in die Geschichte werfen: Denn Runges Gemälde des "Kleinen" und des "Großen Morgens" werden bei uns ab Dezember im Mittelpunkt einer umfassenden  Retrospektive stehen, so dass wir schon jetzt einen Eindruck von dem großen Einfluss der Romantik auf die Moderne gewinnen können.

20. November 2010 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)

Joseph Beuys, Erfinder des „erweiterten Kunstbegriffs“ und Gründungsvater der Grünen-Bewegung, wird entweder als Schamane verehrt oder als Scharlatan verachtet und ist sicher eine der schillerndsten Gestalten der Nachkriegskunst. Vor zwei Jahren begann eine regelrechte Wiederentdeckung seiner Kunst, die aktuell mit einer umfassenden Retrospektive „Joseph Beuys. Parallelprozesse“ in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 fortgesetzt wird. In unserem Seminar soll an signifikanten Werken die Entwicklung des Künstlers behandelt werden.

20. November 2010 (12.30 Uhr - 14.00 Uhr)

Index - was Elena Winkel vor 10 Jahren ins Leben gerufen hat, ist neben den Stipendiatenausstellungen eine gute Gelegenheit, viele anregende, junge Positionen  zu entdecken. Zum 10jährigen Jubiläum hat die Berenberg Bank einen Preis gestiftet, den index kunstpreis. Eine Jury hat 26 aus 180 Künstlern vorausgewählt, und diese sind nun vom 16. bis zum 26. November im Kunsthaus zu sehen sind - darunter viele Bekannte. Wir wollen die Ausstellung gemeinsam mit Elena Winkel anschauen.

18. November 2010 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Sei es, dass er sich (in dem Film „Halcion Sleep“) auf einer Reise ins Unbewusste mit einer doppelten Dosis Schlaftabletten in einem Lieferwagen durch die Nacht kutschieren lässt; sei es, dass er (in „The Gifted Amateur“) als kunstsinniger Laie ein Farbstreifen-Bild im Stil von Morris Louis schafft: Immer wieder tritt Rodney Graham selbst als Protagonist in seinen Werken auf. Ein Gespräch in der Ausstellung zwischen Sabrina van der Ley und Friedrich Meschede, Kurator der Rodney Graham-Ausstellung am MACBA, Barcelona.

10. November 2010 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Das wohl auffälligste und momentan bekannteste Gebäude von Carsten Roth steht an der Elbe: Die beiden kupferfarbenen „Columbia Twins“. Denn eigentlich realisiert der Hamburger Architekt Carsten Roth eher kleine, feine Projekte, die jedoch mit internationalen Auszeichnungen geradezu überschüttet werden. Vor allem das Licht spielt für den Architekten eine Rolle, der in Hamburg u.a. das Brahmsquartier (2008), sein zweites Projekt, das gerade zum „Bauwerk des Jahres 2009“ gekürt wurde, das Gemeindehaus von St. Nikolai am Klosterstern (2003) und den Firmensitz der fischerAppelt Kommunikation GmbH am Waterloohain (2001) gebaut hat, wo er selbst seit 2008 residiert.

 

28. Oktober 2010 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Wie stellt man sich zur Tradition? Was ist Realität, was Fiktion? Und was aus der Tradition ist real, wenn man sich selbst künstlerisch betätigt? Das „Weiterdrehen“ der Spirale ständiger Neuerfindung hat in der Postmoderne gewissermaßen einen Rückwärtsgang eingelegt und geht in die Geschichte zurück, um nach Vorbildern zu suchen. Zitat, Aneignung und Verfremdung ergeben ein komplexes intellektuelles Spiel mit Schlüsselkonzepten der Kunstgeschichte. Ein wahrer Virtuose dieses Spiels ist der kanadische Künstler Rodney Graham (geb. 1949), der sich in unterschiedlichsten Medien und Gattungen und verschiedensten Rollen dieser Tradition nähert. Die Kuratorin Sabrina van der Ley wird uns dieses flirrende, vielschichtige Werk nahe bringen.

27. Oktober 2010 - 7. November 2010
Biennale von São Paulo, Brasilia und Rio

Die Biennale von São Paulo ist nach Venedig die zweitälteste und eine der größten der Welt. Grund genug, der multikulturellen Multimillionen-Megametropole und ihrer brodelnden Kunstszene einen Besuch abzustatten. Auf dem Programm steht außerdem ein Besuch in der Retorten-Hauptstadt Brasilia, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feiert. Die futuristisch anmutende Architektur dieser am Reißbrett entworfenen Stadt ist eine der Inkunabeln der Weltarchitektur schlechthin. Zum Abschluss geht es nach Rio, wo wir die Reise beschwingt ausklingen lassen wollen.

23. Oktober 2010 (14.30 Uhr - 16.00 Uhr)

Ernst Ludwig Kirchner gilt als der Künstler des Expressionismus. Denn bei ihm ist die Stilbezeichnung ganz besonders an die schwierige Persönlichkeit des Künstlerbohemiens gebunden. Bis heute gilt sein spontaner Duktus als Ausdruck einer unmittelbaren, genialischen Begabung. Dabei hat der Künstler seine Kompositionen sorgfältig entwickelt, wie die Ausstellung „Kirchner“ in der Hamburger Kunsthalle zeigt, die erstmals den Schaffensprozess von der ersten flüchtigen Skizze bis zum endgültigen Gemälde veranschaulicht.

19. Oktober 2010 (19.00 Uhr - 21.00 Uhr)
Führung und Hintergrundgespräch mit dem Direktor

Es ist nicht nur ein kulturpolitisch außerordentlich beunruhigendes Signal, sondern auch eine ökonomische Farce: Die Schließung des Altonaer Museums soll den Stadtsäckel angeblich jedes Jahr um 3,5 Millionen Euro entlasten. Das entspricht zwar dem jährlichen Museumsetat, nicht jedoch der tatsächlich möglichen Einsparung. In einer Führung mit Anne Mahn und einem Gespräch mit dem Direktor Torkild Hinrichsen wollen wir mehr über die Geschichte und Struktur der umfangreichen Sammlung erfahren und die Stellung des Altonaer Museums innerhalb der Hamburger Museumslandschaft, mögliche Lösungsansätze und politische Hintergründe diskutieren. Eingeladen sind alle Freunde der Kunsthalle! Der Erlös fließt dieses Mal ganz in die "Kampfkasse" des Altonaer Museums.

16. Oktober 2010 (15.00 Uhr - 16.00 Uhr)
Gespräch während des Aufbaus mit der Künstlerin Charlotte McGowan-Griffin

Spätestens seit Kara Walker sind Scherenschnitte wieder en vogue: Ihre schwarz-weiße Theatralik, ihre Reduktion auf expressive Umrisse und ihre virtuose Technik hat die Kunst wieder für sich entdeckt, wie die am 12. November beginnende Ausstellung „Cut“ in der Galerie der Gegenwart eindrucksvoll belegt. Für die Ausstellung fertigt Charlotte McGowan-Griffins drei Wochen lang in der Galerie der Gegenwart eine riesige geschnittene Rauminstallation an. Wir wollen ihr beim Schneiden ihrer fantastischen Bildwelten über die Schulter schauen. 

14. Oktober 2010 - 6. November 2010
Wandmalerei zwischen Illusionismus und Konzept

Die Galerie der Gegenwart ist aus dem quadratischen Raster ausgebrochen und hat neue Räume geöffnet. Zumindest im 3. OG, in der Ausstellung von David Tremlett. Der britische Künstler hat das gesamte Geschoss mit Wandzeichnungen überzogen, in denen die Grenze zwischen dem „Kunstwerk“ und dem „Ausstellungsraum“ verschwimmt. Von den frühesten Höhlenmalereien bis zur Gegenwart haben Künstler Wände nicht einfach nur als Bildträger verwendet, sondern haben mit der Malerei auch Räume geöffnet, Architekturen weitergebaut und phantastische Sphären in die Lebenswirklichkeit hineingeholt. Im Seminar gehen wir der wechselvollen Beziehung zwischen Bild – Wand – Raum in drei Sitzungen nach.

2. Oktober 2010 (15:30 Uhr - 17:00 Uhr)
Sammlungspräsentation in der Galerie der Gegenwart

Jede Kunst war mal zeitgenössisch – und hat häufig zu heftigen Protesten geführt.  Petra Roettig und Sabrina van der Ley haben deshalb in der aktuellen Sammlungspräsentation All art has been contemporary Werke Alter Meister, des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne den Arbeiten aus der Galerie der Gegenwart gegenübergestellt. Zum Ende dieser Sammlungspräsentation wollen wir mit den beiden Kuratorinnen einen Rundgang machen. Anschließend wollen wird auch über Vergangenheit und Zukunft der Sammlung sprechen und uns nach dem turbulenten Sommer über die kulturellen Kapriolen der Hansestadt austauschen.


30. September 2010 (19:30 Uhr - 20:30 Uhr)
Hamburgs neue Mitte - Hamburger Kunsthalle und Hauptbahnhof

Während die Stadt sich hauptsächlich der HafenCity, dem „Sprung über die Elbe“ und der Philharmonie zuwendet, haben sich Studenten der HCU (Hafen-City Universität) mit Entwürfen zu Hamburgs neuer Mitte - Hamburger Kunsthalle und Hauptbahnhof beschäftigt. Für die Anbindung der Kunsthalle an die Innenstadt und die Erschließung der drei Gebäudeteile haben die Studenten vielfältige Lösungsansätze entwickelt, die am 30. September in der Galerie der Gegenwart prämiert werden. Wir wollen in unserem Jour Fixe nach der Preisverleihung mit Prof. Bernhard Hirche und den Preisträgern über die Entwürfe sprechen. Treffpunkt ist im Lichthof der Galerie der Gegenwart.

26. September 2010 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)
Kunstprojekt zur IBA Hamburg

Hamburg soll anders werden, zumindest in Wilhelmsburg. Die Kuratorinnen Ute Vorkoeper und Andrea Knobloch haben deshalb schon vor einem Jahr die "Akademie einer anderen Stadt"gegründet, die Kunstplattform der IBA, die auf die bevorstehende Veränderung zielt und einen kulturellen Austausch fördert. Für diesen Herbst haben sie entlang der S-Bahnlinie S3 einen Kunstparcours quer durch die Stadt gelegt. Von Altona bis Wilhelmsburg gibt es Kunstprojekte, Aktionen, Filme und Performances zu sehen, die die „Aussicht auf Veränderung“ buchstäblich erfahrbar machen. Die Kuratorin Ute Vorkoeper wird uns eine Auswahl der Projekte zeigen.

23. September 2010 (19:30 Uhr - 20:30 Uhr)

Der renommierte Philosoph und Religionswissenschaftler John Haldane hat bereits mehrere Aufsätze zum Werk von David Tremlett verfasst. In seinem Vortrag nähert er sich seinem Schaffen vor dem Hintergrund der englischen Konzeptkunst und Land Art der späten 1960er und 1970er Jahre, und er widmet sich darüber hinaus dem häuslichen oder privaten Aspekt von Tremletts Wandzeichnungen, der in den letzten Jahren eine wesentliche Rolle im Oeuvre des Künstlers spielt.

18. September 2010 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)
Rundgang durch das IBA-Gelände in Wilhelmsburg

Seit über zehn Jahren wird er beschworen – der „Sprung über die Elbe“. Wilhelmsburg, so heißt es, sei ein heißer Tipp, stark im Kommen. Die IBA, die „Internationale Bauausstellung“,  beschäftigt sich bis 2013 mit diesem „vergessenen“ Stadtteil, dessen eigentlich idyllische Lage ein enormes Potenzial bietet. Sie will beispielhafte Lösungen für die drängenden Probleme der Städte anbieten. Gemeinsam mit Sylvia Necker und Kai Michael Dietrich werden wir zur „Halbzeit“ der IBA die fertigen und geplanten Projekte anschauen und über die Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Stadtentwicklung sprechen. 

8. September 2010 (18:30 Uhr - 19:30 Uhr)
Künstlergespräch in der Ausstellung

Jonas Burgerts Räume glühen giftig und sind häufig der Zersetzung nahe. Dazwischen hocken, lauern, kauern, ziehen, heben, stehen phantasmagorische Gestalten, die einem Zwischenreich von Wirklichkeit, Wahn und Wunsch entsprungen zu sein scheinen. Inzwischen längst ein Shootingstar der jungen deutschen Kunst, zeigt er seine neuesten Arbeiten nun in der Produzentengalerie. Wir wollen ihn noch vor der Vernissage dort besuchen und mit ihm in seine Bildwelten eintauchen.

4. September 2010 (16:00 Uhr - 17:30 Uhr)
Niederländische Gemälde des Goldenen Zeitalters

„Segeln, was das Zeug hält“, an dem Wind und Wellen kräftig zerren. In diesem Bild steckt schon die ganze Wucht des Wetters, der Urgewalten, die den Menschen schwer zu schaffen machen. Besonders Holland, dessen Wohl und Wehe von der Seefahrt abhing, hat in den so genannten Marinebildern noch ganz andere Dinge festgehalten als nur dekorative Seelandschaften. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit, raffinierter Repräsentation und a Dokumentation eröffnen die Werke vielfältige Deutungsmöglichkeiten. Marvin Altner wird uns sicher durch die Gewässer navigieren.

29. Juli 2010 (19:30 Uhr - 20:30 Uhr)

In einer grandiosen, wandfüllenden Komposition zeichnete Hans Makart 1878 den triumphalen Einzug Karls V. in Antwerpen. Doch zeigt das Gemälde im Gewand der Historie auch stadtbekannte Persönlichkeiten und pikanterweise in Nichts gehüllte Damen der Gesellschaft, was in Makarts Heimatstadt Wien zu einem beträchtlichen Skandal führte. Wir wollen gemeinsam mit Gabriele Himmelmann den gesellschaftlichen Anspielungen und kunsthistorischen Reminiszenzen dieses Skandalgemäldes nachgehen.

8. Juli 2010
Keramik statt Pappe

Sommerzeit ist Grillzeit! Serviert Eure Wurst doch zur Abwechslung mal in diesen garantiert fettdichten Schälchen; die Frittenlore gibt’s für 8.90 € unserem Museumsshop, passende Becher kosten 6,50 €. Alle Artikel sind in lila, pink, türkis und grün erhältlich.
 

2. Juli 2010 - 4. Juli 2010
Kurztrip mit Markus Richter und Veronika Schöne

„Wirklichkeit“ lautet das Stichwort der von Kathrin Romberg kuratierten 6. Berlin Biennale, die u.a. in der Alten Nationalgalerie Adolf Menzel zeigt. Das ist durchaus überraschend; und damit ist die Biennale nicht nur in der „Wirklichkeit“ der aufstrebenden Kunstmetropole angekommen, sondern wendet sich auch der Berliner Kunstgeschichte zu. In drei Tagen wollen wir neben der Biennale und diversen neuen Galerien auch zahlreiche Privatsammlungen besuchen, die die Berliner Szene maßgeblich geprägt haben, wie die jetzt erst eröffnende Sammlung Olbricht, die Sammlung Boros, die Sammlung Hoffmann, sowie die Sammlung Haubrok und die Sammlung von Ivo Wessel.

1. Juli 2010 (18.30 Uhr - 20:00 Uhr)
Kuratorenführung mit Sabrina van der Ley

Die Hamburger Kunsthalle zeigt die erste große Einzelausstellung des britischen Künstlers David Tremlett in einem deutschen Museum seit fast zwei Jahrzehnten. Tremlett, geboren 1945, ist einer der wichtigsten Künstler Großbritanniens. Für die Ausstellung in der Kunsthalle hat er neue, ortsspezifische Wandzeichnungen entwickelt, die nahezu das gesamte dritte Obergeschoss der Galerie der Gegenwart füllen. Kuratiert wird die Ausstellung von Sabrina van der Ley, die mit dem Werk David Tremletts seit langem vertraut ist und uns dessen facettenreiche Arbeiten näher bringen wird.

24. Juni 2010 (16:30 Uhr - 17:30 Uhr)
Gespräch mit der Sammlerin

Julia Stoschek steht für eine Sammlung, die von Fachleuten hoch geschätzt wird. Dabei steht nicht nur der Name, sondern die ganze Person dafür: Ihr Konterfei in Kapitänsmütze und stylischem Feinripphemdchen prangt derzeit an den Deichtorhallen, wo die Sammlerin zum ersten Mal Teile ihrer viel gerühmten, aber selten gesehenen Sammlung außerhalb ihres Düsseldorfer Privatmuseums zeigt. Julia Stoschek wird im Gespräch mit Dr. Dirk Luckow, dem neuen Direktor der Deichtorhallen, den Freunden ADVANCED exklusiv ihre Sammlung vorstellen.

23. Juni 2010 (18:30 Uhr - 20:00 Uhr)

Sie ist der Shooting-Star der Sammler-Szene: Die 34-jährige Julia Stoschek hat in wenigen Jahren eine substanzielle Sammlung mit Schwerounkt Videokunst zusammengestellt, die sie nun zum ersten Mal auch außerhalb ihres Düsseldorfer Privatmuseums in den Hamburger Deichtorhallen präsentiert. Der neue Direktor Dr. Dirk Luckow wird uns durch die erste von ihm kuratierte Ausstellung führen, uns die Entwicklung der aktuellen Medienkunst aufzeigen und von seinen Erfahrungen mit der Sammlerin berichten.

10. Juni 2010 (19:00 Uhr - 20:30 Uhr)
Kuratorenführung mit Friedrich von Borries

Schon lange beschäftigen sich Forscher und Designer, Architekten und Utopiker mit dem Klimawandel und entwerfen Konzepte für das scheinbar Unmögliche. Erstmals zeigt eine Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe historische und aktuelle Modelle, Konzepte und Utopien aus Design, Kunst und Mode, Wissenschaft, Architektur, Städtebau und „Geo-Engineering“, die allesamt nicht mehr das Ziel verfolgen, den Klimawandel aufzuhalten, sondern sich mit den Möglichkeiten der Anpassung auseinandersetzen und Visionen für das Leben in der Zukunft entwerfen. Der Architekt und Kurator Friedrich von Borries wird uns persönlich durch die Ausstellung führen.

6. Juni 2010 (14:00 Uhr - 18:30 Uhr)
Altona zwischen Kaiserzeit und Ikea-Kontroverse

Hamburg im Umbruch – nachdem wir gerade im Gängeviertel waren, wollen wir gleich den nächsten Brennpunkt besuchen, der in letzter Zeit für viel Wirbel gesorgt hat: Das „Frappant“ in der Großen Bergstrasse muss im Herbst nun doch Ikea weichen. Wir wollen von hier aus eine Brücke schlagen in die Vergangenheit Altonas, um die Gegenwart auch aus ihrer Geschichte heraus zu begreifen. Unser Rundgang führt uns außerdem in die wilhelminische Viktoria-Kaserne, wo die Frappant-Künstler eine vorübergehende Bleibe gefunden haben, sowie zur ehemaligen Seefahrtsschule, deren Zukunft ebenfalls kontrovers diskutiert wird.

3. Juni 2010 (19:00 Uhr)
Die Tatsache, dass die Ausstellung „David Tremlett. Drawing Rooms“ nun doch wie geplant ab dem 25. Juni 2010 in der Galerie der Gegenwart gezeigt werden kann, darf nicht darüber hinweg täuschen, dass den Hamburger Museen langsam aber sicher die finanzielle Grundlage entzogen wird.
Bevor aber die Lichter ausgeschaltet werden, wollen wir nun endlich „Flagge zeigen“! Am Donnerstag, 3. Juni 2010, um 19.00 Uhr wird die Ausstellung „Segeln, was das Zeug hält“ im Hubertus-Wald-Forum eröffnet. – Das ist die Gelegenheit zu zeigen, dass wir zur Kunsthalle stehen und uns für eine solide Finanzierung der Hamburger Museen stark machen.
29. Mai 2010 (14:00 Uhr - 15:30 Uhr)
Führung mit Dr. Gabriele Himmelmann

Die "Roaring Twenties" haben nicht nur in New York oder Paris stattgefunden. Auch im eher konservativen Hamburg haben die großen Umbrüche dieser Zeit ihre Spuren hinterlassen. So spiegelt die Vielfalt der Richtungen, Stile, Ausdrucksweisen die rasante Abfolge der "Ismen" in den kulturellen Metropolen von Paris oder Berlin und offenbart zugleich eine facettenreiche, erstaunlich moderne Hamburger Kunstszene.

27. Mai 2010 (19:30 Uhr - 20:30 Uhr)
Ausstellung anlässlich des 11. Bâloise Kunst-Preises

Ewiges Eis, weiße Landschaft, stille Weite – in der Antarktis lösen sich die Raumgrenzen auf und verschwinden die Kontraste. Häufig sind Orientierungslosigkeit, Verlust des Raumgefühls und Schwindel die Folge. „Whiteout“ heißt dieses Phänomen, das der belgische Künstler Geert Goiris (*1971) zum Thema seiner Diaprojektion macht, mit der er 2009 den Bâloise Kunst-Preis gewonnen hat. Zusammen mit Henrike Mund wagen wir die Expedition in die Antarktis und erkunden die stillen Landschaften von Goiris. 

20. Mai 2010 (19:00 Uhr - 20:00 Uhr)
Gespräch mit dem Künstler während des Aufbaus

Der britische Künstler David Tremlett orientiert sich in seinen Wandzeichnungen auch an ihrerseits abstrahierten architektonischen Formen, die er in Beziehung setzt zum gebauten Raum. In seiner ersten großen Einzelausstellung seit fast zwei Jahrzehnten versieht er das gesamte 3. Obergeschoss der Galerie der Gegenwart mit Zeichnungen und tritt in einen spannungsreichen Dialog mit der strengen Architektur von Oswald Matthias Ungers. Wir wollen dieses work in progress besuchen und mit dem Künstler während des Aufbaus sprechen. 

10. Mai 2010 (19:00 Uhr - 20:15 Uhr)
Künstlergespräch mit Isa Melsheimer

Installation, Bühne, Performance – diese Trias gehört seit den sechziger Jahren eng zusammen, wird aber meistens getrennt wahrgenommen: hier die Kunst, da das Theater, dort der Tanz. Umso schöner daher die Gelegenheit, eine Kooperation zwischen den Künsten zu erleben, die im Mai Premiere auf Kampnagel hat. Die Berliner Künstlerin Isa Melsheimer errichtet für das Stück „gimme shelter“ eine Installation, die von einem Tänzerpaar mit ihrem Sohn performativ bespielt wird. Wir wollen die Probe besuchen und anschließend mit den Beteiligten über die Zusammenarbeit und das Zusammenspiel von „fester“ Installation und „flüchtiger“ Performance sprechen.

8. Mai 2010 (14:30 Uhr - 15:30 Uhr)
Gespräch mit dem Leiter Harald Rüggeberg

Kunst für alle, ohne Ansehen der Person oder Mechanismen des Marktes – welch ein schöner Traum! Eine der wenigen Vereinigungen, die das geschafft haben, ist die Hamburger Griffelkunst. Gerade im Zeitalter von stylischem Kunstshopping à la Lumas einerseits und überhitztem Kunstmarkt andererseits setzt die Griffelkunst auf Qualität mit buchstäblichem Augenmaß.
Seit rund 30 Jahren wird der Verein von Harald Rüggeberg geleitet, den viele von Euch auch als einen der Macher der Produzentengalerie kennen. Bevor er nun bald in den Ruhestand geht – und mit ihm ein Stück Griffelkunstgeschichte – wollen wir die Gelegenheit nutzen, mit ihm einen Blick in die Geschichte von Werken und Wirkungen der Griffelkunst zu werfen.

6. Mai 2010 - 9. Mai 2010
Kurzreise mit Sabrina van der Ley und Veronika Schöne

Wie eine Diva ruht die legendäre „weiße Stadt“ auf sieben Hügeln am Ufer des Tejo. Wir wollen im Anschluss an die Ausstellung von Pedro Cabrita Reis seine Heimat entdecken, ihn im Atelier besuchen und die portugiesische Kunstszene ordentlich aufmischen, die in den letzten Jahren viel an internationalem Renommee gewonnen hat. 

6. Mai 2010 (19:00 Uhr - 20:30 Uhr)
mit Dr. Gabriele Himmelmann

„Trompe l’oeil“ („Augentäuschungen“) nennt man Kunstwerke, die vorgeben, ‚einfach nur’ ein Ausschnitt der Wirklichkeit zu sein, um dadurch den Jahrhunderte alten Wettstreit mit der Realität für sich zu entscheiden. Vor allem mit den verschiedenen Realitätsebenen und der Nachahmung der Materialien wird ein Verwirrspiel getrieben, das aktuell in der Ausstellung „Täuschend echt“ im Bucerius Kunst Forum durch alle Epochen hindurch bis zur Gegenwart aufgeblättert wird.

30. April 2010 (19:00 Uhr - 21:00 Uhr)
Ausstellungsbesuch, Führung und Diskussion

 Der Name ist Programm: „Komm in die Gänge“ ist nicht nur der Aufruf, das alte Viertel hinter dem Gänsemarkt mit seinen vielen Veranstaltungen und buntem Betrieb zu besuchen. Es ist auch der Aufruf, sich wieder für mehr Raum für Kultur und mehr „Recht auf Stadt“ zu engagieren. Wir wollen gemeinsam mit Goesta Diercks das Gängeviertel besuchen, mit Initiatoren und Initiiertensprechen, die erstaunliche Wirkung zivilen Ungehorsams diskutieren und über die Zukunftspekulieren. Und die Ausstellung „Unter wechselnden Umständen“ besuchen.

29. April 2010 (18.30 Uhr - 20:00 Uhr)
Gespräch mit Dr. Petra Kipphoff von Huene

Stephan von Huenes kinetische und klingende Skulpturen zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang von Ausdruck, Klang und Bewegung, die er u.a. in seinem umfangreichen zeichnerischen Oeuvre untersucht hat, welches die Kunsthalle in der Ausstellung „The Song of the Line“ zu ersten Mal präsentiert. Wir wollen gemeinsam mit Dr. Petra Kipphoff von Huene, der Ehefrau des Künstlers und langjährigen ZEIT-Redakteurin, über die Entwicklung und Entstehung der Klangskulpturen, die Stellung und Funktion der Zeichnung und die Positionierung von Huenes zwischen Kunst und Wissenschaft sprechen.

28. April 2010 (19:00 Uhr - 21:00 Uhr)
Ausstellungsbesuch, Führung und Diskussion

 Der Name ist Programm: „Komm in die Gänge“ ist nicht nur der Aufruf, das alte Viertel hinter dem Gänsemarkt mit seinen vielen Veranstaltungen und buntem Betrieb zu besuchen. Es ist auch der Aufruf, sich wieder für mehr Raum für Kultur und mehr „Recht auf Stadt“ zu engagieren. Wir wollen gemeinsam mit Goesta Diercks das Gängeviertel besuchen, mit Initiatoren und Initiiertensprechen, die erstaunliche Wirkung zivilen Ungehorsams diskutieren und über die Zukunftspekulieren. Und die Ausstellung „Unter wechselnden Umständen“ besuchen.

24. April 2010 (18:00 Uhr - 24:00 Uhr)
anlässlich der Langen Nacht der Museen

Anlässlich der Langen Nacht der Museen am 24. April 2010 bietet der "Pop Life"-Shop im Foyer der Galerie der Gegenwart viele lizensierte Produkte der „Pop Life“-Künstler zu sensationell vergünstigten Preisen an. Buttons, Pins, Sticker, Magnete, Postkarten und Plakate von Andy Warhol, Keith Haring und Takashi Murakami.
Der Renner: Auch die begehrten Editionen von Takashi Murakami werden in dieser Nacht einmalig preisreduziert.
 Der Sale gilt nur am 24.4.2010 von 18 bis 24 Uhr.

21. April 2010 (19:00 Uhr - 21:00 Uhr)
Ausstellungsbesuch, Führung und Diskussion

Der Name ist Programm: „Komm in die Gänge“ ist nicht nur der Aufruf, das alte Viertel hinter dem Gänsemarkt mit seinen vielen Veranstaltungen und buntem Betrieb zu besuchen. Es ist auch der Aufruf, sich wieder für mehr Raum für Kultur und mehr „Recht auf Stadt“ zu engagieren. Wir wollen gemeinsam mit Goesta Diercks das Gängeviertel besuchen, mit Initiatoren und Initiierten sprechen, die erstaunliche Wirkung zivilen Ungehorsams diskutieren und über die Zukunft spekulieren. Und die Ausstellung „Unter wechselnden Umständen“ besuchen.

17. April 2010 (15:00 Uhr - 16:30 Uhr)
Vortrag von Wolfgang Ullrich

Zu einem nicht unerheblichen Teil wird Kunst heute von Subunternehmen produziert. Der Vortrag geht am Beispiel u.a. von Jeff Koons, Damien Hirst, Takashi Murakami, Olafur Eliasson oder Mona Hatoum der Frage nach, ob die Kunst nun zu einem profanen Business wird – oder ob die heutigen Kunstpraktiken vielleicht auch zur Genese neuer Künstlermythen führen. 

17. April 2010 (12:30 Uhr - 14:00 Uhr)
Kuratorenführung mit Dr. Daniel Koep

„Gute Geschäfte sind die beste Kunst“ – die Ausstellung „Pop Life“ nimmt Andy Warhols berüchtigte Provokation zum Ausgangspunkt, um das Vermächtnis der Pop Art und den Einfluss ihrer bedeutendsten Vertreter neu zu interpretieren. „Pop Life“ zeigt die verschiedenen Methoden, mit denen sich Künstler seit den 1980er Jahren auf die Massenmedien eingelassen und wie sie dabei ihre künstlerische Persönlichkeit bewusst als „Marke“ geschaffen haben.

30. März 2010 (19:00 Uhr - 20:30 Uhr)
Künstlergespräch in der Ausstellung

Ahnengalerien, berühmte Persönlichkeiten, Herrscherporträts – all jene Gattungen rufen die Selbstporträts von Thorsten Brinkmann auf, die besonders gravitätisch erscheinen. Würdig werfen sich die Gestalten in staatstragende Posen und setzen sich bildwirksam ins rechte Licht. Doch alle sind sie gesichtslos und lassen dabei das vermissen, um das es beim Porträt ja eigentlich geht: um die Wiedererkennbarkeit der eigenen Person.

26. März 2010 - 28. März 2010
Von der Industriekultur zur Kulturindustrie

Gleich eine ganze Region ist Kulturhauptstadt 2010: Die „Metropole Ruhr“ feiert – und beschwört damit auch einen gelungenen Strukturwandel von der Industriekultur zur Kulturindustrie. Das wollen wir zum Anlass nehmen, das Ruhrgebiet mit seinen spektakulär umgenutzten Industriedenkmälern und der ungeheuer dichten Museumslandschaft zu erkunden.

24. März 2010 (19:00 Uhr - 21:00 Uhr)
Kuratorenführung mit Nicola Torke und Christoph Grau

Die Ausstellung unternimmt den Versuch, ausgehend vom Bestand der Sammlung Falckenberg die Kunstwerke jenseits gängiger Bewertungs-Charts in eine andere, sich aus den Arbeiten selbst entwickelnde Ordnung zu bringen. Sie stellt internationale Größen wie Robert Rauschenberg, Cindy Sherman oder Mike Kelley Arbeiten von Hamburger Künstlern wie Hanne Darboven oder Dieter Roth sowie jüngeren Positionen gegenüber.

3. März 2010 (18:30 Uhr - 20:00 Uhr)
mit Beate Anspach und Miriam Kathrein

Mit dem Buchdruck wurde die Kunst mobil und fand eine noch größere Verbreitung, die überwiegend politisch genutzt wurde. Eine wahre Bilderflut hat der Hamburger Kunstverein in der Schau „Wo ist der Wind, wenn er nicht weht?“ nun zu thematischen Gruppen quer durch die Geschichte zusammengefasst. Wir wollen mit Beate Ansprach und Miriam Kathrein vom Kunstverein dieses Bildermeer gemeinsam durchpflügen, das durch die Hängung selbst den räumlichen Sequenzen eines Comics nachempfunden ist – und dadurch die Bildergeschichte von der Bildergeschichte erzählt.

26. Februar 2010 (18:30 Uhr - 20:00 Uhr)
Führung mit Swaantje Burow

Ein ganzes Haus stellt sich aus – die Vielfalt der HFBK mit ihren unterschiedlichen Zweigen von freier und angewandter Kunst lässt sich am besten zur alljährlichen Diplomausstellung entdecken, die wir auch in diesem Jahr wieder besuchen wollen. Swaantje Burow, die seit letztem Jahr Nachfolgerin von Elena Winkel im Bereich Kommunikation ist, wird uns die verschiedenen Positionen und Klassen vorstellen.

23. Februar 2010 (19:00 Uhr - 20:30 Uhr)
”Form follows behaviour” – Gespräch mit dem Architekten

Unsere neue Reihe „Architekten in Hamburg“ beginnen wir mit Jan Störmer. Er begreift Architektur weniger als Ausdruck eines persönlichen Stils, sondern als Anforderung an eine gebaute Umwelt mit ihren unterschiedlichen Herausforderungen durch städtebauliche Bedingungen, historische Substanzen und verschiedene Funktionen. Sein Spektrum reicht von Büro- und Geschäftsbauten über Hotels und Museen bis hin zu städtebaulichen Entwürfen.

20. Februar 2010 - 6. März 2010 (14:30 Uhr - 18:00 Uhr)
Seminar zur Ausstellung

Kunst und Kommerz, Musen und Märkte, Spektakel und Skandal – die Ausstellung „Pop Life“ zeigt, wie sich die Kunst seit der Pop Art mit dem Alltag vermengt hat und eine ambivalente Allianz bildet. In dem Seminar wollen wir in drei Sitzungen die Wurzeln dieser Entwicklung beleuchten und die Wechselwirkungen von Kunst, Alltag und Markt gründlich unter die Lupe nehmen.

18. Februar 2010 (19:00 Uhr - 20:30 Uhr)
Kuratorenführung mit Dr. Daniel Koep

„Gute Geschäfte sind die beste Kunst“ – die Ausstellung „Pop Life“ nimmt Andy Warhols berüchtigte Provokation zum Ausgangspunkt, um das Vermächtnis der Pop Art und den Einfluss ihrer bedeutendsten Vertreter neu zu interpretieren. „Pop Life“ zeigt die verschiedenen Methoden, mit denen sich Künstler seit den 1980er Jahren auf die Massenmedien eingelassen und wie sie dabei ihre künstlerische Persönlichkeit bewusst als „Marke“ geschaffen haben.

 

 

13. Februar 2010 (13:30 Uhr - 15:00 Uhr)
Kuratorenführung mit Marcus A. Hurttig

Hamburg, die stolze Schöne im hohen Norden. Während Touristen die Hansestadt erst in jüngster Zeit als beliebtes Reiseziel entdeckt haben, sind die Maler schon im späten 19. Jahrhundert den vielfältigen Reizen der Stadt zwischen Alster und Elbe erlegen. Die „Hamburger Ansichten“ spiegeln nicht nur den damaligen künstlerischen state of the art, sondern zeugen auch von dem wachsenden Selbstbewusstsein der aufstrebenden Metropole Hamburg.

7. Februar 2010 (9:30 Uhr - 22:00 Uhr)
Tagesfahrt nach Wolfsburg mit Veronika Schöne

Die Kritiker sind begeistert, die Besucherzahlen sind rekordverdächtig – und das Erlebnis tatsächlich einmalig: James Turrell, der berühmte Lichtkünstler mit einem Händchen fürs Magische, hat seine größte Lichtinstallation in einem Museum geschaffen, und zwar in Wolfsburg. Also nichts wie hin, um in das „Ganzfeld Piece“ einzutauchen und alles hinter sich zu lassen. Denn diese Kunst kann keine Abbildung ersetzen. Sie grenzt an spirituelle Erfahrungen.

4. Februar 2010 (19:00 Uhr - 20:30 Uhr)
Kuratorenführung mit Nils Jockel

Sie tragen alle einen eigenen Namen, als seien es gute Bekannte. Und tatsächlich kommt man ihnen kaum noch aus: den IKEA-Möbeln. Ob Klippan, Billy, Pax oder Moppe – man muss sich schon richtig anstrengen, um seine Wohnung ohne IKEA-Produkte einzurichten. Das „unmögliche Möbelhaus aus Schweden“ hat inzwischen auch Designgeschichte geschrieben. Kurz: IKEA ist ein FENOMEN, das das Museum für Kunst und Gewerbe eingehend unter die Lupe nimmt.

26. Januar 2010 (19:00 Uhr - 20:30 Uhr)
Kuratorenführung mit Goesta Diercks

Die ‚Hamburger Trilogie’ im Kunsthaus, die seit Herbst 2009 in drei Ausstellungen einen guten Einblick in die junge Hamburger Kunstszene vermittelt, schließt mit der Stipendiatenausstellung 2009. Nele Budelmann, Boran Burchhardt, Filomeno Fusco, Simon Starke, Sven Felix Küchmeister, Thomas Baldischwyler, Jörn Stahlschmidt, Ulrich Genth, Stefan Moos und Alexander Mayer haben 2009 dank des Hamburg-Stipendiums ein Jahr lang ungestört arbeiten können und präsentieren ihre Ergebnisse.

23. Januar 2010 (14:30 Uhr - 16:30 Uhr)
Führung mit Goesta Diercks und Gespräch mit dem neuen Direktor

Mit ihren poppig-bunten Plastiken huldigt Katharina Fritsch weniger der Spaßgesellschaft, sondern bringt durch die Übersetzung alltäglicher Figuren in bloße Dinge ihre unheimliche Kehrseite zum Ausdruck. Die  große Werkschau in den Deichtorhallen zeigt neben zentralen Arbeiten aus den 1980er und 1990er Jahren auch dreizehn große Ensembles aus den 2000er Jahren, die bislang noch nie in Deutschland zu sehen waren.

15. Januar 2010 (18.30 Uhr - 19.45 Uhr)
Gespräch zur Ausstellung des documenta-Künstlers Walid Raad

Kunst aus außereuropäischen Ländern liegt schwer im Trend, ist aber auch ebenso schwer zu verstehen. Eine, die aus inhaltlicher Überzeugung und biographischer Bindung heraus die uns oft fremden politischen, kulturellen und religiösen Kontexte zu vermitteln versteht, ist die Hamburger Galeristin Andrée Sfeir-Semler. 2005 hat die gebürtige Libanesin eine Dependance in Beirut eröffnet. Einer ihrer renommiertesten Künstler ist der Libanese Walid Raad, der 2002 mit "The Atlas Group" auf der documenta 11 Furore gemacht hat. Anlässlich seiner aktuellen Ausstellung wollen wir mit der Galeristin über die Entwicklung der arabischen Kunstszene unter dem Vorzeichen der Globalisierung und ihre persönlichen Erfahrungen sprechen.

13. Januar 2010 (19:00 Uhr - 22:00 Uhr)
mit einem Gespräch mit dem neuen Intendanten Joachim Lux

Das Thalia Theater hat einen neuen Intendanten: Joachim Lux, vormals Dramaturg an der Wiener Burg, hat im Sommer 2009 die Nachfolge Ulrich Khuons angetreten. Mit Lessings „Nathan der Weise“ hat Lux ein Stück auf die Bühne gebracht, das bei Kennern und Kritikern gleichermaßen positiv aufgenommen wurde. Wir wollen vor dem Stück bei einem Begrüßungsdrink ein Gespräch mit Joachim Lux führen, der den Freunden von ADVANCED exklusiv sein Programm und die Pläne für das Thalia Theater vorstellen wird!

9. Januar 2010 (15:00 Uhr - 16:30 Uhr)
Kuratorenführung mit Prof. Dr. Dietmar Rübel

 „Sigmar Polke: Wir Kleinbürger“, die „Ausstellung des Jahres 2009“ geworden ist, stellt im dritten Teil „Politik“ das „Kleinbürger“-Ensemble in den politischen Kontext der 1970er Jahre und fragt nach der berühmten Grenze zwischen Kunst und Leben, die die Künstler zu überwinden suchten. Der Kurator Dietmar Rübel wird uns zum Abschluss durch diesen letzten Teil führen und das Ausstellungsprojekt noch einmal resümieren.
 

15. Dezember 2009 (19:00 Uhr - 20:30 Uhr)
Führung mit Goesta Diercks

Hamburg besitzt nicht nur eine ziemlich lebendige Kunstszene, sondern bringt auch viele gute Künstler hervor. Viele illustre Namen auf der Liste des Hamburg-Stipendiums zeigen, dass Hamburg mehr als nur künstlerische Peripherie ist. Wir wollen gemeinsam mit Goesta Diercks überlegen, wie die Jury wohl entscheiden wird.

3. Dezember 2009 (18:00 Uhr - 20:00 Uhr)
mit Sonja Berger und Veronika Schöne

Das „Internationale Maritime Museum“ mit der Sammlung des ehemaligen Springer-Vorstandsvorsitzenden Peter Tamm ist in Fachkreisen äußerst umstritten: Nicht nur die Qualität der Exponate selbst, sondern auch der Umgang damit sind ebenso wie die staatliche Förderung von 30 Millionen Euro fragwürdig. Wir wollen uns deshalb selbst ein Bild von dem neuen Haus machen.

1. Dezember 2009
Als Mitglied kennt Ihr die Vorzüge, die die Beschenkten ein ganzes Jahr lang erwarten: Der freie Eintritt in die Hamburger Kunsthalle bietet die Möglichkeit, Sonderausstellungen und Sammlung immer wieder neu zu genießen. Unsere vierteljährliche umfangreiche Aussendung informiert über das Geschehen in der Hamburger Kunsthalle, das Veranstaltungsprogramm der Freunde und lädt zu allen Ausstellungseröffnungen ein. Nicht zu vergessen die wöchentlichen Newsletter unserer Programmsparten ADVANCED und Junge Freunde, die uns stets in der Welt der Kunst auf dem Laufenden halten! 
 
Ausführliche Informationen zur Geschenkmitgliedschaft erhaltet Ihr auf unserer Homepage www.freunde-advanced.de/h/. Hier könnt die Geschenkmitgliedschaft auch direkt online bestellen.

 

 
Möchtet Ihr eine Mitgliedschaft zu Weihnachten verschenken, dann sollte uns Eure Bestellung bitte bis zum 17. Dezember 2009 vorliegen, damit Ihr die Unterlagen rechtzeitig vor den Festtagen erhaltet. Kurzentschlossene können ihre Geschenkmitgliedschaft aber auch bis einschließlich 23. Dezember in unseren Museumsshops erwerben.
29. November 2009 (14:00 Uhr - 17:30 Uhr)

Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) zählt zu den Schlüsselfiguren der Architektur des zwanzigsten Jahrhunderts. Wie kaum ein anderer hat er das Bild des „Neuen Bauens“ geprägt, das durch Sachlichkeit und konstruktive Klarheit besticht. Er war der letzte Direktor des Bauhauses und Vizepräsident des deutschen Werkbundes. Im Seminar werden wir das architektonische Werk van der Rohes in seinen einzelnen Stationen und Entwicklungsschritten nachzeichnen.

25. November 2009 (16:00 Uhr - 17:00 Uhr)
exklusive Preview mit Elena Winkel

Seit 2001 kuratiert nun schon die ehemalige Mitarbeiterin der HfBK und junge Galeristin Elena Winkel die alljährliche Verkausausstellung INDEX im Kunsthaus. Wir sind wieder zu einer exklusiven Preview eingeladen. Noch vor der offiziellen Vernissage wird Elena uns durch die Ausstellung führen und die Positionen vorstellen.

12. November 2009 (19:00 Uhr - 20:30 Uhr)

Haus, Behausung, Architektur und ihre Umgebung – darum kreist das Werk von Pedro Cabrita Reis (geb. 1956), der zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern Portugals zählt. In Installationen, die den Ausstellungsraum teilweise brachial in Besitz nehmen, verdichtet er zivilisatorisches Treibgut und Eindrücke seiner Umgebung und transformiert sie in abstrahierende, teilweise im wörtlichen Sinne undurchsichtige Kunstwerke.

7. November 2009 (20:00 Uhr - 23:00 Uhr)
Besuch der Stücke von Jérôme Bel und Fabian Barba

Im Rahmen des diesjährigen internationalen Tanzkongresses 2009 veranstaltet Kampnagel in Kooperation mit K3 / Tanzplan Hamburg ein internationales Tanzprogramm. Im Anschluss an die Ausstellungen zu Degas und Nijinsky und mit Blick auf die große Ausstellung zu Kunst und zeitgenössischem Tanz im kommenden Frühjahr in der Galerie der Gegenwart sind die Freunde der Kunsthalle eingeladen, die Präsentation der neuen Arbeiten von Jérôme Bel und Fabian Barba mitzuerleben mit einem Publikumsgespräch im Anschluss.

5. November 2009 - 9. November 2009
Kurzreise mit Sabrina van der Ley und Veronika Schöne

Die einzige Stadt, die sich über zwei Kontinente erstreckt: Fast sinnbildlich beschreibt diese Lage den Spagat, den die türkische Hauptstadt zwischen Orient und Okzident, zwischen Tradition und Moderne macht. Von diesem Spannungsreichtum lebt auch die Istanbul-Biennale, die in diesem Jahr bereits zum elften Mal stattfindet und inzwischen längst zu den "Musts" der Kunstszene gehört.

5. November 2009 (17:00 Uhr - 18:30 Uhr)
Gespräch mit den Galeristen Erhard Klein und Jürgen Becker

Leidenschaft ist ihr Antrieb: Erhard Klein war in den 1970er Jahren Sigmar Polkes wichtigster deutscher Galerist. Jürgen Becker wurde in diesen Jahren durch Erhard Klein mit der Leidenschaft für die Kunst infiziert. Mit den Kuratoren der Ausstellung „Sigmar Polke: Wir Kleinbürger! Zeitgenossen und Zeitgenossinnen“ sprechen sie über die experimentellen Kunst- und Marktstrategien von Polke & Co.

2. November 2009 (19:30 Uhr - 21:00 Uhr)
Gespräch mit der Künstlerin

Die Szenen sind bekannt, sie kommen tief aus dem kollektiven Bildgedächtnis. Nicht nur Cineasten erkennen in den Videos und Fotos von Jeanne Faust die Handschrift bestimmter Regisseure; auch Ungeübte werden unweigerlich auf die Stereotypen des Kinos gestoßen. Ist das, was wir dort zu sehen bekommen, Kino, das die Wirklichkeit einfängt, oder können wir die Wirklichkeit nur noch durch unsere cineastisch geprägte „Brille“ wahrnehmen?

31. Oktober 2009 - 6. März 2010 (11:00 Uhr - 13:30 Uhr)
Strömungen der zeitgenössischen Kunst

Hamburg entwickelt sich zu einem Zentrum aktueller Kunst – da ist es nicht immer leicht, sich zurechtzufinden. Unser Seminar bietet in zehn Sitzungen einen systematischen Überblick über die wichtigsten Strömungen der Kunst von 1945 bis heute. Einen Schwerpunkt bilden die verschiedenen Erweiterungen des Kunstbegriffs seit den 1960er Jahren. Thema ist aber auch das immer wieder erneute Aufleben der Malerei, ebenso wie die Geschichte der Installationskunst.

25. Oktober 2009 (15:00 Uhr - 16:00 Uhr)
Gespräch mit dem Künstler

Haus, Behausung, Architektur und ihre Umgebung – darum kreist das Werk von Pedro Cabrita Reis (geb. 1956), der zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern Portugals zählt. In Installationen, die den Ausstellungsraum teilweise brachial in Besitz nehmen, verdichtet er zivilisatorisches Treibgut und Eindrücke seiner Umgebung und transformiert sie in abstrahierende, teilweise im wörtlichen Sinne undurchsichtige Kunstwerke.

24. Oktober 2009 (14:00 Uhr - 17:30 Uhr)
HafenCity II: Die neuen Bauabschnitte

Die HafenCity ist nicht nur das größte innerstädtische Bauprojekt in ganz Europa, sondern auch ein Stück gebaute Vision einer alten Hafenstadt, die ihre Wurzeln – wieder – entdeckt. Wir wollen gemeinsam mit Rainer Scholbe Anspruch und Wirklichkeit der HafenCity in zwei Rundgängen ausführlich erkunden und kontrovers diskutieren. Wir werden uns auf dem zweiten Rundgang den aktuellen Stand der Entwicklung ansehen.

17. Oktober 2009 (12:00 Uhr - 16:30 Uhr)

Rollentausch im Reigen – das Wechseln und Variieren von Geschlechterrollen und     -identitäten ist nichts Neues mehr. Auch die Mode mischt Konzepte und Klischees des "typisch Weiblichen" und "typisch Männlichen" kräftig auf. Wir wollen auf unserem Rundgang mit der Modesoziologin Marisa Buovolo dieser "Inszenierung der Geschlechter" nachgehen und mit den Designern von "Zwei Körper", "Suit e" und der Korsettwerkstatt "Auguste Bodenstein" über Körper und Kleidung, Sinnlichkeit und Schnittkunst sprechen.

10. Oktober 2009 (14:00 Uhr - 17:30 Uhr)
HafenCity I: Geschichte und erster Bauabschnitt Sandtorkai

Die HafenCity ist nicht nur das größte innerstädtische Bauprojekt in ganz Europa, sondern auch ein Stück gebaute Vision einer alten Hafenstadt, die ihre Wurzeln – wieder – entdeckt. Wir wollen gemeinsam mit Rainer Scholbe Anspruch und Wirklichkeit der HafenCity in zwei Rundgängen ausführlich erkunden und kontrovers diskutieren. Die erste Veranstaltung wendet sich an diejenigen, die das Projekt HafenCity von Grund auf kennen lernen möchten.

25. September 2009 (19:00 Uhr - 20:30 Uhr)
Künstlergespräch mit Boran Burchhardt und Ramazan Ucar

Ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht ist es nicht, sondern eines der ungewöhnlichsten Kunstprojekte im öffentlichen Raum Hamburgs. Der Künstler Boran Burchhardt hat in Zusammenarbeit mit der Centrum-Moschee im Stadtteil St. Georg eine Neugestaltung der zwei Minarette des Gebetshauses entworfen. Sie werden mit einem flächendeckenden Muster aus weißen und grünen Sechsecken bemalt.

21. September 2009 (19:00 Uhr - 20:30 Uhr)
Führung durch die Retrospektive

Lüthi fliegt auf Aladins Teppich durch die Luft, hängt als erschöpfter Champion in den Seilen oder lockt als seidenberockter Vamp mit Schlafzimmerblick. Sein großes Thema: er selbst. Der Schweizer Künstler Urs Lüthi ist ein Meister der Travestie, erfindet sich in immer anderen Rollen neu und trifft damit ebenso die kleine Sehnsucht nach dem großen Glück wie die große Frage nach dem Sinn des Lebens – und der Kunst.

16. September 2009 - 20. September 2009
Kurzreise mit Veronika Schöne und Dirk Meinzer

Alle zwei Jahre pilgert die Kunstwelt nach Venedig – und wir folgen diesem Strom immer wieder gerne. Die Biennale in Venedig gilt bis heute als die Mutter aller Biennalen, ein absolutes Muss für jeden Kunstfreund! Sie legt ein feines Netz ... 

10. September 2009 (18:00 Uhr - 20:30 Uhr)
Seminar mit Veronika Schöne und Hajo Schiff

Eine Leistungsschau der internationalen Kunstszene – als solche gilt die Biennale von Venedig bis heute. In den Giardini, dem zentralen Gelände der Biennale, haben 28 Nationen einen eigenen Pavillon. Ausstellungen im ehemaligen italienischen Pavillon in den Giardini sowie dem seit 1999 hinzugekommenen Arsenale tragen der Vernetzung wie der Diversifizierung der Kunstwelt Rechnung.

8. September 2009 (17:00 Uhr - 18:00 Uhr)
Kuratorenführung mit Dirck Möllmann

Es kracht und knallt und zischt und glimmt in den Aktionen Roman Signers. Mit Sprengstoff setzt er die Gesetze der Gravitation außer Kraft, lehrt Stühlen das Fliegen oder lässt Wasserfontänen aus Gummistiefeln emporschießen. „Sprengkünstler“ wurde er deshalb oft genannt, doch eigentlich macht er „Zeitskulpturen“, die den klassischen Skulpturbegriff von der dritten in die vierte Dimension erweitern.

5. September 2009 (14:00 Uhr - 17:00 Uhr)
Führung mit Goesta Diercks und Veronika Schöne

Hamburg hat die Off-Szene entdeckt. In den Off-Räumen kann man kreative Kunststücke finden, die noch frei vom konformistischen Druck des Marktes sind. Hier wird gebastelt und experimentiert. Kein Wunder also, dass die etablierte Kunst begehrliche Blicke auf die Off-Szene wirft. In diesem Spannungsfeld steht "subvision. kunst. festival. off" in der HafenCity.

18. Juli 2009 (12:00 Uhr - 13:30 Uhr)
Führung mit Goesta Diercks

Die eine bewegt sich nahe am Skandal, der andere zieht sich ganz in die Kontemplation zurück: Die Positionen von Cecily Brown und Herbert Brandl könnten unterschiedlicher kaum sein. Nur eines haben beide gemeinsam: Sie malen. Und in ihren beiden Ausstellungen, die momentan parallel in den Deichtorhallen zu sehen sind, treffen sie sich in dem gemeinsamen Thema der Natur.

11. Juli 2009 (11:30 Uhr - 13:00 Uhr)
Kuratorenführung mit Dr. Daniel Koep

Schwebende Sprünge, skandalträchtige Inszenierungen und ein bewegtes Leben machen den russischen Tänzer und Choreographen Vaslaw Nijinsky (1889-1950) bis heute zu einer Legende. Weniger bekannt ist sein bildnerisches Werk, das der modernen Kunst seiner Zeit verblüffend nahe steht. In eindringlichen Zeichnungen und Farbmalereien verschränken Kreise und Bogenformen Blick, Körper und Raum zu übergeordneten Rhythmen.

5. Juli 2009 (16:30 Uhr - 17:30 Uhr)
Kuratorenführung mit Sabrina van der Ley und Dr. Petra Roettig

Neue Leitung, neue Werke, neue Künstler – und manches Altbekannte in neuer Ordnung: Die Galerie der Gegenwart ist neu eingerichtet! Im ersten Stock liegt der Schwerpunkt auf Werken, die von der Montblanc Kulturstiftung für die Galerie der Gegenwart erworben wurden, etwa von Stephan Huber, Jorge Pardo, Thomas Schütte, Daniel Richter und Sylvie Fleury.

30. Juni 2009 (18:00 Uhr - 20:30 Uhr)
Stadtrundgang mit Anne Mahn

Durch besondere Zollbedingungen und den ersten norddeutschen Freihafen siedelten in Altona  viele Unternehmer ihre Fabriken an, und das Fischerdorf veränderte sich im 19. Jahrhundert zu einem blühenden Industriestandort. Das besondere an diesem Ort ist, dass Fabriken und Wohnbebauung dicht beieinander und unsystematisch entstanden – am verschlungenen Wegenetz ist das heute noch gut zu erkennen.

27. Juni 2009 (13.00 Uhr - 17.00 Uhr)
Seminar mit Irmela Kästner

Befreit von Korsett und Spitzenschuh eroberte die Amerikanerin Isadora Duncan Ende des vorletzten Jahrhunderts Europas Tanzbühnen. Der Ausdruckstanz war geboren; Körper, Seele und Geist fanden tanzend zueinander. Die Befreiung des Körpers ging einher mit der Befreiung des Raumes...

23. Juni 2009 (18:00 Uhr - 20:30 Uhr)
Stadtrundgang mit Antje Schmidt

Altona, heute ein Bezirk und Stadtteil in Hamburg, war bis 1938 eine selbständige Stadt, die erst zu Dänemark, dann zu Preußen gehörte und eine interessante Entwicklung erlebt hat. Die topographischen und architektonischen Zeugnisse der Vergangenheit findet man noch heute. Nun allerdings zum Teil im Stadtviertel St. Pauli. Deshalb wollen wir dort mit unserer Spurensuche beginnen.

20. Juni 2009 (13:00 Uhr - 17:00 Uhr)
Seminar mit Irmela Kästner

Das Werk von John Neumeier hat während der vergangenen 40 Jahre die Entwicklung des Balletts maßgeblich geprägt. 1973 kam Neumeier als Ballettdirektor ans Hamburg Ballett, wurde später Intendant und gründete 1989 das Ballettzentrum Hamburg, das seither Sitz seiner Compagnie und der Hamburger Ballettschule ist. John Neumeier ist ein Erneuerer, der sich der Tradition verpflichtet sieht. Bekannten Klassikern wie "Dornröschen", ...

16. Juni 2009 (19:00 Uhr - 21:00 Uhr)
Kuratorenführung mit Goesta Diercks

Über den Dächern von Städten lokalisieren nicht nur Architekturphantasten gerne ihre visionären Entwürfe. Auch Armutsgetriebene flüchten sich vor dem Zugriff staatlicher Kontrolle in den freien Himmel. Doch entspringen ihre „Rooftop Communities“ nicht der Freiheit der Wahl, sondern dem Zwang zum Überleben.

11. Juni 2009 (18:00 Uhr - 19:30 Uhr)
Gespräch mit dem Künstler

Ein wenig Comic, ein wenig Film Noir, ein wenig Storyboard – die Schwarz-Weiß-Zeichnungen Marcel van Eedens erzählen rätselhafte Geschichten in einer irgendwie doch bekannten Form, deren wirkliche Bedeutung sich jedoch kaum erschließen ...

10. Juni 2009 (19:00 Uhr - 20:30 Uhr)
Führung und Gespräch mit dem neuen Leiter Florian Waldvogel

"Der Kunstverein, seit 1817" steht gravitätisch über dem Kunstverein am Klosterwall geschrieben. Was ist passiert? Der Hamburger Kunstverein hat einen neuen Leiter, Florian Waldvogel, ehemals die rechte Hand von Kasper König. Und der hat die Geschichte des Kunstvereins entdeckt ...

6. Juni 2009 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)
Seminar zur Ausstellung

Vaslaw Nijinsky (1889-1950) erlebte vor dem Ersten Weltkrieg eine kometenhafte Karriere als Tänzer und Choreograph der Ballets Russes. Seine Sprünge, bei denen er in der Luft zu schweben scheint, sind legendär; Tanzgeschichte schreibt er aber vor allem mit seinen originellen und skandalträchtigen Balletten...

29. Mai 2009 (18.30 Uhr - 19.30 Uhr)
Kuratorenführung mit Dr. Jürgen Döring

Jeder kennt den berühmten Blick von der 9th Avenue aus in die Welt, wie sie sich dem New Yorker darstellt. Das Cover des "New Yorker" ist zum Inbegriff einer buchstäblich verkürzten Weltsicht geworden, die die Erde geradewegs wieder zu einer Scheibe erklärt und in ihrer humorvollen Kritik bis heute nichts von ihrer Aktualität ...

28. Mai 2009 - 31. Mai 2009
Kurzreise mit Veronika Schöne

Nun ist es soweit: unsere Barcelona-Reise steht! Damit sind wir zwar deutlich schneller als die Leitung der „Loop – International Festival and Fair for Videoart“, denn sie haben ihr Programm noch nicht fertig, aber das macht nichts. Wir wissen schließlich, was wir uns in Barcelona alles anschauen wollen...

18. Mai 2009 (18.30 Uhr - 20.30 Uhr)
Probenbesuch und Gespräch auf Kampnagel mit Anne Kersting, Jochen Roller, Dr. Kerstin Evert und Matthias Quabbe

Nach unserem Besuch im Ballettzentrum Hamburg – John Neumeier im April wollen wir an diesem Abend einen Ausflug in die Gegenwart unternehmen. Mit dem auf Kampnagel angesiedelten „K3 – Zentrum für Choreographie / Tanzplan Hamburg“ existiert seit nunmehr knapp zwei Jahren ein neuer Raum für zeitgenössischen Tanz in Hamburg. Doch was ist eigentlich „zeitgenössischer Tanz“? Wie arbeiten Choreographinnen ...

5. Mai 2009 (18.00 Uhr - 20.00 Uhr)

Schimmel – das ist so ziemlich das letzte, was man sich als Material der Kunst vorstellen mag. Doch weiß jeder, der einmal ein altes Marmeladenglas aus der hintersten Kühlschrankecke hervorgekramt hat, wie bizarr und schön die filigranen Wucherungen der Schimmelpilze sind. Sie leuchten in den glühendsten Farben und bilden die märchenhaftesten Gestalten aus...

25. April 2009 (11.00 Uhr - 13.00 Uhr)
Künstlergesprach mit Rudolf Herz

Die Wirkmacht und Manipulationskraft der Bilder beschäftigen Wissenschaftler, Medienkundige und Massenpublikum. Kaum jemand hat sie so gut erforscht wie der Münchner Künstler Rudolf Herz, der in seiner Installation "Zugzwang" Porträts von Marcel Duchamp und Adolf Hitler alternierend nebeneinandersetzt und damit in der Ausstellung "MAN SON 1969" eine ganze Wand von oben bis unten ...

23. April 2009 (19.00 Uhr - 20.00 Uhr)
Sammlergespräch mit Michael Liebelt

"Wir Kleinbürger! Zeitgenossen und Zeitgenossinnen" stichelt der deutsche Künstler Sigmar Polke in einer eigentümlichen Mischung aus Gesellschaftskritik und Selbstironie. In dem zehnteiligen Zyklus aus den Jahren 1974-1976 nimmt Polke kleinbürgerliche Alltagswelten aufs Korn, aber auch die – vergeblichen – Versuche, diesen zu entfliehen...

18. April 2009 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)
Seminarreihe mit Rainer Scholbe

Antoni Gaudí, der wahlweise als Phantast beschimpft oder als Visionär gefeiert wurde, nimmt eine Sonderstellung in der internationalen Bewegung des Jugendstils ein und ist der herausragende Vertreter des spanischen „Modernismo“. Die Entwicklung ...

4. April 2009 (12:00 Uhr - 16:00 Uhr)
Seminar mit Prof. Gunnar F. Gerlach, Veronika Schöne, M. A., Florian Britsch, M. A.

Das legendenumwobene Jahr 1969 hat mittlerweile zweifelhaften Kultstatus erlangt: Um die Figur des selbsternannten Erlösers, „verkannten Künstlers“ und Mordanstifters Manson hatte sich eine Gruppe gebildet, die Pop und Politik mit der eigenen Paranoia zu einer wilden Weltanschauung vermengte und ...

19. März 2009 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)
Kuratorenführung mit Dirck Möllmann

Nach dem inzwischen legendären Revoltenjahr 1968 folgte 1969 ein Jahr der gesellschaftlichen Extreme, in dem die hoffnungsvolle Aufbruchsstimmung empfindlich getrübt wurde: Mondlandung und Vietnam-Krieg, heiteres Woodstock-Festival und tragisches Altamont-Debakel des Stones-Konzerts, bei dem ein Mensch zu Tode kam, sind die Eckdaten einer Entwicklung...

15. März 2009 (12:00 Uhr - 18:00 Uhr)
Seminar mit Dr. des. Karoline Künkler

Es ist nicht das einzige Lustmord-Bild, aber eine seiner profiliertesten Versionen: „John, der Frauenmörder“ (1918) von George Grosz aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle. Vor dem Original inmitten der Ausstellung MAN SON 1969 werden wir uns auf dem Wege einer gleichsam forensischen ...

15. März 2009 (9.00 Uhr - 16.30 Uhr)
Tagesfahrt nach Kiel und Kuratorenführung

Die Sechziger Jahre – das war die Zeit, in der die Kunst buchstäblich vom Sockel gestoßen und ins Leben überführt wurde. Strömungen wie Fluxus und Pop-Art griffen die Grenzen zwischen Kunst und Alltag ebenso an wie die zwischen den Gattungen. An die Stelle der alten Ordnung von Skulptur, Malerei und Architektur traten Performance, Installation und Intermedia...

8. März 2009 (18.30 Uhr - 22.00 Uhr)
Doublefeature-Tanzabend auf Kampnagel

Ganz langsam naht der Frühling, und in der Kunsthalle gerät alles in Bewegung: Gleich zwei Ausstellungen widmen sich dem Tanz in der Kunst. "Intimität und Pose" zeigt im Hubertus-Wald-Forum die Plastiken Edgar Degas’, die er zeitlebens von Tänzerinnen in unbeobachteten Momenten gemacht hat. Ab 20. Mai ...

23. Februar 2009 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)
Atelierbesuch mit Veronika Schöne, M. A.

Seit Jahren ist Frank Gerritz einer der international erfolgreichsten abstrakten Künstler Deutschlands. Von den Debatten um Retro-Abstraktion, neue Figuration und Formalismus-Fragen weitgehend unberührt, hat Gerritz in den letzten zwanzig Jahren sein reduziertes Repertoire kontinuierlich weiterentwickelt...

22. Februar 2009 (11:30 Uhr - 13:00 Uhr)
Vortrag mit Künstlergespräch

Der Blick auf Geschichte unterliegt dem Wandel der Zeiten. Neben den historischen Fakten und Zahlen ist die Geschichte ein Raum, dessen Realität sich aus den unterschiedlichen kollektiven und individuellen Erlebnissen konstituiert. Geschichtsschreibung ist immer der Versuch der Rekonstruktion mit ...

21. Februar 2009 (21.00 Uhr - 23.00 Uhr)
Konzert Carsten Nicolai

Kunst meets Electronica. Der international erfolgreiche Künstler Carsten Nicolai ist nicht nur in der Kunst zu Hause. Ende letzten Jahres waren seine Installationen Anti Reflex zu sehen, jetzt kommt er als Musiker alva noto für ein Konzert zurück in die Hamburger Kunsthalle...

14. Februar 2009 (15:30 Uhr - 17:00 Uhr)
Vortrag Dr. Wolfgang Ullrich

Jonathan Meese gehört nicht nur zu den erfolgreichsten Künstlern der Gegenwart, sondern er ist auch häufiger als die meisten seiner Kollegen in den Medien präsent. Vor allem zeigen ihn zahlreiche Fotos in diversen – oft auch provokanten oder absurden – Rollen. Man sieht Meese dann beim Hitlergruß oder in ...

14. Februar 2009 (18.30 Uhr - 19.30 Uhr)
"Balthys-Raum", "Daddy-Raum" und "Kepi Blanc"

Einige der frühesten und interessantesten Arbeiten von Jonathan Meese sind in Hamburg zu sehen, in der Sammlung Falckenberg. Meese hat hier bereits vor 2001 bereits mehrere Räume eingerichtet, die exemplarisch für sein Werk sind...

12. Februar 2009 (19.00 Uhr - 20.00 Uhr)
Kuratorenführung mit Dr. Petra Roettig

Idyllen sind trügerisch. Zumindest in der Moderne tragen sie nicht mehr. Das Verhältnis von Mensch und Natur, von Landschaft und Zivilisation ist brüchig geworden. Heribert C. Ottersbach nimmt in seinem "Arkadia Block“ das Idyllenmotiv auf, um es in den über 20 Bildern langsam aufzulösen...

8. Februar 2009 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)
Seminarreihe mit Rainer Scholbe

Zur Ergänzung der als Überblick angelegten Winterseminare zur Architektur geht es in dieser neuen Seminarreihe um einzelne bedeutende Architekten. In den separat buchbaren Bausteinen werden Werk und Wirkung wegweisender Baumeister der Moderne kompakt beleuchtet und erklärt...

5. Februar 2009 (18.30 Uhr - 19.30 Uhr)
Kuratorenführung mit Sabrina van der Ley und Dr. Petra Roettig

Die Vereinigten Staaten haben ein neues Präsidentenpaar, wir haben ein neues Leitungspaar für die Galerie der Gegenwart – und die Kunsthalle hat eine neue Arbeit in ihrem Besitz: Thomas Demands "Presidency I-V" – eine 5-teilige Reihe über das berühmte Oval Office...

5. Februar 2009 (18.30 Uhr - 19.30 Uhr)
Kuratorenführung mit Sabrina van der Ley und Dr. Petra Roettig

Die Vereinigten Staaten haben ein neues Präsidentenpaar, wir haben ein neues Leitungspaar für die Galerie der Gegenwart – und die Kunsthalle hat eine neue Arbeit in ihrem Besitz: Thomas Demands "Presidency I-V" – eine 5-teilige Reihe über das berühmte Oval Office, ist momentan mit enormer Raumwirkung ...

2. Februar 2009 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)
"Meine Geister und Gespenster"

Sirenen, die Betörenden, die Musen, mythologische Mischwesen, die die Menschen seit Urzeiten in ihren Bann ziehen. Odysseus ließ sich an den Schiffsmast fesseln, um ihren Gesang zu hören und ihnen dennoch nicht zu verfallen. Und der Hamburger Künstler Dirk Meinzer machte sich mehrmals auf nach Tansania, um sie dort ...

30. Januar 2009 (16.30 Uhr - 18.00 Uhr)
Kuratorenführung mit Dr. Sabine Schnakenberg

Worum die Malerei viele Jahrhunderte stritt, war auch Gegenstand der Auseinandersetzung in der Fotografie: die Farbe. Welche Rolle spielt sie, braucht man sie, verdirbt sie nicht die puristische Ästhetik? Der legendäre amerikanische Fotograf Walker Evans etwa hielt die Farbe schlicht für „vulgär“...

28. Januar 2009 (16.30 Uhr - 18.00 Uhr)
Führung durch die Ausstellung mit Goesta Diercks

Nachdem das Gespräch mit Stephan Balkenhol aufgrund der großen Nachfrage umgehend ausgebucht war, freuen wir uns, dass wir Euch eine zusätzliche Führung mit Goesta Diercks, der gut mit dem Werk vertraut ist, anbieten können.

23. Januar 2009 (16.00 Uhr - 17.00 Uhr)
Künstlergespräch in der Ausstellung

Wer kennt sie nicht, die Männer im Fluss und auf dem See. Auf Elbe, Alster und Bille stehen die insgesamt „Vier Männer auf Bojen“ und schauen ins Wasser. Blick in die Ferne, Hände in den Hüften, sind sie zum Inbegriff schwankender Nachdenklichkeit geworden. Auch der „Mann mit Giraffe“ vor Hagenbecks Tierpark und die überlängten „Mann und Frau“ am Hühnerposten sind aus dem Hamburger Stadtbild nicht mehr wegzudenken...

21. Januar 2009 (19:00 Uhr - 20:00 Uhr)
Gespräch mit Sabrina van der Ley und Petra Roettig

Seit dem 1. Dezember hat die Galerie der Gegenwart eine Doppelspitze – mit einem vertrauten und einem neuen Gesicht: Gemeinsam mit Petra Roettig, die Ihr bereits aus zahlreichen Veranstaltungen kennt, lenkt fortan Sabrina van der Ley die Geschicke der Gegenwart...

17. Januar 2009 - 28. Februar 2009 (11:30 Uhr - 14:00 Uhr)
Seminarreihe mit Veronika Schöne

Der Künstler als Star, als Schamane, als Spaßvogel: Vielfältig und widersprüchlich sind die Selbstverständnisse und entsprechenden Selbstdarstellungen der modernen Künstler. Während etwa Joseph Beuys als ernsthafte Erlöserfigur auftrat, war Martin Kippenberger der Scharlatan, der sein Scheitern als ... 

15. Januar 2009 (19.30 Uhr - 21.00 Uhr)
Führung mit Goesta Diercks

Zum Neuen Jahr gleich neue Ergebnisse: Gestern hat die Jury ihre endgültige Auswahl aus den Bewerbungen um das Hamburg-Stipendium 2009 getroffen, die das Kunsthaus im Dezember gezeigt hat: Thomas Baldischwyler, Nele Budelmann, Boran Burchardt, Filomeno Fusco, Ulrich Genth, Sven Felix Küchmeister, Alexander Mayer, Stefan Moos, Jörn Stahlschmidt und Simon Starke können nun ein Jahr lang ungestört arbeiten...

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Liebe Freunde von ADVANCED,

die Finissage zur Polke-Ausstellung am vergangenen Samstag war ein riesiger Erfolg. Über 200 Gäste waren da, um das bisher unbekannte Archivmaterial des Künstlers zu sehen. Aus technischen Gründen konnten jedoch zwei Filme nicht gezeigt werden.
Das wird am Dienstag, 19. Januar 2010 um 18.00 Uhr nachgeholt! Gezeigt werden die beiden 16 mm-Filme Hamburg Lerchenfeld 1& 2, 1975-1979/2010 (70 Minuten) und Looser, Zürich, 1974-75 (30 Minuten) im 1. Stock der Galerie der Gegenwart.

Einen schönen Filmabend wünscht

das Team von ADVANCED